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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 25. Spieltag
[Sonntag, 07.03.10] 1.FC Nürnberg – Bayer Leverkusen 3:2 (2:0)

In einem kampfbetonten und teilweise hochklassigen Spiel hat der 1.FC Nürnberg am 25. Spieltag Bayer 04 Leverkusen die erste Saison-Niederlage beigebracht und verdient mit 3:2 (2:0) die drei Punkte zu Hause behalten. Der Sieg wurde durch die schwere Verletzung von Breno jedoch teuer erkauft. Der vom FC Bayern München ausgeliehene Verteidiger zog sich einen Kreuzbandriss zu und wird wohl nicht mehr für den Club auflaufen, da er im Sommer zu seinem Stammverein zurückkehrt.
Die Nürnberger mussten im Angriff ohne den gesperrten Schweizer Nationalstürmer Albert Bunjaku antreten und so war die spannende Frage: Wer soll für den Shooting-Star die Tore beim Club schießen? Dieter Hecking gab die Antwort, indem er Maxim Choupo-Moting als einzigen echten Stürmer aufbot, dahinter jedoch eine ganze Reihe offensiver Mittelfeldaktuere. Neu in die Startelf rückte Marcel Risse, der von Bayer Leverkusen zur Zeit an die Noris ausgeliehen ist. In der Abwehr kehrte Breno in die Anfangsformation zurück, musste jedoch nach 32 Minuten vom Platz getragen werden. Ausgerechnet der in der letzten Saison noch beim Club gefeierte Stefan Reinartz erwischte den Brasilianer bei einem Foulspiel unglücklig und sorgte dafür, dass die Saison für den Innenverteidiger beendet ist.
Zuvor hatte sich im Max-Morlock-Stadion ein Spiel entwickelt, welches vor allem durch die Gastgeber geprägt wurde. Der Club hatte den Kampf von der ersten Minute angenommen und kombinierte darüber hinaus sogar teilweise recht ansehnlich. Auch die erste Chance des Spiels entwickelte sich nach einer solchen Pass-Kombination. Über fünf Stationen wurde der Ball durch die Leverkusener Spielhälfte gespielt und plötzlich tauchte Marcel Risse in der 18. Minute frei vor Gästekeeper René Adler auf. Der Nationaltorhüter war geistig jedoch auf der Höhe, kam aus dem Kasten und ließ Risse aus letztlich spitzem Winkel keine Einschussmöglichkeit.
Nur zwei Minuten hatte Mickael Tavares die nächste gute Chance des Spiels. Aus rund 20 Metern zieht die Leihgabe vom Hamburger SV einfach mal ab und schlenzt den Ball mit einem Kunstschuss nur knapp am langen Eck des Leverkusener Tores vorbei.
Bayer Leverkusen hat zu dieser Phase zwar mehr Ballbesitz, muss jedoch bis zur 24. Minute auf eine echte Torchance warten. Toni Kroos war in Richtung Club-Strafraum gestartet, legte sich den Ball letztlich jedoch einen Tick zu weit vor.
Nach einer halben Stunde dann das Foul von Stefan Reinartz. Der Jugend-Nationalspieler sieht nach dem Foul an Breno die gelbe Karte. Für den verletzten Innenverteidiger aus Brasilien kommt Dominik Maroh ins Spiel.
Nürnberg lässt sich durch die Verletzung von Breno nicht beirren, spielt weiter mutig nach vorne und nimmt die Zweikämpfe gegen die spielstarken Leverkusener an. In der 42. Minute darf dann endlich gejubelt werden. Mike Frantz setzt sich nach einem hohen Ball im Kopfballduell gegen Gonzalo Castro durch und verlängert den Ball zu Choupo-Moting. Der Youngster in Clubreihen nimmt den Ball im Stile eines Klassemannes mit der Brust an, lässt Sami Hyypiä und Manuel Friedrich aussteigen und schiebt die Lederkugel schließlich aus knapp 10 Metern zum 1:0 ins Leverkusener Tor.
Die Freude bei einem Großteil der rund 40.000 Zuschauer war natürlich groß, doch es sollte sogar noch vor der Pause noch besser werden. Dennis Diekmeyer setzte auf der rechten Seite zum Sturmlauf an, passte dann genau im richtigen Moment auf den dieses Mal sträflich frei stehenden Choupo-Moting und der 21-Jährige hatte aus rund 15 Metern in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit keinerlei Mühe, zum zweiten Mal an diesem Nachmittag zu treffen.
Nach der Pause änderte sich auf dem grünen Rasen wenig. Leverkusen kontrollierte des Ball im Mittelfeld, verlor jedoch in der Bewegung nach vorne zu viele Bälle, um wirklich gefährlich sein zu können. Anders die Clubberer: Die Männer in rot-schwarz brauchten zehn Minuten nach Wiederanpfiff nicht einmal eine richtige Torchance, um zum 3:0 zu kommen. Mickael Tavares war nach einer Ecke nicht gedeckt worden, traf den Ball fast ein wenig unglücklich, machte ihn so aber zu einem echten Problem für Leverkusens Keeper Adler.
Nach weniger als einer Stunde stand es in Nürnberg also 3:0 für den Club. Das Stadion feierte bereits und auch die Mannschaft schien der Meinung, dass dieser Vorsprung nun schon irgendwie halten würde. Leverkusen war jedoch ganz und gar nicht davon überzeugt und schaltete nun zum ersten Mal an diesem Nachmittag ein paar Gänge hoch. In der 66. Minute wurde die Mannschaft von Jupp Heynckes dann bereits zum ersten Mal belohnt. Castro spielte den Ball flach in den Nürnberger Strafraum und dort ist der Ex-Clubberer Stefan Kießling genau an der richtigen Stelle, um seinen 14. Saisontreffer zu erzielen.
Doch statt nun auf das 4:1 zu drängen, zogen sich die Männer von Dieter Hecking noch weiter zurück und ließen Leverkusen weiter kommen. In der 73. Minute sind sich dann Dennis Diekmeyer und Andreas Wolf mitten im eigenen Strafraum nicht einig und legen dem eingewechselten Patrick Helmes die Lederkugel unfreiwillig direkt vor die Füße. Es steht nur noch 3:2 und so mancher Clubfan starrte nun schon mit leeren Augen und blassem Teint in Richtung Spielfeld.
Letztlich begriffen die Nürnberger jedoch, dass sie wohl noch ein wenig Arbeit investieren mussten, um die drei Punkte einzufahren. Zwar stand man auch in der letzten Viertelstunde noch recht tief, versuchte jedoch wenigstens Konter in Torerfolge umzumünzen und gewann in der Deckung zunehmende Sicherheit. Leverkusen fehlte in den letzten Minuten die zündende Idee und so blieb es schließlich beim knappen 3:2-Erfolg für die Hausherren.
Der 1.FC Nürnberg klettert damit das erste Mal seit November letzten Jahres über den Strich und reist als Tabellenfünfzehnter nächste Woche nach Berlin zum Schlusslicht Hertha BSC. Leverkusen hat den Sprung an die Tabellenspitze zwar verpasst und blieb auf Rang drei des Klassements, stellte jedoch mit zuvor 24 Spielen ohne Niederlage einen neuen Startrekord in der Bundesliga-Histore auf.