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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

So macht Fußball keinen Spaß. Und so wird der Club trotz aller Anstrengungen die Liga nicht halten können. Wenn man nämlich gegen elf Gegner spielen muss und dann der Schiedsrichter noch als Hindernis dazu kommt, haben alle Kampfansagen keinen Sinn. Wundern sich die Herren beim Deutschen Fußballbund eigentlich noch, wenn es von den Rängen schallt: „Fußball-Mafia DFB“?
Jeder Einzelne im Borussenpark hat am Freitag das Foul von Karim Matmour an Clubkeeper Raphael Schäfer gesehen, welches dem 2:1 für Mönchengladbach voraus ging. Jeder Einzelne – bis auf die entscheidende Person. Nun gut, auch Schiedsrichter Florian Meyer ist ein Mensch und Menschen machen Fehler und da kann so etwas schon mal passieren. Schließlich hat sein Assistent an der Linie das Foul ja offensichtlich auch nicht gesehen.
Doch gerade deshalb drängt sich die Frage auf, ob es noch zeitgemäß ist, ein Geschäft, welches jedes Wochenende mehrere Millionen Euro umsetzt, von drei fehlbaren Menschen entscheiden zu lassen. Denn ohne den Spruch mit der Saison und den Ausgleich über eine ganze Spielzeit jetzt strapazieren zu wollen: Die technischen Möglichkeiten wären doch da. Und – Ironie des Business – überall sonst werden sie mit Hingabe genutzt. Das fängt doch schon an mit der Wissenschaft, mit der zu jeder Fußball-WM ein neuer Ball entwickelt wird, der die Torhüter vor immer neue Probleme stellt. Das geht weiter mit irgendwelchen Statistik-Datenbanken, die man nicht nur über das Fernsehen dauernd ertragen muss, sondern auch von den Trainerstäben oft bis ins kleinste Detail ausgewertet werden. Und nicht zuletzt die Fortschritte im medizinischen Bereich: Bedeutete früher ein Bänderriss eine Spielpause von mindestens sechs Wochen, stehen die Spieler heute oft schon nach einer Woche wieder auf dem Trainingsplatz.
Technischer Fortschritt also, wohin man schaut. Nur im Zentrum des Spiels – dort, wo es hart auf hart zugeht, wo eine einzige Entscheidung einen Verein im Falle des Abstiegs Millionen von Euro kosten kann – dort im Zentrum des Spiels steht noch immer ein Trio, welches seine Entscheidungen ausschließlich mit Hilfe von Trillerpfeife und Fähnchen treffen muss.
Fußball ist ein konservativer Sport – anders ist es bei aller zur Schau gestellten Weltoffenheit der Herren vom DFB nicht zu erklären, warum die Schiedsrichter das Headset zur Kommunikation untereinander noch immer als neuesten Schrei der Technik ansehen müssen. Was spricht eigentlich gegen den Videobeweis? Im Eishockey und American Football wird er seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Fans hat das mitnichten gekostet. Im Gegenteil – bieten die Minuten, in denen der Schiedsrichter die Fernsehbilder studiert doch meist noch zusätzliche Spannung.
DER DISORDER ist ratlos: Haben die Herren der FIFA und des DFB eigentlich immer noch nicht kapiert, dass man in der Pause, in der der Schiedsrichter seine Entscheidung überdenkt im Fernsehen wunderbar Werbung schalten kann?