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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Na, da ist er doch endlich: Der Punkt, mit dem Niemand gerechnet hat. Die Überraschung, mit der vorher selbst der kühnste Clubfan nicht gerechnet hat. Ein Punkt gegen die großen Bauern. Ein Punkt gegen die Übermannschaft, die mit der Empfehlung von neun Siegen in Folge ins Max-Morlock-Stadion gekommen ist.
Aber halt: War das Unentschieden gegen die Bauern wirklich so eine Überraschung? Ist es nicht vielmehr so, dass der Club in dieser Saison immer dann die Punkte holt, wenn nicht wirklich jemand damit rechnet? Wie war das in der Hinrunde beim 0:0 in Stuttgart, wie war es vor allem beim 3:2-Sieg in Wolfsburg? Und überhaupt: Lässt man die Pleitenserie zum Ende der Hinrunde einmal beiseite – gegen wen hat der Club denn meist gut gespielt und gekämpft und am Ende oft unglücklich verloren?
Gegen die Kellerkinder der Liga jedenfalls ging es meist richtig in die Hose. Man erinnere sich an Heimspiel gegen Bochum oder Freiburg oder an die Pleite in Köln. Offensichtlich ist es doch so, dass der Club die volle Kapazität seiner Leistungsfähigkeit nur gegen Mannschaften abrufen kann gegen die er vom Papier her von vornherein keine Chance hat.
DER DISORDER sagt dazu: Falsche Taktik! Irgendwas läuft da verkehrt. Statt gegen die direkten Konkurrenten zu kämpfen bis das Blut im Fußballschuh steht, sammelt man Punkte gegen Gegner, die selbst an ihren schlechtesten Tagen maximal ein Unentschieden erlauben. Mit Punkteteilungen bleibt man jedoch nicht in der Liga – da hilft es auch nicht, wenn man am Ende der Saison eins der wenigen Teams ist, dass gegen die Bauern nicht zweimal verloren hat.
Bei aller Freude über den Punktgewinn gegen die Bauern: Lieber Club, was her muss, sind Siege. Siege gegen die direkten Konkurrenten. Siege gegen Mannschaften, die ebenfalls in der unteren Tabellenhälfte stehen. Ein Sieg in Bochum nächste Woche, ein Sieg bei der Hertha (Spree-Schande) im Auswärtsspiel danach. Die Hausaufgaben müssen gemacht werden – erst dann wird ein Punkt gegen die Bauern zu einer Kür, die man auch genießen kann.