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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 11. Spieltag
[Samstag, 31.10.09] 1.FC Nürnberg – Werder Bremen 2:2 (2:0)

Der 1.FC Nürnberg hat am Samstag einen Sieg gegen Werder Bremen nur um Sekunden verpasst und muss sich nach kämpferischer Leistung am Ende mit einem Unentschieden zufrieden geben. Der Bremer Aaron Hunt erzielte den Ausgleich für die Nordlichter in der dritten Minute der Nachspielzeit.
Nach der deutlichen Niederlage in Hoffenheim waren die Nürnberger gegen die seit dem ersten Spieltag ungeschlagenen Bremer sofort auf Wiedergutmachung aus und wurden dabei zunächst tatkräftig von Gästekeeper Tim Wiese unterstützt. Der Nationalkeeper machte beim Herauslaufen nach nur 120 Sekunden eine äußerst unglückliche Figur und ermöglichte Christian Eigler bereits in der zweiten Minuten die frühe Führung. Vorausgegangen war ein weiter, hoher Pass in die Sturmspitze, der die komplette Bremer Hintermannschaft im Tiefschlaf erwischte. Während Naldo und Wiese sich gegenseitig behinderten, behielt Christian Eigler die Übersicht und hatte schließlich keine Mühe, den Ball ins leere Tor einzuschieben. Für den Ex-Fürther war es der erste Saisontreffer.
Ein Auftakt nach Maß also für die Männer in rot-schwarz und dementsprechend engagiert und couragiert gingen sie weiter zu Werke und ließen den Gästen von der Weser wenig Spielraum. Die Mannschaft von Thomas Schaaf hatte erstaunliche Probleme ins Spiel zu kommen. Vor allem die Kreativabteilung um Mesut Özil und Markus Marin war in der ersten halben Stunde ein Totalausfall. Da auch die Hintermannschaft der Bremer alles andere als sattelfest stand, hätte Albert Bunjaku schon in der 12. Minute auf 2:0 erhöhen können. Dieses Mal hatte Per Mertesacker gepatzt und der Schweizer Stürmer in Reihen des FCN lief allein auf Tim Wiese zu. Wiese machte es jedoch jetzt besser und parierte den strammen Schuss von Bunjaku mit dem Fuß.
Eine Minute später dann doch das Tor auf Nürnberger Seite. Wieder stand Tim Wiese im Mittelpunkt, der einen Distanzschuss nur ins eigene Abwehrzentrum abwehren kann. Über Umwege kommt der Ball zu Albert Bunjaku, der die Lederkugel in der 13. Minute aus kurzer Distanz über die Linie bringt. Die Freude im Max-Morlock-Stadion hielt jedoch nur wenige Sekunden. Schiedsrichter Guido Winkmann, der mit der Leitung der Partie zu diesem Zeitpunkt komplett überfordert war, verwehrte dem Treffer die Anerkennung. Der Grund hierfür wird wohl ein ewiges Geheimnis des Schiedsrichters bleiben. Zwar sagte der vierte Untparteiische an der Linie, dass das Tor wegen Handspiels nicht gegeben wurde, doch selbst in der dritten Wiederholung der Fernsehbilder war ein solches nicht zu sehen. Die aberkannten, regulären Tore des 1.FC Nürnberg ziehen sich inzwischen auffallend wie ein dicker roter Faden durch die Saison.
Der Club indes ließ sich vom schwachen Schiedsrichter nicht demotivieren und spielte weiter frech auf. In der 28. Minute hätte es dann erneut fast geklingelt. Peer Kluge nimmt sich aus 22 Metern ein Herz und ballert die Lederkugel mit allem Frust einfach mal aufs Werder-Tor. Tim Wiese streckt sich vergeblich, doch der Ball klatscht leider an den Pfosten und von dort zurück ins Spiel. Mit ein bißchen Glück und ohne einen Schiedsrichter gegen sich, hätte der Club zu diesem Zeitpunkt bereits 3:0 führen können.
So aber freute man sich in der 33. Minute endlich über das 2:0. Der Club hatte Eckball von der linken Seite und in der Mitte steigt Albert Bunjaku im Getümmel am höchsten und köpft den Ball ins rechte Eck. Der Abwehrversuch von Torsten Frings, der auf der Torlinie gestanden hatte, kam eindeutig zu spät und so konnte letztlich auch der Schiedsrichter das zweite Tor für den Club nicht verhindern.
Nur eine Minute dann die erste wirkliche Torchance für Werder Bremen. Markus Rosenberg dringt in den Club-Stafraum ein, umkurvt dabei den herausstürmenden Rafael Schäfer, schiebt den Ball aus spitzem Winkel jedoch am Tor vorbei.
Es ging also mit der 2:0-Führung in die Pause und kaum waren die 22 Akteure wieder auf dem Rasen, hätte es erneut im Bremer Gehäuse klingeln können. Nach einer Ecke in der 47. Minute steht Marek Mintal am langen Pfosten völlig frei. Der Slowake zieht den Ball aufs Tor, verfehlt das 3:0 jedoch knapp.
Nürnberg machte in der zweiten Halbzeit zunächst dort weiter, wo sie im ersten Durchgang aufgehört hatten und so war es wieder Marek Mintal, der in der 52. Minute alles hätte klar machen können – klar machen müssen. Nach einem mustergültigen Konter aus der eigenen Hälfte, will Mintal den Ball am herausstürzenden Wiese vorbei schlenzen. Der Keeper kriegt mit einem Blitzreflex jedoch noch die Hand an den Ball und kann abwehren.
Das Spiel nahm nun endgültig an Fahrt auf – auch, weil die Bremer nach und nach aus ihrem Tiefschlaf erwachten und sich die ersten Chancen erspielten. Zunächst war es in der 60. Minute jedoch noch einmal Marek Mintal, der mit einem Schuß aus der Drehung aus kürzester Distanz das 3:0 auf dem Fuß hatte und erneut an den eigenen Nerven scheiterte. Im Gegenzug dann die bis dahin größte Chance für Werder Bremen. Mesut Özil setzte sich im Strafraum gegen Andreas Wolf durch und lupfte den Ball über den herausgeeilten Rafael Schäfer. Zum Glück ist Juri Judt da, der die Lederkugel deutlich vor der Linie aus der Gefahrenzone drischt.
In der 71. Minute ist es dann trotzdem so weit. Sebastian Boenisch bringt von der linken Seite eine scharfe Flanke nach innen. Dort kommt Javier Pinola, der ansonsten ein richtig gutes Spiel machte, gegen Aaron Hunt einen Schritt zu spät und so erzielt der Bremer mit einem Kopfball aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer.
Nun wurde es also noch einmal spannend im Max-Morlock-Stadion und trotzdem dauerte es bis zur 87. Minute, ehe Werder Bremen zur großen Chance auf den Ausgleich kam. Der eingewechselte Tim Borowski kommt plötzlich aus vier Metern völlig frei zum Kopfball. Rafael Schäfer steht jedoch genau richtig und kann im Nachfassen den Ball unter sich begraben. Das war nochmal gut gegangen und fast hatte man den Eindruck, dass es am Samstag Nachmittag zum knappen Sieg reichen könnte.
Dann hielt jedoch der Schiedsrichter-Assistent am Spielfeldrand die schwarze Tafel mit der roten Drei in die Luft. Man fragte sich allen Ernstes, wo der Mann diese drei Minuten Nachspielzeit her holte und wie es sich zeigen sollte, hatte das Gespann genau richtig kalkuliert, um den Bremern den Ausgleich doch noch zu ermöglichen. Nach einem hohen Ball in Richtung Club-Strafraum, gerät die Abwehr von Juri Judt zu kurz und zu zentral. Aaron Hunt stand leider wieder genau richtig, stoppte den Ball und zog ihn dann per Dropkick unhaltbar ins Nürnberger Toreck. Schiedsrichter Winkmann war zufrieden und pfiff das Spiel gar nicht erst wieder an.