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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Wie sich die Dinge manchmal gleichen: Zum zweiten Mal in dieser Saison waren die Clubberer 04 Berlin in größerer Gruppe mit dem Zug bei einem Auswärtsspiel unseres Clubs. Zum zweiten Mal war das Auswärtsspiel in Niedersachsen. Zum zweiten Mal fuhren wir mit dem InterCity, der von Berlin nach Amsterdam fährt – und auf seiner Fahrt sowohl in Wolfsburg, als auch in Hannover hält.
Das Schönste an der ganzen Sache ist jedoch natürlich: Zum zweiten Mal hat der Club in dieser Saison auswärts gewonnen!
Ein Omen? Eine Verpflichtung? Oder doch nur reiner Zufall?
Es mag im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich klingen, doch DER DISORDER hofft inständig, dass der Auswärtssieg in Hannover am Samstag ein reiner Zufall war – begünstigt durch das Können unserer Mannschaft. Diese Hoffnung auf den reinen Zufall begründet sich ganz einfach schon auf die Tatsache, dass es in dieser Saison kein weiteres Auswärtsspiel geben wird, welches wir mit dem InterCity nach Amsterdam erreichen können. Und die Hoffnung auf den reinen Zufall stützt sich auch die Tatsache, dass DER DISORDER liebend gerne darauf verzichten kann, dass auf den Sieg in der niedersächsischen Landeshauptstadt nun in den kommenden Wochen das selbe Trauerspiel folgt wie nach dem Sieg in der VW-Stadt. Nein, lieber Club, DER DISORDER kann darauf verzichten, nun wieder fünf Klatschen am Stück ertragen zu müssen. Viel lieber hätte er nun das, was er sich auch nach dem Triumph beim noch immer aktuellen Deutschen Meister schon gewünscht hatte: Nämlich, dass der Auswärtssieg zu einer Art Befreiungsschlag wird. Dass sich die Mannschaft daran erinnert, dass es Zeiten gab, in denen man den VfB Stuttgart mit 4:1 aus dem Max-Morlock-Stadion gejagt hat, dass sie sich daran erinnert, dass man auch in Bochum mit 2:0 gewinnen kann. Und vor allem, dass sich die Mannschaft daran erinnert, dass diese beiden Siege gerade mal drei Jahre her sind und in der Saison 2006/2007 zum besten Rückrundenauftakt seit DISORDERGEDENKEN geführt haben.
Reißt Euch zusammen, liebe Clubberer! Fahrt einfach mal wieder zwei oder drei Siege in Folge ein. Zeigt den anderen Mannschaften am südlichen Ende der Tabelle, dass im Abstiegskampf mit Euch zu rechnen ist. Zeigt uns Fans, dass der Sieg in Hannover dieses Mal keine Eintagsfliege war und nur deshalb zustande kam, weil die 96er die Hertha der Rückrunde sind und sein werden.
Denn gerade Letzteres ist zugegeben die größte Angst des DISORDERS. Durch den Club schon durch alle Höhen und Tiefen geschickt, hat DER DISORDER an diesem Montag nach dem Erfolg plötzlich das ungute Gefühl, endgültig traumatisiert zu sein. Denn liest man die ersten Zeilen dieses Kommentars, folgt der Freude über den Sieg nicht etwa die Euphorie und Gewissheit, dass es für den Rest der Saison nun in Drei-Punkte-Schritten ins gesicherte Mittelfeld geht, sondern es folgt die Angst. Die Angst vor einer erneuten Niederlagenserie. Die Angst, am Ende doch noch von der Hertha (Spree-Schande) eingeholt zu werden. Die Angst, dass Hannover am Samstag alles andere als ein bundesligatauglicher Gegner war. Die Angst, dass der Sieg in Hannover der letzte Sieg in dieser Saison war.
Also, lieber Club: Du hast mich in dieser Saison schon so oft enttäuscht. Tu mir bitte den Gefallen und enttäusche am nächsten Wochenende einfach all meine Befürchtungen.