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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 8. Spieltag
[Samstag, 16.10.2010] FC St.Pauli – 1.FC Nürnberg 3:2 (1:0)

Der Club hat sein zweites Auswärtsspiel in Folge verloren und am Ende unglücklich mit 2:3 beim Aufsteiger St. Pauli den Kürzeren gezogen. Zwei Mal konnten die Franken einen Rückstand ausgleichen, um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. Dabei begann der Club im Gegensatz zu seinen bisherigen Auswärtsauftritten durchaus forsch und war im Hamburger Kiez in den ersten Minuten darum bemüht, die Kontrolle auf dem grünen Rasen zu übernehmen. Für erste Gefahr vor dem Tor der St.Paulianer sorgte Julian Schieber schon in der achten Minute. Der Stürmer schießt einen Freistoß aus 25 Metern direkt aufs Tor. Pauli-Keeper Thomas Kessler lässt den Ball nach vorne abprallen und nur mit vereinten Kräften gelingt es den Pauli-Abwehrspielern, die Lederkugel aus der Gefahrenzone zu bringen.
Es dauerte letztlich eine gute Viertelstunde, ehe die Kiezkicker Ordnung in ihr Spiel bekamen und das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Ballverluste auf beiden Seiten und ungenauer Pässe sorgten dann in weiten Teilen der ersten Halbzeit für ein wenig ansehnliches Bundesligaspiel. Beide Teams standen nun gut in der Deckung und ließen in Richtung eigenes Tor wenig zu. Die Sturmspitzen auf beiden Seiten blieben in den ersten fünfundvierzig Minuten eher blass. Torgefahr kam – wenn überhaupt – nach Standardsituationen auf. Einzig ein weiterer Fernschuss von Julian Schieber sorgte nach 33 Minuten für Gefahr aus dem Spiel heraus. Kessler konnte das Geschoss aus 22 Metern jedoch parieren und zur Ecke klären.
Als es schließlich deutlich danach aussah, als würden beide Teams torlos in die Kabine gehen, gab es doch noch Aufregung im Straufraum der Clubberer. Nach wildem Durcheinander im Fünfmeterraum, scheiterte Marius Ebbers in der 45. Minute jedoch noch aus kurzer Entfernung an Raphael Schäfer. Eine Minute später machen es die Gastgeber dann besser. Matthias Lehmann bringt einen Eckball von links hoch in den Strafraum. Carlos Zambrano befördert den Ball vom Fünfmeterraum in Richtung Nürnberger Tor, wo Gerald Asamoah zur Stelle ist und das Spielgerät aus einem Meter nur noch über die Linie drücken muss. Gegentor zum psychologisch-ungünstigsten Zeitpunkt nennt man so etwas und so ging es mit diesem Negativ-Erlebnis in die Kabinen.
Im zweiten Abschnitt entwickelte sich im Millerntor-Stadion dann eine äußerst spannende Partie. Grund dafür war auch, dass der Club schon drei Minuten nach dem Wiederanpfiff ausgleichen konnte. Jens Hegeler drang mit einer Energieleistung in den Hamburger Strafraum ein, umspielte Carlos Zambrano und passte schließlich quer an Freund und Feind vorbei zu Mehmet Ekici. Die Leihgabe aus München hatte aus wenigen Metern keine Mühe, zum Ausgleich einzuschieben. Für Ekici war es der erste Treffer für den Club.
Die Gastgeber antworteten prompt und nahmen das Heft des Spiels wieder in die Hand. Markus Thorrandt hatte in der 54. Minute den erneuten Führungstreffer für die Hausherren auf dem Kopf, setzte den Ball jedoch knapp neben das Nürnberger Gehäuse. Besser machte es Marius Ebbers nur fünf Minuten später. Wieder war es Matthias Lehmann, der einen Eckball hoch in den Nürnberger Strafraum bringt. Dieses Mal legt Gerald Asamoah auf und Ebbers ballert die Torfabrik aus wenigen Metern zum 2:1 direkt unter die Latte des fränkischen Tors.
Pauli führte also erneut, doch auch dieses Mal steckte die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking nicht auf. Ganze drei Minuten dauerte es, ehe die Gäste wieder ausgleichen konnten. Mehmet Ekici brachte eine Ecke von der linken Seite herein. In der Mitte steigt der aufgerückte Andreas Wolf am höchsten und erzielt per Kopf den 2:2-Ausgleich in der 62. Minute. Es war das dritte Tor nach einem Eckball am Millerntor an diesem Tag.
Beide Mannschaften hatten sich nun gegenüber der ersten Halbzeit deutlich gesteigert und boten den 24.334 Zuschauern ein abwechslungsreiches Spiel. Sowohl St. Pauli als auch der Club spielten nun mit offenem Visier und beide Teams lauerten auf die eine Gelegenheit, das Spiel letztlich zu entscheiden. In der 76. Minute hatte Julian Schieber diese Möglichkeit, scheiterte jedoch am herauseilenden Thomas Kessler. Nur eine Minute später zappelt der Ball dann tatsächlich im Pauli-Netz.  Schiedsrichter Gagelmann und sein Assistent auf der Außenlinie verweigern dem Treffer von Julian Schieber aufgrund einer Abseitsstellung jedoch die Anerkennung. Also versucht es Schieber wieder nur eine Minute später erneut. Pauli-Keeper Kessler kann den aus spitzem Winkel geschossenen Ball in der 78. Minute gerade noch von der Linie kratzen. Auf der anderen Seite sorgte Club-Torschütze Andreas Wolf in der 79. Minute für die beste Möglichkeit seiner Gegner. Der Innenverteidiger will den Ball zu Keeper Schäfer zurückköpfen, kriegt jedoch nicht mit, dass der Schlussmann aus dem Tor geeilt war. Der Kopfball von Wolf fliegt schließlich über Schäfer hinweg und verpasst das eigene Tor nur wenige Zentimeter.
In der 82. Minute dann schließlich der Knock-Out für den Club. Rouwen Hennings flankt von der linken Seite an den langen Pfosten, von wo Max Kruse den Ball per Kopf zurück in die Mitte bringt. Dort steht der zuvor eingewechselte Florian Bruns genau richtig und kann unbedrängt aus kurzer Distanz einköpfen. Diesem erneuten Rückschlag hatten die Clubberer dann nicht mehr viel entgegenzusetzen. Zwar drückten die Gäste noch einmal auf den Ausgleich, eine echte Torchance kam jedoch nicht mehr dabei heraus. Es blieb also am Ende beim etwas glücklichen 3:2 für St. Pauli, die sich mit ihrem ersten Heimsieg auf den sechsten Platz der Tabelle vorarbeiteten. Der Club rutschte im Tableau nun wieder hinter die Bayern und steht nach acht Spielen mit neun Punkten auf Platz 13. Nächstes Wochenende empfangen die Franken im heimischen Max-Morlock-Stadion den VfL Wolfsburg.