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Der DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

So eine englische Woche ist schon anstrengend. Drei Spiele in weniger als sieben Tagen, drei Mal zittern, hoffen, bangen – und vor allem drei Mal mit unterschiedlichem Ausgang für den Club. Während DER DISORDER noch vor wochenfrist „Fragen über Fragen“ hatte, muss er zugeben, nun auch nicht viel schlauer zu sein. Dem Unentschieden in Leverkusen folgte ein herrlicher Sieg über den VfB Stuttgart, inklusive Herzschlagfinale und eiskältem Pinola. Kämpferisch überzeugend mit großer Moral präsentierte sich der Club unter Flutlicht im Max-Morlock-Stadion in selten gesehener Präsenz. Endlich der erste Sieg – und das trotz des Nackenschlags Gegentor kurz vor Schluss.
Als Clubfan konnte man jedenfalls erhobenen Hauptes am Donnerstag auf Arbeit gehen. Gedanken tauchten auf, wie: Vielleicht kann ja der Club jetzt auch mal ein paar Spiele gewinnen und den Überraschungsteams aus Mainz, Hannover und Freiburg zumindest in Respektabstand doch noch folgen. Vielleicht soll es ja auch einfach so eine Saison werden, in der die vermeintlichen Abstiegskandidaten zum Befreiungsschlag ausholen und am Ende einfach mal drei arrivierte Team wie z.B. eben den VfB Stuttgart, vielleicht noch Werder Bremen und gerne auch Borussia Mönchengladbach in die zweite Liga schicken. Dass Namen nicht vor Abstieg schützen hat die Hertha in der letzten Saison schließlich schon bewiesen.
Nun ja, träumen wird ja mal erlaubt sein und wer am Mittwoch schon wieder vom „Europapokal“ gesungen hat, wurde dann spätestens am Samstag in Frankfurt wieder geweckt. Nicht, dass der Club schlecht gespielt hätte – mit ein wenig mehr Glück und Zielgenauigkeit wäre auch in Hessen der ein oder andere Punkt drin gewesen. Es ist jedoch letztlich vor allem die Erkenntnis, die bleibt, dass sich im Gegensatz zur letzten Saison nicht viel geändert hat. Zwei Siege in Folge scheinen beim Club (fast) einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Letzte Saison – abgesehen von der Relegation – genau einmal gelungen (gegen Leverkusen und danach bei der Hertha) müssen wir uns  in dieser Saison eben noch gedulden. Der Club wird es auch in dieser Saison bis zum letzten Spieltag (und vielleicht auch wieder darüber hinaus) spannend machen, ehe die Klasse am Ende gehalten wird.
Richtig, lieber Leser, bis die Klasse gehalten wird! Denn auch, wenn es beim Club mit Sicherheit nicht zu einem Höhenflug à la Mainz reichen wird – zum Klassenerhalt wird es reichen. Der Club ist eben eine Mannschaft, die nur dann gewinnt, wenn es unbedingt nötig ist. Beispiele aus der letzten Saison gibt es da genug – nach der Siegesserie im Frühjahr vergeigten unsere Jungs ja schließlich den zwischenzeitlich schon fast sicher geglaubten Klassenerhalt durch unnötige Niederlagen in Freiburg und Hamburg wieder – nur, um dann eben doch die beiden entscheidenen Spiele gegen Augsburg wieder zu gewinnen.
Anders wird es in dieser Saison auch nicht laufen. Gegen Stuttgart musste man gewinnen, weil man sich das Feld sonst von hinten angeschaut hätte. Gegen Frankfurt hätte man gewinnen können – doch seien wir ehrlich: Wirklich nötig war der Sieg nicht (schließlich stehen wir auch nach der Niederlage noch immer auf einem Nicht-Abstiegsplatz). Wer jetzt Ironie findet, darf sie gerne behalten, doch im Falle eines Auswärtssieges in Frankfurt würde der Club heute auf einem formidablen sechsten Tabellenplatz stehen. Und wer weiß denn schon genau, ob unseren Herren in rot-schwarz die Höhenluft wirklich gut bekommen wäre? Denn spätestens nächstes Wochenende hätte die ganze Nordkurve dann wieder irgendetwas von „Europapokal“ gesungen, die Clubspieler hätten sich gedacht, dass ein Unentschieden gegen Schalke auch reichen würde und prompt wäre die Sache in die Hose gegangen. So aber wissen Pinola & Co., dass sie gewinnen müssen, wenn sie das Magath-Team nicht an sich vorbei ziehen lassen wollen. Und bei aller Freundschaft: Wir haben lange genug gegen Schalke gelitten. Jetzt sind wir mal wieder mit einem Sieg dran.