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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 16. Spieltag
[Samstag, 12.12.09] 1.FC Nürnberg – Hamburger SV 0:4 (0:0)

Die erste Halbzeit ganz ok – die zweite Halbzeit: siehe Dortmund. So oder so ähnlich könnte man das Debakel des Clubs am 16. Spieltag vor heimischen Publikum gegen den Hamburger SV beschreiben. Der Aufsteiger aus Franken rutscht mit der klaren Heimniederlage entgültig in die Krise und ließ am Samstag im Max-Morlock-Stadion nun schon im dritten Spiel in Folge jede Bundesligatauglichkeit vermissen.
Nach zuletzt sieben Bundesliga-Spielen ohne Sieg hatte auch der Gast aus Hamburg am Samstag etwas gut zu machen, doch im Gegensatz zu den Schönrednern in den rot-schwarzen Trikots, schienen die Hansestädter die Wiedergutmachung auch von Beginn an in die Tat umsetzen zu wollen. Mladen Petric war beim HSV nach langer Verletzungspause in die Startelf zurückgekehrt und der Kroate hatte auch die erste Chance des Spiels. In der elften Minute brannte es im Nürnberger Strafraum lichterloh, als Petric nach einer scharfen Hereingabe von Marcel Jansen von der linken Seite auf Höhe des Elfmeterpunktes nur knapp am Ball vorbei rutschte.
Zu diesem Zeitpunkt des Spiels konnten die Hausherren noch mithalten, gestalteten das Spiel durchaus ausgeglichen und kamen ihrerseits in der 19. Minute zur ersten großen Torchance. Mike Frantz flankte von halbrechts in den Hamburger Strafraum, wo Christian Eigler völlig frei und nur wenige Meter vor dem Hamburger Gehäuse zum Kopfball kommt. Doch der Nürnberger Stürmer, der nur gegen F**** trifft, setzt seinen Kopfstoß zu zentral an, so dass HSV-Keeper Frank Rost klären kann.
Vier Minuten später noch eine gute Möglichkeit für den Hamburger SV. In der 23. Minute rutscht dieses Mal Marcel Jansen im Nürnberger Strafraum an der guten Hereingabe von halblinks vorbei. Vor allem aufgrund der mangelnden Chancenauswertung auf beiden Seiten, geht es schließlich torlos in die Pause.
Eljero Elia sorgte nach Wiederanpfiff dann jedoch dafür, dass es nicht lange beim 0:0 blieb. Der Niederländer wird in der 47. Minute steil geschickt und bedankt sich bei der aufgerückten Nürnberger Hintermannschaft mit einem Lupfer über den herauseilenden FCN-Keeper Alexander Stephan mit dem 1:0.
Der Club lag also wieder mal hinten und zeigte nun genau das, was die Zuschauer zuletzt auch gegen Freiburg und vor allem in Dortmund schon gesehen hatten: Statt die Ärmel hoch zu krempeln und auf einen schnellen Ausgleich zu drängen, war man geschockt und hatte alle Hände voll zu tun, einen zweiten HSV-Treffer zu vermeiden. Vergebliche Liebesmüh – wie sich schon bald herausstellte. Denn während der beste Mann auf dem Platz, Marcel Jansen, in der 55. Minuten noch knapp gescheitert war, machte er es in der 60. Minute besser. 1:0-Torschütze Elia spitzelt den Ball zu Jansen und dieser erzielt aus vollem Lauf aus knapp 13 Metern unhaltbar das 2:0 für die Gäste.
Die Katastrophe nahm ihren Lauf. Michael Oenning an der Seitenlinie wirkte ratlos, wechselte in der 65. Minute zwei Mal aus (Angelos Charisteas für Mike Frantz und Eric Maxim Choupo-Moting für Marek Mintal) und kassierte zur Belohnung nur eine Minute später den dritten Treffer. Seine Mannschaft hatte inzwischen jede Gegenwehr aufgegeben und sah in der 66. Minute einfach zu, wie Tunay Torun sich den Ball auf Strafraumhöhe in aller Seelenruhe zurecht legt und die Lederkugel schließlich mit einem gezielten Schuss zum 3:0 ins Nürnberger Tor hämmert.
Wie im Training erzielten die Gäste in der 74. Minute schließlich noch das 4:0: Marcel Jansen kann den Ball unbedrängt in Richtung Nürnberger Elfmeterpunkt spielen, wo Eljero Elin nur noch den Fuß hinzuhalten braucht, um seinen zweiten Treffer im Spiel zu erzielen.
Jeder weitere Kommentar erübrigt sich und als Clubfan konnte man schon glücklich sein, dass der HSV nach dem vierten Treffer jede Ambition einstellte, auch den fünften Treffer noch zu erzielen.
Zum Abschluss der Vorrunde muss der Abstiegskandidat aus Nürnberg nächste Woche zum 1. FC Köln.