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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 26. Spieltag
[Samstag, 13.03.10] Hertha BSC Berlin – 1.FC Nürnberg 1:2 (1:0)

Danke, Club! Der 1.FC Nürnberg hat in der Heimat der Clubberer 04 Berlin mit 2:1 (0:1) gewonnen und uns somit ein unvergessliches Wochenende beschert. Hertha BSC darf nun in der kommenden Saison wahrscheinlich in der zweiten Bundesliga kicken, während der Club sich über den ersten Sieg bei den Berlinern seit 1991 freut.
Dabei hatte es lange, lange Zeit am Samstag Nachmittag gar nicht nach einem Clubsieg ausgesehen. Die gastgebende alte Dame zeigte sich von der ersten Minute hellwach und schien zeigen zu wollen, was die Stunde für den Hauptstadtfußball geschlagen hat. Die Berliner kamen besser in die Zweikämpfe und ließen den Ball durchaus ansehnlich durch die eigenen Reihen laufen. Die Gäste aus Franken wussten zunächst nicht so recht, wie ihnen geschieht. Von irgendwelchem Selbstbewusstsein eines Sieges gegen Bayer Leverkusen war nicht viel zu sehen und so hätte es schon nach elf Minuten das erste Mal im Nürnberger Kasten klingeln können. Cicero hatte Raffael steil geschickt und der Brasilianer tauchte plötzlich allein vor dem herausstürmenden Raphael Schäfer auf. Schäfer kam jedoch zu spät und so musste der für den verletzten Breno in die Anfangsformation gerückte Dominik Maroh in höchster Not auf der Linie klären. Nur fünf Minuten später hatte Theofanis Gekas den Führungstreffer für die Hertha erneut auf dem Fuß. Nach einer Ecke kommt der Grieche aus wenigen Metern frei zum Schuss, nagelt den Ball jedoch an den Pfosten.
Weiter geht es fast im Minutentakt in Richtung Nürnberger Tor. Die Mannschaft von Dieter Hecking fand kaum Zeit, Luft zu holen und ohne Torhüter Raphael „Magneto“ Schäfer hätte es nach einer halben Stunde gut und gerne Drei oder Vier zu Null stehen können.
So dauerte es dann schließlich immerhin 37 Minuten, ehe er der Ball im Clubnetz zappelte. Nach einer Ecke von rechts landete die Lederkugel zunächst bei Cicero, der aus kurzer Entfernung erneut an Schäfer scheiterte. Der Grieche Gekas stand jedoch genau richtig und konnte den Abpraller dann doch zur hochverdienten Führung für die Hertha im Tor unterbringen. Als Clubfan konnte man zu diesem Zeitpunkt nur bangen: Hoffentlich wachen die da unten in den roten Trikots bald mal auf.
Mit der knappen Berliner Führung ging es in die Pause – der Club war in den ersten 45 Minuten nur ein einziges Mal gefährlich vor das Tor der Gastgeber gekommen, doch Ilkay Gündogan hatte in der 42. Minute knapp verpasst.
Dies änderte sich dann zum Glück aus Nürnberger Sicht in der zweiten Halbzeit. Die Mannschaft war nun offensiver eingestellt und traute sich vor allem auch endlich etwas zu. Dennis Diekmeyer zog in der 57. Minute aus 30 Metern einfach mal ab und prüfte, ob Jaroslav Drobny im Berliner Tor noch wach war.
Als die Nürnberger Kurve gerade den „kleinen Bub“ singt, gibt es Eckball für den Club von der linken Seite. Marcel Rissel bringt den Ball hoch hinein, Hertha-Abwehrspieler Arne Friedrich schläft und so kann Albert Bunjaku in der 61. Minute völlig unbedrängt zum Ausgleich einköpfen. Für den Schweizer war es der 12. Saisontreffer und er ist damit zu diesem Zeitpunkt für jedes zweite Clubtor verantwortlich. Und der Nationalspieler von Ottmar Hitzfeld wollte mehr: In der 79. Minute traf er nach einem ansonsten mustergültigen Konter jedoch nur den Pfosten.
Das Spiel war nun ausgeglichen und beide Mannschaften hatten mehrere Möglichkeiten, den zweiten Treffer zu erzielen. Während der Club jedoch mehrmals daran scheiterte, dass er die sich ihm bietenden Konter nicht sauber genug ausspielte, waren es bei der Hertha vor allem die Abschlüsse kurz vor dem Tor, die immer wieder große Mängel aufzeigten. Die größte Chance auf Hauptstadt-Seite vergab Arthur Wichniarek in der 82. Minute, als er einen Kopfball aus drei Metern Entfernung ungefähr fünf Meter über das FCN-Tor setzte.
Was dann kam, ist der Traum eines jeden Auswärtstrainers. Während die Heimmanschaft wie blind auf das Gästetor anrennt, um den benötigten Heimsieg noch einzufahren, ergibt sich plötzlich die alles entscheidende Konterchance. Sechs Herthaner verfallen in der zweiten Minute der Nachspielzeit auf Höhe der Mittellinie in kollektiven Tiefschlaf. Mike Frantz reagiert am schnellsten und schickt Ilkay Gündogan auf die Reise. Der Jugend-Nationalspieler bleibt cool, schiebt den Ball genau im richtigen Moment zum mitgelaufenen Angelos Charisteas und der Grieche erzielt endlich sein erstes Saisontor. Der Rest war Jubel!
Wie wichtig dieses Tor letztlich gewesen ist, zeigte sich beim Blick auf die anderen Ergebnisse. Zeitgleich hatte Hannover die Eintracht aus Frankfurt geschlagen und genau wie der Club den zweiten Sieg in Folge holen können. Durch das späte Siegtor bleibt der Club mit einem Punkt Vorsprung auf die Niedersachsen auf Nichtabstiegsplatz 15 und kann diesen in der nächsten Woche durch einen Heimerfolg gegen zuletzt schwächelnde Hoffenheimer aus eigener Kraft halten.