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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 32. Spieltag
[Samstag, 24.04.10] 1.FC Nürnberg – Bor. Dortmund 2:3 (1:1)

Der 1.FC Nürnberg tritt im Kampf um den Klassenerhalt weiter auf der Stelle und verliert zu Hause gegen Borussia Dortmund vor allem aufgrund fehlender Cleverness. Zwar bleibt der Club auch nach dem 32. Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz, doch bei zwei noch ausstehenden Spielen wird die Luft für die Mannschaft von Dieter Hecking immer dünner.
Bei fast sommerlichen Temperaturen im ausverkauften Max-Morlock-Stadion brauchten beide Mannschaften auf dem grünen Rasen eine längere Anlaufphase, ehe sie ins Spiel fanden. Der Club erspielte sich zwar leichte Feldvorteile, doch zu zu echten Torraumszenen kam es auf beiden Seiten nicht. Bezeichnend dafür die Statistik nach 25 Minuten: Bei 60 Prozent Ballbesitz für den Club stand es sowohl nach Ecken als auch nach Torschüssen jeweils 2:2. Und wie es dann im Abstiegskampf eben so ist: Die erste echte Torchance des Spiels führte dann gleich zu einem Treffer für die Gäste aus Dortmund. Von der rechten Grundlinie hatte es in der 27. Minute einen Freistoß für den BVB gegeben. Nuri Sahin hob den Ball an den zweiten Pfosten, wo Lucas Barios aus kurzer Distanz nur den Kopf hinzuhalten braucht, um zum 0:1 einzunicken.
Der FCN rannte also wieder mal einem Rückstand hinterher, wurde jedoch nach kürzester Zeit bereits belohnt. In der 30. Minute wird Mike Frantz durch einen Pass aus dem Mittelfeld bestens bedient. Der Youngster lässt Neven Subotic aussteigen und zieht den Ball ins rechte untere Eck – der Ausgleich.
Beide Mannschaft erhöhten nun das Tempo und vor allem dem Heimteam von Dieter Hecking merkte man an, dass sie noch vor der Pause möglichst in Führung gehen will. Doch sowohl Eric Maxim Choupo-Moting in der 36. Minute als auch Albert Bunjaku in der 38. Minute scheiterten bei ihren Möglichkeiten. Während Choupo-Moting eine scharfe Hereingabe von Albert Bunjaku nur um Zentimeter verfehlte, scheiterte der Schweizer nur wenige Minuten später mit einem Kopfball aus rund 10 Metern an Gästekeeper Roman Weidenfeller.
Also ging es mit einem 1:1-Unentschieden in die Pause und nach dem Seitenwechsel erhöhte der Club den Druck weiter. Dortmund blieb durch Konter stets gefährlich und hatte in der 55. Minute die erste Großchance in der zweiten Hälfte. Nach einem Eckball kommt Neven Subotic am langen Pfosten aus sieben Metern unbedrängt zum Kopfball. Raphael Schäfer taucht jedoch rechtzeitig ab und kann den Ball festhalten.
Chancenlos ist Schäfer dagegen in der 62. Minute. Nuri Sahin hatte Lucas Barrios steil in Richtung Nürnberger Tor geschickt. Der Torjäger machte sich allein auf und schob den Ball aus elf Metern kaltschnäuzig an Keeper Schäfer vorbei zum 1:2 ins Netz.
Natürlich musste FCN-Trainer Dieter Hecking nun reagieren und so kamen in der 69. Minute Marcel Risse und Isaac Boakye ins Spiel. Für Mickael Tavares und Eric Maxim Choupo-Moting war der Arbeitstag beendet. Auf einen Ruck im Nürnberger Spiel wartete man nach den beiden Auswechselungen jedoch vergebens. Die Dortmunder Gäste standen sicher in der eigenen Abwehr und ließen nur wenig zu, während dem Club wie schon vor Wochenfrist in Freiburg die zündenden Ideen fehlten. So kam es schließlich wie es fast kommen musste: In der 78. Minute schloss die Borussia erneut einen Konter mit einem Treffer ab. Zunächst scheiterte Nuri Sahin noch aus kurzer Distanz an Raphael Schäfer, doch dann war der Mann des Tages wieder zur Stelle. Zwar scheiterte auch Lucas Barrios zunächst am FCN-Keeper, konnte im Nachsetzen den Ball dann aber doch noch über die Torlinie drücken.
Gute zehn Minuten vor dem Schluss schien die dritte Club-Niederlage in Folge besiegelt, doch es spricht für die Moral der Clubberer, dass sie in der 84. Minute noch einmal ran kamen. Der kurz zuvor für Mike Frantz eingewechselte Christian Eigler nahm den Ball auf Strafraumhöhe mit der Brust an und hämmerte die Lederkugel unhaltbar ins lange Eck. Es stand nur noch 2:3 und wie ein Mann stand das Max-Morlock-Stadion nun hinter den Clubberern. Geholfen hat es indes nichts. Der Club bemühte sich in den Schlussminuten vergeblich um den Ausgleich und musste die dritte Niederlage in Folge letztlich doch hinnehmen.
Borussia Dortmund qualifizierte sich durch den Sieg in Nürnberg für die EuropaLeague im kommenden Jahr. Für den Club bleibt es im Schneckenrennen des Abstiegskampfes weiter sehr eng. Zwar verloren am Samstag bzw. bereits am Freitag sämtliche Konkurrenten ihre Spiele ebenfalls, so dass der 1.FC Nürnberg am Samstagabend weiterhin auf Platz 14 der Tabelle stand, doch gewannen die Freiburger am Sonntag ihr Spiel gegen den VfL Wolfsburg, so dass es am Ende des Wochenendes Platz 15 für den Club heißt. Gegenüber dem VfL Bochum auf Relegationsplatz 16 spricht allein das bessere Torverhältnis für die Franken. Zu Hannover 96 auf Platz 17 der Tabelle ist es lediglich ein Punkt Vorsprung. Hannover und Bochum treffen am letzten Spieltag der Saison noch aufeinander. Endgültig abgestiegen dürfte hingegen die Hertha aus Berlin auf Platz 18 sein. Nach der Heimniederlage gegen Schalke 04 durch ein Tor in der 87. Minute beträgt der Rückstand der Hauptstädter auf das rettende Ufer zwei Spieltage vor Schluss nun fünf Punkte. Die alte Dame Hertha müsste also ihre beiden restlichen Spiele in Leverkusen und gegen die Bayern gewinnen, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben.