Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Es ist kaum zu glauben… gerade einmal ein Woche soll es her sein, dass DER DISORDER an selber Stelle saß und einen Montagskommentar mit den Worten „Die pure Freude“ überschrieben hat? Eine einzige, kümmerliche Woche? Mir kommt es vor, als sei es Jahre her, denn leider gleicht dieser Montag mal wieder so vielen anderen Montagen in den letzten Jahren. Man sitzt da und versucht (mal wieder), Gründe für die Niederlage vom Club zu suchen. Gründe auch, warum es nur noch besser werden kann. Gründe, auch am nächsten Wochenende wieder durch die halbe Republik zu reisen, um am späten Abend mit einer Niederlage im Gepäck wieder nach Berlin zurück zu kehren.
Es hätte doch alles so schön sein können. Der Club legt endlich einmal vor, gewinnt ein Spiel, mit dem kein Mensch gerechnet hätte und legt sich selbst den Ball vor, um endlich auch in der Bundesliga mal wieder zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Das letzte Mal zwei Bundesliga-Spiele nacheinander hat der Club noch zu Zeiten von Hans Meyer gewonnen, als im Februar 2007 zuerst in Bochum mit 2:0 gewonnen wurde und in der Woche darauf Cottbus mit 1:0 nach Hause geschickt wurde. Richtig: Es waren die beiden Spiele nach dem 3:0-Sieg über die Bauern. Kann sich jemand erinnern?
Nun gut, mag man sagen, als Clubfan ist man Leid gewöhnt und irgendwie werden es die Jungs schon schaffen, am Ende der Saison über dem Strich zu stehen. Trotzdem würde DER DISORDER so manches Mal gerne ins Seelenleben eines Fußballprofis schauen können. Da hat man selbst in der Vorwoche mit 3:2 beim amtierenden deutschen Meister gewonnen und dann kommt da eine Mannschaft, die ihr letztes Spiel zu Hause mit 0:6 (!) verloren hat, und kauft den Rot-Schwarzen in den ersten Minuten der Partie derart den Schneid ab, dass die FCN-Profis keinen Fuß auf die Erde bekommen. Zu viel gefeiert, oder wie?
Und komme mir jetzt Keiner und sage: Das ist eben Fußball. Fußball ist es, wenn kein Mensch damit rechnet, wenn etwas überraschend passiert – wie vor Wochenfrist in Wolfsburg. Wenn man als Kellerkind bei Champions-League-Millionarios gewinnt. Wenn eben nicht alles seinen gewohnten Gang geht und man auch als Underdog mal von sich reden machen kann. Das ist Fußball. Alles andere ist Geschäft.
Denn letztlich ist es doch so, dass das Alles nur halb so schlimm gewesen wäre, wenn es zum ersten Mal passiert wäre. Auch die Bauern (obwohl ich solche Vergleiche sonst meide wie die Pest), haben nach überzeugenden Leistungen schon zu Hause verloren. Beim Club jedoch kommt es in einer penetranten Häufigkeit vor, dass es langsam wirklich keinen Spaß mehr macht. Wenn der SC Freiburg einen Aufbaugegner gesucht hat, im FCN hat er ihn gefunden. Wie vorher Bochum schon und Hannover.
Das wirklich Erschreckende an der Heimpleite vom Samstag ist für mich nicht die Pleite an sich, sondern die Art und Weise, wie man die Niederlage als langjähriger Clubfan vorausahnen konnte. Dunkel kann sich DER DISORDER daran erinnern, wie er noch im Siegestaumel im Wolfsburger Stadion gesagt hat: „Und nächste Woche verlieren wir dann zu Hause gegen Freiburg.“ Schön wäre gewesen, wenn er dafür seltsame Blicke geerntet hätte. Aber nein, sämtliche Clubfans, die er angesprochen hat, pflichteten ihm irgendwie bei.
Und so wäre es natürlich noch schöner gewesen, wenn DER DISORDER unrecht behalten hätte. Wenn der Club ihm das Gegenteil bewiesen hätte und Freiburg aus dem Stadion geschossen hätte. Aber nein, es kam, wie es kommen musste, und so sitzt DER DISORDER nun also wieder hier und sucht nach dem Strohhalm der Hoffnung auf bessere Zeiten. Auf Zeiten vielleicht, in denen auf eine Überraschung auch mal eine zweite Überraschung folgt. Auf Zeiten eben, in denen der Club endlich mal wieder zwei Bundesliga-Spiele nacheinander gewinnt.