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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 7. Spieltag
[Samstag, 02.10.2010] 1.FC Nürnberg – FC Schalke 04 2:1 (0:0)

Im Duell der Altmeister konnte der 1.FC Nürnberg den FC Schalke 04 das erste Mal seit 1999 wieder besiegen und behielt im ausverkauften Max-Morlock-Stadion am Ende mit 2:1 die Oberhand. In einem vor allem in der zweiten Halbzeit spannenden Spiel feierte der Club damit seinen zweiten Saisonsieg und steht in der Tabelle mit neun Punkten sogar vor dem FC Bayern München. Schalke 04 bleibt mit vier Punkten auf einem Abstiegsplatz.
48.548 Zuschauer im Nürnberger Stadion-Achteck sahen in der ersten Halbzeit ein unterdurchschnittliches Spiel beider Mannschaften. Die Schalker wirkten nach dem ChampionsLeague-Spiel unter der Woche nicht frisch und konnten zu keiner Zeit in den ersten 45 Minuten zeigen, dass sie als selbsternannter Titelanwärter in die Saison gestartet waren. Das Team von Felix Magath spielte blutleer und ohne jeden Drang nach vorne, so dass die umgebaute Nürnberger Hintermannschaft nur selten vor Probleme gestellt wurde. Trainer Dieter Hecking hatte die Clubabwehr umbauen müssen, weil Javier Pinola sich unter der Woche verletzt hatte. Für den Argentinier stand erstmals in dieser Saison Pascal Bieler in der Anfangsformation. Neben dem Langzeitverletzten Albert Bunjaku hatte der 1.FC Nürnberg auch auf den verletzten Christian Eigler verzichten müssen.
Im Spiel nach vorne ging im ersten Abschnitt auch beim Club nicht viel. Immerhin konnten die Gastgeber die einzige Torchance überhaupt für sich verbuchen. Schalkes José Jurado hatte den Ball im Mittelfeld an den stark aufspielenden Timmy Simons verloren. Der Belgier in Clubreihen schickte Julian Schieber über links und der Youngster prüfte S04-Keeper Manuel Neuer mit einem platzierten Schuss ins kurze Eck. Neuer konnte den Ball jedoch reaktionsstark zur Ecke abwehren.
Nach dürftiger ersten Halbzeit besserte sich das Spiel in Nürnberg mit Beginn der zweiten Hälfte.  Jermaine Jones erwies seinen Schalker Mannschaftskollegen dabei bereits in der 53. Minute einen Bärendienst. Für ein völlig unnötiges und überhartes Einsteigen gegen Club-Keeper Raphael „Magneto“ Schäfer sah der Mittelfeldspieler von Schiedsrichter Marco Fritz die gelb-rote Karte. Es war der vierte Platzverweis eines Schalkers in dieser Saison. Raphael Schäfer zog sich bei der Aktion eine schwere Gehirnerschütterung zu und blieb für kurze Zeit bewusstlos auf dem Rasen liegen. Der Keeper versuchte dann zunächst zwar weiter zu spielen, musste jedoch in der  59. Minute doch das Feld verlassen. Für ihn kam Alexander Stephan zum Einsatz.
Trotz Unterzahl waren es nach dem Torwartwechsel zunächst die Gäste aus dem Ruhrpott, die das Heft der Partie in die Hand zu nehmen schienen. Ivan Rakitic, Jefferson Farfan und Klaas Jan Huntelaar vergaben ihre Möglichkeiten jedoch und mussten mit ansehen, wie es in der 62. Minute plötzlich auf der anderen Seite klingelte. Julian Schieber hatte Kyriakos Papadopoulos auf der linken Seite düpiert und den Ball scharf und flach in die Mitte gepasst. Dort war Mike Frantz den berühmten Schritt schneller als sein Gegenspieler und konnte den Ball zur Nürnberger Führung einschieben.
Eine Führung, die jedoch nur gute zehn Minuten Bestand haben sollte. Schalke drehte nun noch einmal auf und drängte den Club tief in die eigene Hälfte. Klaas Jan Huntelaar war es in der 74. Minute schließlich, der eine Unachtsamkeit in der Nürnberger Hintermannschaft nutzte. Jefferson Farfan hatte mit mehreren Dribblings für Verwirrung gesorgt und passte den Ball schließlich in Richtung Elfmeterpunkt, von wo der holländische Stürmer keine Mühe hatte, den Ball zum 1:1 im Nürnberger Tor unterzubringen.
Ein Rückschlag für den Club und FCN-Trainer Dieter Hecking reagierte: In der 80. Minute kamen Almog Cohen und Isaac Boakye für Mike Frantz und Jens Hegeler. Die Ausrichtung blieb also offensiv und das sollte sich nur wenige Minuten später auszahlen. 84. Minute: Eckball für den Club. Mehmet Ekici tritt den Ball von der rechten Seite hoch in die Mitte. Dort steigt Kapitän Andreas Wolf am höchsten und köpft den Ball an den Pfosten. Doch während sich die Clubanhänger im Stadion noch über den siebten Aluminiumtreffer dieser Saison die Haare rauften, kam nur eine Minute später von der anderen Seite der nächste Eckball in den Schalker Strafraum gesegelt. Und als hätte er beim ersten Versuch nur Maß genommen, ist es wieder Andreas Wolf, der an den Ball kommt. Dieses Mal köpft der Innenverteidiger jedoch ins Tor. Schalke-Keeper Neuer und Erik Jendrisek auf der Linie kommen mit ihren Rettungsversuchen zu spät und so steht es nach 85 Minuten 2:1 für den Club.
Die Schalker hatten in den wenigen Restminuten nichts mehr zuzusetzen und so rettete die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking den knappen Vorsprung über die Zeit. Mit nunmehr zwei Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen steht der Club mit neun Punkten im Mittelfeld der Tabelle auf einem guten elften Platz und damit sogar einen Rang vor dem FC Bayern. Nächstes Wochenende pausiert die Bundesliga, weil die Nationalmannschaften ihre EM-Qualifikation weiter spielen. In zwei Wochen muss der Club beim FC St. Pauli antreten.