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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 31. Spieltag
[Samstag, 17.04.10] SC Freiburg – 1.FC Nürnberg 2:1 (1:0)

Mit der zweiten Niederlage in Folge hat sich der 1.FC Nürnberg wieder mitten in den Abstiegskampf manövriert und wird nun bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen müssen. Mit einer über weite Strecken unterirdischen Leistung erwies sich der Club im Spiel beim SC Freiburg als Aufbaugegner für den direkten Mitkonkurrenten aus dem Breisgau.
Das Unglück in Freiburg nahm bereits früh seinen Lauf. Schon in der ersten Minuten setzten die Gastgeber ein erstes Ausrufezeichen. Mohamadou Idrissou tanzt Dennis Diekmeyer aus und kommt aus nur zehn Metern frei zum Schuss. Raphael Schäfer hat seine liebe Mühe, den Ball festzuhalten. In der vierten Minute ist der FCN-Keeper dann ohne Chance. Nach einem Freiburger Freistoß aus 45 Metern kommt der Ball hoch in den Club-Strafraum. Dort steigt Dominic Maroh am höchsten und köpft den Ball unhaltbar ins eigene Netz.
Der frühe Vorsprung passte den Freiburgern natürlich hervorragend ins Konzept, konnte der Vorletzte der Bundesliga sich doch nun tief in die eigene Hälfte zurückziehen und auf eine Reaktion vom Club warten. Diese Reaktion indes ließ in der ersten Halbzeit vergeblich auf sich warten. Statt dessen wirkten die Breisgauuer ballsicherer und zweikampfstärker und erspielten sich in den ersten 45 Minuten noch weitere Chance den Vorsprung sogar auszubauen. In der 23. Minute hatte Papiss Demba Cissé die größte Chance. An seinen Drehschuss ins lange Eck kommt Raphael Schäfer gerade so mit den Fingerspitzen noch dran und kann Schlimmeres verhindern.
Kuriosum am Rande: Freiburg führt, hat die besseren Chancen, doch der Club hat zu diesem Zeitpunkt des Spiels 76 Prozent Ballbesitz. Letzte Chance in der ersten Halbzeit: Cedric Makiadi legt sich den Ball in der 41. Minute mit der Brust vor, geht an Andreas Ottl vorbei und sucht dann aus kurzer Distanz den Abschluss. Der Schuss des Freiburgers streicht jedoch am Clubtor vorbei und so bleibt es zunächst bei der knappen Führung der Gastgeber. Der Club hatte 45 Minuten vergeblich versucht, ins Spiel zu kommen und zeigte vor allem in der Spieleröffnung Schwächen. Immer wieder wurde der Ball hoch und lang in die dicht gestaffelte Freiburger Abwehr geschlagen und so hatte das Team von Robin Dutt wenig Mühe, die ideenlosen Angriffe der Gäste früh zu entschärfen.
Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich an diesem Bild nur wenig. Freiburg steht tief und wartet geduldig auf Konter, während der 1.FC Nürnberg ratlos wirkt, wie er das Abwehrbollwerk der Gastgeber knacken soll. Die erste Chance des zweiten Durchgangs geht demnach folgerichtig wieder an die Breisgauer. Idrissou, Johannes Flum und Cissé spielen mit direkten Pässen die gesamte fränkische Abwehr schwindelig und scheitern letztlich nur am herausstürmenden Raphael Schäfer, der den Winkel für Cissé schließlich geschickt verkürzt. Der Freiburger Stürmer setzt seinen Abschluss in der 52. Minute ans Nürnberger Außennetz.
Die erste wirklich große Torchance für den Gäste von der Noris ergibt sich schließlich in der 56. Minute. Andreas Ottl schickt Albert Bunjaku steil. Der Schweizer bringt den Ball auch am Freiburger Keeper Simon Pouplin vorbei, legt sich die Lederkugel letztlich jedoch einen Tick zu weit vor.
Nach genau einer Stunde Spielzeit dann der Jubel auf der anderen Seite. Andreas Wolf schläft im Zentrum der Abwehr, so dass Cissé den Ball mit langem Bein nicht nur am Nürnberger Kapitän, sondern auch an Keeper Schäfer vorbei spitzeln kann. Das Tor zum 2:0 ist ein Sinnbild für das ganze Spiel. Der Club schläft und spielt Schlafwagenfußball, während der SC Freiburg offensichtlich begriffen hat, worum es geht und hellwach auf Chancen lauert. Da half es dann auch wenig, dass man ja wusste, dass der Sportclub aus Freiburg besonders in den letzten 30 Minuten anfällig ist für Gegentore. 25 Gegentreffer hatten die Breisgauer vor dem Clubspiel in der letzten Spielhalbestunde hinnehmen müssen. Gegen den Club sah es lange Zeit nicht so aus, dass die Gefahr eines Gegentreffers noch bestand.
Mehr oder weniger aus heiterem Himmel dann doch noch Hoffnung bei den Clubberern. In der 79. Minute heißt es plötzlich nur noch 1:2. Nach einer Ecke von der rechten Seite springt Dominic Maroh am kurzen Pfosten am höchsten und platziert seinen Kopfball im linken langen Eck. Der Eigentorschütze aus den Anfangsminuten hatte also seinen eigenen Faux-Pax wieder ausgeglichen, doch zu Punkten sollte es für den FCN trotzdem nicht reichen. Bis in die Nachspielzeit dauerte es, ehe der Club endlich zu weiteren Torchancen kam. Zwei Freistöße aus jeweils durchaus aussichtsreicher Position brachten jedoch nicht den gewünschten Erfolg.
Der 1.FC Nürnberg bleibt also im Abstiegskampf bei 28 Punkten stehen und ist nun punktgleich mit dem SC Freiburg, der durch den Sieg auf Relegationsplatz 16 kletterte. Auch der VfL Bochum auf Platz 15 hat 28 Punkte, der Club bleibt jedoch aufgrund des besten Torverhältnisses auf Platz 14. Neuer Tabellenvorletzter ist nach dem 31. Spieltag nun Hannover 96. Die Niedersachsen gingen bei Bayern München mit 0:7 unter.
Dem Club bleiben nun noch drei Spiele, um die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Das Restprogramm mit Spielen gegen Bor. Dortmund und beim Hamburger SV ist dabei alles andere als einfach.