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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Manchmal kann einem beim Club schon so etwas wie ein Deja-Vu-Gefühl beschleichen. Hatte man im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auf den ersten Sieg der Rückrunde gehofft, steht man als Clubfan auch am Montag nach dem Spiel noch ziemlich ernüchtert da. Es hat wieder nicht zum Sieg gereicht – und auch, wenn die Mannschaft von Neu-Trainer Dieter Hecking zumindest das erste Mal nach fünf Spielen nicht verloren hat, bleibt das dumpfe Gefühl, dass die Punkteteilung gegen die Gäste aus Hessen den Club nicht wirklich voran gebracht hat. Dabei könnte man als hoffnungsloser Optimist durchaus positive Dinge aus dem Spiel gegen die Eintracht ziehen. Nicht nur, dass man nach fünf Niederlagen in Folge endlich mal wieder nicht verloren hat – nein, auch das erste Tor seit fünf Spielen haben die Männer in rot-schwarz erzielt. Christian Eiglers Treffer in der xx. Minute war – die Älteren unter uns werden sich erinnern – der erste Clubtreffer seit jenem euphorisch machenden 3:2-Siegtreffer von Peer Kluge in der Nachspielzeit in Wolfsburg. Ganz ehrlich: Wenn mir damals jemand gesagt hätte, was nach dem überraschenden Auswärtssieg beim deutschen Meister folgen würde, ich hätte mich in Wolfsburg mit einem Unentschieden zufrieden gegeben.
Nun ist sie also durchbrochen, die Niederlagenserie. Der Club hat auch in der letzten Minute gegen Frankfurt kein Gegentor mehr kassiert und betrachtet man die Partie vom Samstag in Gänze, war das Unentschieden sicherlich durchaus gerecht. Also: Alles gut? Der Aufwärtstrend von Schalke bestätigt und endlich auch in Punkte umgemünzt?
Mitnichten: Denn bei allen positiven Aspekten, die ein hoffnungsloser Optimist aus der Partei vom Samstag ziehen mag, dem Realist mag vor allem aufgefallen sein, dass man bei den Gästen aus Frankfurt nie den Eindruck hatte, sie müssten an ihre Grenzen gehen, um den Punkt aus Nürnberg zu entführen. In echte Bedrängnis jedenfalls kam die Mannschaft von Michael Skibbe zu keiner Minute des Spiels. Ein Powerplay des FCN zum Ende des Spiels? Der unbedingte Wille, die drei Punkte doch noch einzufahren? Drang nach vorne, um das 1:1 noch zu einem 2:1 zu machen? Fehlanzeige!
Die Mannschaft von Dieter Hecking schien Angst zu haben vor der eigenen Courage, verfuhr nach dem Motto des Spatzen in der Hand und verzichtete auf den Beginn eines Höhenfluges mit der Taube auf dem Dach.
Für Außenstehende ohne genaue Einblick in die Mannschaft bleibt am Ende also ein fader Beigeschmack, bleibt die Frage nach dem Warum. Konnten oder wollten die Männer in Rot-schwarz nicht? Oder durften sie vielleicht sogar gar nicht, weil ein Dieter Hecking in seiner Nicht-Abstiegsrechnung gegen Frankfurt nur mit einem Unentschieden kalkuliert hat?
Zugegeben – das Ganze ist nun etwas auf die Spitze getrieben. Kein Trainer der Welt würde freiwillig auf einen Sieg seiner Mannschaft verzichten, wenn die Möglichkeit dazu bestünde. Trotzdem bleibt eben genau diese Frage: Wie lange war gegen Eintracht Frankfurt ein Sieg möglich und ab wann musste man mit dem Unentschieden letztlich noch zufrieden sein?
Eine genaue Antwort auf die Frage wird in den unterschiedlichen Augen der unterschiedlichen Betrachter je nach Tendenz zum hoffnungslosen Optimisten oder zum Realisten mit Sicherheit unterschiedlich ausfallen. DER DISORDER jedenfalls hatte das Gefühl, dass die Männer von Dieter Hecking am Samstag entschieden zu früh einen oder zwei Gänge zurück geschaltet haben. Dass die Spieler mit dem FCN-Logo auf dem Trikot zu früh auf den einen Punkt schielten, der ihnen die Sicherheit geben sollte bis zum Ende der Saison nicht nur noch Niederlagen einzufahren.
Schlucken wir den faden Beigeschmack also runter, hoffen wir, dass die Entscheidung der Zurückschaltens bewusst getätigt wurde und nicht nur aufgrund mangelnden Könnens zustand kam und schauen wir voraus. Denn eins – und darüber dürften sich alle Beteiligten ausnahmsweise mal einig sein – ist sicher: In Hannover nächste Woche reicht ein Unentschieden nicht.