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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 28. Spieltag
[Samstag, 27.03.10] Werder Bremen – 1.FC Nürnberg 4:2 (3:0)

Jubelnde Clubfans im Bumerang in Berlin, doch am Ende wurde die Aufholjagd des Clubs in Bremen leider nicht belohnt. Nach einer grottenschlechten ersten Halbzeit zeigten die Männer von Trainer Dieter Hecking Moral und erkämpften sich an der Weser beinahe noch einen Punkt.
Dabei begann das Spiel in Bremen mit einem echten Paukenschlag und bereits nach 38 Sekunden zappelte der Ball das erste Mal im Nürnberger Tor. Mesut Özil hatte den ersten Eckball des Spiels von der linken Seite in den Nürnberger Torraum geschlagen. Dort stieg Abwehrrecke Per Mertesacker am höchsten und brachte die Lederkugel mit einem wuchtigen Kopfball im Gästetor unter. Ein früher Schock für die zuvor in fünf Spielen ungeschlagenen Franken, von dem sie sich zunächst erholen konnten. Werder schaltete und waltete wie es wollte, während die rot-schwarzen Clubberer wie Statisten Ball und Gegner hinterherliefen. Ein zweiter Gegentreffer schien nur eine Frage der Zeit und fiel dann letztlich in der 20. Minute. Duplizität der Ereignisse: Nach einer Ecke war es erneut Per Mertesacker, der per Kopf einnetzte.
Als Clubfan konnte einem zu diesem Zeitpunkt Angst und Bange werden. Zu sehr erinnerte der Auftritt der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking an die letzten Partien der Vorrunde, als der Club sich stets nach frühen Rückständen wehrlos dem Schicksal einer Niederlage ergeben hatte. Auf echte Torgefahr wartete man auf Nürnberger Seite vergeblich. Andreas Wolf in der 29. Minute und Andreas Ottl in der 35. Minute hatten zwar spät im Spiel so etwas wie die ersten Torchancen für den Club, scheiterten jedoch beide am gut aufgelegten Bremer Ersatzkeeper Sebastian Mielitz, der für den verletzten Stammkeeper Tim Wiese zwischen den Pfosten stand.
In der 37. Minute erhöhte Werder Bremen dann sogar auf 3:0. Tim Borowski traf nach einem Ausrutscher von Andreas Wolf mit einem Flachschuss und sorgte noch vor der Pause für klare Verhältnisse.
Die Ansprache, die Dieter Hecking während der Halbzeitpause an seine Mannschaft gerichtet haben muss, zeigte dann in Abschnitt zwei erfreulich schnell Wirkung. Juri Judt hatte sich in der 47. Minute auf der rechten Seite bestens durchgesetzt, zog bis zur Torauslinie und von dort den Ball in den Rücken der Bremer Abwehr. Auf Höhe des Elfmeterpunkts stand Mike Frantz genau richtig, drehte sich in Gerd Müller-Manier mit dem Ball um die eigene Achse und ließ Bremens Keeper Mielitz keine Abwehrmöglichkeit. Der Club war endlich wach und sah, dass trotz des klaren Rückstands noch was gehen konnte. Die Gäste übernahmen die Kontrolle im Weserstadion und drückten nun auf weitere Treffer. Die grün-weißen Gastgeber hatten sich offensichtlich ein wenig zu sicher gefühlt und wussten nun nicht so recht, wie ihnen geschah.
Erneut belohnt wurde das bessere Spiel des FCN in der 64. Minute. Schiedsrichter Markus Schmidt deutete nach klarem Handspiel in der Bremer Hintermannschaft zu recht auf den Elfmeterpunkt. Eric-Maxim Choupo-Moting legte sich die Lederkugel auf den Punkt und brachte den Club mit sicher verwandeltem Elfmeter mit 2:3 wieder ran. Das Spiel, das zur Halbzeit bereits entschieden schien, war nun wieder offen und auf dem grünen Rasen entwickelte sich eine hochspannende Bundesliga-Partie. Werder Bremen war nun bemüht, den Abstand wieder zu vergrößern, scheiterte aber immer wieder an der nun gut gestaffelten Nürnberger Hintermannschaft. Vor allem Juri Judt und Dennis Diekmeyer kurbelten jedoch auch immer wieder gefährliche Clubvorstöße an. Chancen und Möglichkeiten gab es nun auf beiden Seiten und Trainer Dieter Hecking setzte auch mit seinen Auswechselungen nun deutlich die Zeichen auf Sturm. Albert Bunjaku (nach überstandener Verletzung), Thomas Broich und Angelos Charisteas kamen für Mike Frantz, Andreas Ottl und Ilkay Gündogan ins Spiel.
Acht Minuten vor Schluss dezemierten sich die Bremer dann selbst. Thorsten Frings hatte im Mittelfeld in einem Zweikampf zu sehr die Ellenbogen eingesetzt und sah von Schiedsrichter Markus Schmidt die rote Karte. Eine harte Entscheidung, denn auch wenn die Ellenbogen durchaus im Einsatz waren, hätte es eine gelbe Karte in diesem Falle sicher auch getan.
Dem Club brachte die zahlenmäßige Überlegenheit von der 82. Minute jedoch wenig ein. Zwar wurde in den letzten Minuten Angriff um Angriff in Richtung Werder-Tor vorgetragen, doch letztlich lief man leider ins offene Messer. In der Nachspielzeit war Raphael Schäfer bei einem Eckball für den Club mit nach vorne geeilt, konnte jedoch im Bremer Strafraum nichts ausrichten. Im Gegenteil: Die Werder-Profis behielten in der hektischen Schlussphase den Überblick und starteten nach der Ecke einen überlegten Konter in Richtung leeres FCN-Tor. Clemens Fritz brachte den Ball schließlich im leeren Gehäuse unter und sorgte in der 93. Minute für den Endstand.
Trotz der Niederlage in Bremen bleibt der Club in der Tabelle auch nach Ende des 28. Spieltags auf Nichtabstiegsplatz 15 und hat es nun nächste Woche im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 selbst in der Hand, Hannover 96 und den SC Freiburg weiter auf Abstand zu halten.