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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 22. Spieltag
[Freitag, 12.02.10] Bor. Mönchengladbach – 1.FC Nürnberg 2:1 (1:0)

Borussia Mönchengladbach hat im Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga den Club mit 2:1 besiegt. Die Niederrheiner benötigten für den knappen Sieg die tatkräfitge Mithilfe von Schiedsrichter Florian Meyer, der beim zweiten Treffer der Hausherren beide Augen fest verschlossen haben musste.
Bei Minustemperaturen im Borussenpark begannen beide Mannschaften zunächst sehr abwartend. Das Geschehen auf dem Rasen spielte sich größtenteils im Mittelfeld ab und beide Teams schafften es zunächst nicht, sich echte Torchancen heraus zu arbeiten. Der Club präsentierte sich im Gegensatz zum Auftritt vor knapper Wochenfrist gegen Stuttgart harmlos und ängstlich. Kaum ein Ball kam an und sämtliche Aktionen waren zunächst von übergroßer Vorsicht geprägt. Anscheinend hatte die Devise von Clubtrainer Dieter Hecking in erster Linie geheißen, Tore zu verhindern. Nach vorne ging jedenfalls nicht viel bis gar nichts, doch so lange zumindest hinten die Null noch stand, zeigten sich die etwa 1200 mitgereisten Clubfans geduldig und zufrieden.
Die Null stand jedoch nur gute 27 Minuten. Dann machte sich Marco Reus nach einem langen Ball aus der Mönchengladbacher Hintermannschaft plötzlich völlig allein in Richtung Clubtor auf. Torhüter Raphael Schäfer machte seine Sache im Grunde sehr gut, indem er den auf sich zustürmenden Gladbacher geschickt in Richtung Außenlinie drängte. Gegen den flachen Ball fast von der Torauslinie konnte dann jedoch auch der Nürnberger Keeper nichts mehr machen – und normalerweise hätte in dieser Situation auch nichts mehr passieren dürfen. Schäfer hatte Reus weit genug nach außen gedrängt, dass diesem nur noch der flache Ball nach innen blieb. Und dort warteten Javier Pinola und Andreas Wolf auf der eigenen Torlinie inzwischen auf die Hereingabe. Nach dem Motto „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ vergaßen die Abwehrspieler des Clubs jedoch, auf den Ball zu gehen und so war letztlich Roberto Collauti der lachende Dritte. Der Gladbacher Stürmer musste nur den Fuß hinhalten, um die Lederkugel zwischen zwei selten blöd aussehenden Club-Abwehrspielern über die Linie zu drücken.
Mit dem knappen Rückstand ging es dann später auch in die Pause. Der Club hatte sich in den verbleibenden fünfzehn Minuten der ersten Halbzeit nicht mehr von dem Gegentreffer erholt und präsentierte sich insgesamt in der ersten Halbzeit viel zu harmlos.
Im zweiten Durchgang schickte Dieter Hecking mit dem Anpfiff zwei neue Spieler auf das Feld: Marcel Risse und Mike Frantz kamen für Christian Eigler und Marek Mintal. Die beiden Youngsters machten ihre Sache ausgezeichnet, denn plötzlich war Zug im Nürnberger Spiel. Ganze zwei Minuten dauerte es, ehe der Ball im Mönchengladbacher Tornetz zappelte. Nach einem hohen Freistoß in die Mitte reagierte Albert Bunjaku aus kurzer Distanz am schnellsten und brachte den Ball über die Torlinie. Für den Schweizer war es bereits das elfte Saisontor.
Mit dem Rückenwind des Ausgleichs bekam der Club nun sowohl Ball als auch Gegner immer besser in den Griff. Von der Borussia kam nun kaum noch etwas und man konnte den Eindruck gewinnen, dass die Mannschaft von Michael Frontzeck froh gewesen wäre, wenn sie das Unentschieden über die Zeit gerettet hätte.
Nachdem in der 73. Minute Angelos Charisteas im Strafraum der Borussen zu Fall gebracht worden war und es eigentlich hätte Elfmeter für die Gäste geben müssen, musste Borussen-Trainer Frontzeck reagieren. Zu überlegen waren die Gäste inzwischen und die Führung der Franken schien nur noch ein Frage der Zeit. Michael Frontzeck wechselte Rob Friend ein und der Kanadier war nur wenige Sekunden später Nutznießer eines weiteren kapitalen Fehlers von Schiedsrichter Florian Meyer. Karim Matmour hatte FCN-Keeper Raphael Schäfer im Fünfmeterraum regelwidrig angesprungen – der Pfiff blieb jedoch aus und so konnte Rob Friend in der 75. Minute zum äußerst umstrittenen 2:1 treffen.
Von diesem Schock erholte sich das Team von Dieter Hecking nicht mehr. Wenn man im Tabellenkeller steckt und dann noch gegen Gegner UND Schiedsrichter spielen muss, wird es schwer, die Klasse zu halten. Am kommenden Samstag erwartet der Club die Bauern.