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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 33. Spieltag
[Samstag, 01.05.10] Hamburger SV – 1.FC Nürnberg 4:0 (3:0)

Nun also doch: Der Club taumelt nach einem blutleeren Auftritt beim Hamburger SV endgültig wieder in Richtung Liga zwei. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking präsentierte sich im fremden Stadion chancenlos gegen einen HSV, der keine 48 Stunden zuvor im Halbfinale der EuropaLeague noch einen kräfteraubenden Auftritt in Fulham absolviert hat.
Von dieser Belastung war den Hamburgern jedoch leider wenig anzumerken. Zu wenig wurden die Hansestädter von ihrem Gästeteam gefordert. Der FCN wirkte wie ein sicherer Absteiger und wird in der Form vom Samstag auch im alles entscheidenen Spiel am kommenden Wochenende gegen Köln keine Chance haben. Zweikämpfe wurden nicht angenommen, Laufduelle klar verloren und Pässe landeten in vielen Fällen selbst unbedrängt beim Gegner – von einem Kampf gegen den Abstieg war bei den Männern in rot-schwarz wenig zu sehen. Selbst das Toreschießen wurde den Gastgebern denkbar einfach gemacht. Der sonst so sichere Raphael Schäfer half den Gastgebern dieses Mal ordentlich mit – und fiel in der neunten Minute eher wie eine Bahnschranke um – und nicht wie ein Torwart der ersten Fußball-Bundesliga. Hatte der FCN-Keeper nur eine Minute vorher gegen einen freitstehenden Markus Berg noch hervorragend geklärt, ließ Schäfer nun den Schuss von Jonathan Pitroipa auf eher unkonventionelle Art und Weise zum 1:0 für den HSV passieren. Piotr Torchowski hatte den Ball in den Nürnberger Strafraum gespielt, Pitroipa ins kurze Ecke abgezogen.
In der zwölften Minute täuschten die Clubberer dann für einen Spielzug vor, sie würden sich gegen die Niederlage stemmen. Javier Pinola hatte die Lederkugel steil in den Hamburger Strafraum gepasst. Dort zog Albert Bunjaku seinen Schuss aus vollem Lauf jedoch knapp am langen Hamburger Eck vorbei. Es sollte die einzige Chance für den Club in der ersten Halbzeit bleiben.
Statt dessen treffen die Hamburger schon in der 19. Minute wieder auf der anderen Seite: Mladen Petric steht nach Pass von Guy Demel von der Grundlinie genau im Zentrum des FCN-Strafraums und hat keine Mühe, den Ball in den Maschen unterzubringen. Die Abwehr des FCN präsentierte sich als Hühnerhaufen, in dem jegliche Abstimmung und jeglicher Kampfgeist fehlte.
Entschieden war das Spiel schließlich nach 25 Minuten. Piotr Trochowski flankt den Ball aus dem rechten Halbfeld butterweich an den zweiten Pfosten, wo Mladen Petric erneut genau richtig steht und nur sechs Minuten nach seinem Treffer zum 2:0 nun per Kopf auch zum 3:0 trifft.
Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Der Club präsentierte sich in den verbleibenen 65 Minuten in desolatem Zustand und ließ nie auch nur das Gefühl aufkommen, man könne in Hamburg noch etwas reissen. Im Gegenteil: Gegen befreit aufspielende Hamburger musste man als Clubfan noch Angst ums eigene Torverhältnis bekommen, denn die Manschaft von Interimtrainer Ricardo Moniz machte wenig Anstalten, gnädig mit dem Gast aus Nürnberg umzugehen. Trainer Dieter Hecking sah dies offensichtlich auch und brachte schon nach 34 Minuten für den offensiven Ilkay Gündogan die defensive HSV-Leihgabe Mickael Tavares.
Am Spiel des Clubs änderte die Auswechselung indes wenig und so ging man in Hamburg mit einem klaren Ergebnis in die Pause. Das eindeutige Bild auf dem grünen Rasen blieb jedoch auch nach dem Seitenwechsel. Nürnberg bemühte sich, hatte jedoch keine Ideen, während der HSV den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen ließ und keine Mühe hatte, den Gegner in Schach zu halten. Es dauerte so bis zur 70. Minute ehe der Club noch einmal gefährlich in Richtung HSV-Tor kam – bezeichnenderweise mit einem Fernschuss. Dennis Diekmeyer nagelt einen Freistoß aus 30 Metern in Richtung Frank Rost. Der Keeper kann jedoch abwehren und zur Ecke klären, die dann wiederum nichts einbringt.
Der HSV konnte das mit der Gefährlichkeit auch im zweiten Durchgang besser und so kam auch Ruud van Nistelrooy schließlich noch zu seinem Treffer. In der 73. Minute tanzt der Niederländer die gesamte Club-Abwehr aus, läßt mehrere rotschwarze Beine ins Leere abwehren und zieht den Ball schließlich aus kurzer Distanz an Raphael Schäfer vorbei zum 4:0.
In der 80. Minute versucht es der Club dann noch einmal und kommt durch Marcel Risse zur besten Gelegenheit des Spiels. Der Youngster zieht aus 13 Metern ab und zwingt Frank Rost zu einer Glanztat. Der Rest war Auslaufen auf niedrigem Niveau und am Ende drei hochverdiente Punkte für den Hamburger Sport-Verein. Der Club ist durch die vierte Niederlage in Folge und dem gelichzeitigen 6:1-Sieg von Hannover 96 über Borussia Mönchengladbach nun wieder auf den Relegationsplatz 16 abgerutscht. Am nächsten Wochenende spielen Bochum (17.) und Hannover (15.) gegeneinander, während der Club zu Hause gegen den 1.FC Köln spielt.