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Fußball-Bundesliga 2009/2010, Relegation (Rückspiel)
[Sonntag, 16.05.2010] FC Augsburg – 1.FC Nürnberg 0:2 (0:1)

Der 1.FC Nürnberg hat auch das Rückspiel der Bundesliga-Relegation gegen den FC Augsburg gewonnen und bleibt somit auch in der Saison 2010/2011 erstklassig. In einer recht einseitigen Partie behielten die Männer von Trainer Dieter Hecking die Oberhand und gewannen in der impuls-Arena mit 2:0 (1:0). Nach dem knappen 1:0-Sieg im Hinspiel in Nürnberg gewinnt der Club die Relegation damit insgesamt mit 3:0.
Der Bundesliga-Sechzehnte  war mit gemischten Gefühlen nach Augsburg gereist. Auf der einen Seite war die Dominanz im Hinspiel gegen den FCA zwar sehr viel größer als es das knappe Ergebnis von 1:0 aussagte, doch auf der anderen Seite beendeten die Augsburger die abgelaufene Zweitliga-Saison mit beeindruckender Heimbilanz. In 17 Spielen gab es nur eine einzige Niederlage und dementsprechend heiß würde der Tanz werden, der den 1.FC Nürnberg in der Fuggerstadt erwarten sollte. Soweit jedenfalls die Ankündigungen.
Auf dem Spielfeld bot sich dem Zuschauer dann ein ganz anderes Bild. Die Gäste aus Nürnberg machten durch sicheres Auftreten von der ersten Spielminute an klar, wer der Bundesligist in der impuls-Arena ist. Der FC Augsburg hingegen agierte unsicher und vorsichtig und ohne jeden zwingenden Zug zum Nürnberger Tor. Der Eindruck, die Augsburger müssten einen Rückstand aus dem Hinspiel aufholen, entstand nie. Der Club stand sicher in der Abwehr und setzte nach vorne kleinere Nadelstiche, während Augsburgs Sturmspitzen blass blieben. Allen voran Michael Thurk, der zwar in der zweiten Bundesliga durchaus die ein oder andere Bude macht, gegen gut stehende Abwehrformationen jedoch selten ein Mittel findet und seinem Frust dann auf andere Art und Weise freien Lauf lässt. So geschehen in der 16. Minute, als der Augsburger Stürmer nach einem Ellenbogenschlag gegen Dominic Maroh eigentlich mit der roten Karte hätte vom Platz fliegen müssen.
Torchancen suchte man auf beiden Seiten in der ersten halben Stunde vergeblich. Augsburg konnte nicht und der Club wollte offensichtlich noch nicht so richtig. Auch in der 34. Minute sah es nicht unbedingt nach einem zwingenden Angriff der fränkischen Gäste aus, als Albert Bunjaku im Mittelfeld den Ball quer auf Ilkay Gündogan spielte. Der Youngster jedoch nahm sich ein Herz und zog aus 25 Metern einfach mal ab. Begünstigt durch die Tatsache, dass der im Hinspiel so stark aufspielende FCA-Keeper Simon Jentzsch den Schuss erst sehr spät sehen konnte, zappelte die Lederkugel schließlich im unteren Toreck. Der Club führte 1:0 und die Gastgeber aus der zweiten Bundesliga hätten nun bereits drei Tore erzielen müssen, um in der nächsten Saison in der Eliteklasse des deutschen Fußballs antreten zu dürfen.
Vor der Halbzeit ließen die in schwarz gekleideten Nürnberger jedoch nichts mehr zu. Gündogan hatte durch seinen Sonntagsschuss  ein Ausrufezeichen gesetzt und den Gastgebern fiel bis zum Pausenpfiff nichts mehr ein, um dieses Ausrufezeichen verblassen zu lassen. Im Gegenteil – mit zunehmender Spieldauer in Abschnitt zwei erhöhte sich beim Zweitligisten der Frustlevel und der erste, der schließlich nicht mehr an sich halten konnte, war Ibrahima Traore in der 56. Minute. Nach einer Tätlichkeit gegen den unermüdlichen Wühler Juri Judt sah der Mittelfeldmann von Schiedsrichter Manuel Gräfe verdienterweise die rote Karte. Augsburg in Unterzahl – der Club in Führung… was sollte da noch schief gehen?… fragte man sich dann jedenfalls spätestens ab der 63. Minute. Uwe Möhrle hatte Eric-Maxim Choupo-Moting im Strafraum zu Fall gebracht. Und konnte Simon Jentzsch im Hinspiel noch einen schwach geschossenen Elfmeter von Albert Bunjaku abwehren, hatte der Keeper gegen den strammen Schuss von Choupo-Moting dieses Mal keine Chance. Es stand 2:0 in Augsburg und damit war der Drops gelutscht. Der Rest war auslaufen und jubelnde Fangesänge aus dem Nürnberger Block. Der Club sicherte sich durch den vierten Sieg im vierten Relegationsspiel der Vereinsgeschichte den inoffiziellen Titel des „Relegationsrekordmeisters“.