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Fußball-Bundesliga 2010/2011, 5. Spieltag
[Mittwoch, 22.09.2010] 1.FC Nürnberg – VfB Stuttgart 2:1 (1:0)

Großer Jubel bei allen Clubfans. Dank eines spätes Tores von Javier Pinola hat der 1.FC Nürnberg im Spiel gegen den VfB Stuttgart am Mittwochabend den ersten Saisonsieg eingefahren. Mit einer taktisch disziplinierten und kämpferisch überzeugenden Leistung holten die Männer von Dieter Hecking die Gäste aus Schwaben nur wenige Tage nach deren 7:0-Kantersieg über Borussia Mönchengladbach auf den Hosenboden der Tatsachen zurück. Und genauso, wie das Spiel letztlich durch Pinolas Tor in der Nachspielzeit mit einem Paukenschlag endete, so begannen die 90 Minuten im Max-Morlock-Stadion auch mit einem solchen.
Denn schon nach drei Minuten stand es vor 36.790 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion 1:0 für den Club. Die Gäste aus Stuttgart waren in der Hintermannschaft noch nicht richtig sortiert und Javier Pinola nutzte dies mit einem wunderbaren Pass in die Spitze auf Julian Schieber. Die Leihgabe vom VfB Stuttgart sprintete in Richtung Gästetor und ließ VfB-Keeper Sven Ulreich mit einem satten Flachschuss keine Abwehrchance. Dem Club passte das frühe Tor bestens ins Konzept und verlieh den Spielern von Trainer Dieter Hecking das nötige Selbstvertrauen, um die Schwaben in der Folgezeit in Schach zu halten. Sichtlich geschockt versuchten die Stuttgarter in der ersten halben Stunde meist vergeblich, System in ihr Spiel zu bekommen und den tiefstehenden FCN zu Fehlern zu zwingen. Erst eine Standardsituation nach  31 Minuten brachte eine erste Chance für den VfB. Andreas Wolf hatte den emsigen Pavel Pogrebnyak gefoult und den fälligen Freistoß hämmerte Arthur Boka aus über dreißig Metern an die Latte. Von dort springt der Ball an den Rücken von Raphael „Magneto“ Schäfer und von dort in Toraus.
Aufregung im Clubstrafraum dann noch einmal kurz vor der Halbzeit. Nach einem Freistoß von der halblinken Seite steigt in der Mitte Pavel Pogrebnyak am höchsten und köpft den Ball zum vermeintlichen Ausgleich ein. Doch Schiedsrichter Jochen Drees verweigerte dem Treffer die Anerkennung, weil er zuvor im Gewühl im Fünfmeterraum ein Foul des russischen Stürmers gesehen hatte. Glück also für den Club, der sich in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit ein wenig zu sehr auf seiner knappen Führung ausgeruht hatte. Stuttgart hatte in der ersten Halbzeit fast 70 Prozent Ballbesitz, fand gegen die gut stehende Abwehr der Franken jedoch kein Mittel.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild auf dem grünen Rasen. Nürnberg stand nun nicht mehr bedingungslos hinten drin, sondern startete mitunter sogar vorsichtige Versuche, auf 2:0 zu erhöhen. Die Gäste aus Stuttgart fanden nach der Pause lange nicht ins Spiel und  brauchten bis zur 62. Minute, ehe sie das erste Mal gefährlich in die Nähe des Clubtors kamen. Dafür ertönte bei diesem ersten Mal in der zweiten Halbzeit gleich wieder Torjubel. Nach einem Freistoß von rechts hatte Serdar Tasci die Lederkugel per Kopf ins Nürnberger Tornetz befördert. Doch der Stuttgarter Youngster stand klar im Abseits und so blieb es auch nach einer guten Stunde beim knappen Vorsprung für den Club.
Spätestens ab der 66. Minute mussten die Gastgeber dann jedoch um eben diesen knappen Vorsprung ernsthaft fürchten. Andreas Wolf sah nach wiederholtem Foulspiel von Schiedsrichter Jochen Drees die gelb-rote Karte. Trainer Dieter Hecking reagierte sofort und brachte Innenverteidiger Dominic Maroh für Mittelfeldmann Ilkay Gündogan. Doch auch in Überzahl taten sich die Gäste schwer und brachten nur selten Linie in ihr Spiel. Im Gegenteil: In der 73. Minute hatte der Club die große Möglichkeit das Spiel vorzuentscheiden. Mehmet Ekici stand auf halbrechter Position völlig frei, schlenzte seinen Schuss jedoch an den Außenpfosten des Stuttgarter Gehäuses. Auch in Unterzahl war die Mannschaft von Dieter Hecking in dieser Phase des Spiels das dominierende Team auf dem Platz. Bei Stuttgart schien der rote Faden gerissen und so kam der Ausgleich in der 85. Minute fast so etwas wie aus dem Nichts. Zdravko Kuzmanovic hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt und den Ball scharf und flach nach innen gegeben. Dort stand Cacau genau richtig und hatte aus wenigen Metern keine Mühe, den Ball an Raphael „Magneto“ Schäfer vorbeizubringen.
Der späte Ausgleich schien die Hoffnungen der Clubberer auf den ersten Dreier der Saison zerstört zu haben, doch während die meisten Clubfans wohl sogar noch das 1:2 befürchteten, zeigten die zehn Nürnberger unter Flutlicht Moral. In der Nachspielzeit vertändelt der früh eingewechselte Mauro Camoranesi im Angriff den Ball. Julian Schieber läuft los, zieht zunächst zwei Stuttgarter auf sich und scheint dann sogar einen Moment zu lange mit seinem Pass zu warten. Zwei mitgelaufene Nürnberger stehen bereits im Abseits, als Schieber den heranstürmenden Javier Pinola sieht und den Argentinier mit einem mustergültigen Pass bedient. Pinola läuft allein auf VfB-Keeper Sven Ulreich zu und macht seine Sache eiskalt. Er guckt den Keeper aus und erzielt in der 91. Minute des Siegtreffer für den Club.
Durch die drei Punkte verbessert sich der Club in der Tabelle mit ausgeglichenem Konto von einem Sieg, drei Unentschieden und einer Niederlage bei 6 Punkten und 5:5 Toren auf Platz 12. Am kommenden Samstag können die Männer von Dieter Hecking ihre kleine Serie von nunmehr drei Spielen ohne Niederlage um 15.30 Uhr bei Eintracht Frankfurt ausbauen.