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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 10. Spieltag
[Samstag, 24.10.09] TSG Hoffenheim – 1.FC Nürnberg 3:0 (2:0)

Eine Art Blaupause der Ereignisse nur mit umgekehrten Vorzeichen erlebten die Clubfans am Samstag im Spiel der TSG Hoffenheim gegen den 1. FC Nürnberg. War der Club in der Vorwoche gegen die Hertha noch mit 3:0 erfolgreich, unterlag er diese Woche mit dem selben Ergebnis beim Retortenclub vom Dorf. Auffällig war vor allem die ähnliche Torfolge mit zwei Treffern in der ersten Halbzeit und dem entscheidenen Tor dann in der zweiten Halbzeit.
Betont werden muss an dieser Stelle jedoch, dass der Club sich in Hoffenheim zumindest bis zum ersten Gegentor sehr viel besser präsentierte als die Hertha vor Wochenfrist im Max-Morlock-Stadion. Die Männer von Michael Oenning gingen mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein in die Partie und boten den favorisierten Gastgebern in den ersten dreißig Minuten die Stirn. Zweikämpfe wurden angenommen und der Aufsteiger aus Franken stellte sich keineswegs mauernd in die eigene Hälfte, sondern suchte aktiv nach Torchancen.
Javier Pinola testete Hoffenheims Keeper Timo Hildebrandt nach zehn Minuten mit einem Distanzschuss und zwang den Pokalendspiel-Verlierer von 2007 zum Nachfassen. In der 28. Minute dann ein kollektiver Aufschrei in der Gäste-Kurve. Albert Bunjaku war im Strafraum klar von den Beinen geholt worden und das ganze Stadion hatte es gesehen – nur Schiedsrichter Michael Weiner nicht. Der Polizist aus Gießen entschied auf Eckball.
Die Zuschauer sahen in der ersten halben Stunde ein ausgeglichenes Spiel zweier Mannschaften, die das Tempo hoch hielten und dem Gegner wenig Spielraum ließen. Hoffenheim musste bis zur 34. Minute warten, ehe man die erste Torchance verbuchen konnte und wie das im Fußball eben so ist: Wenn man unten drin steht, braucht der Gegner oft genau nur diese eine Torchance, um zu treffen. Nach einem Freistoß auf Höhe der Außenlinie konnte die Club-Abwehr im Zentrum zunächst noch klären. Christian Eigler drosch die Lederkugel aus der Gefahrenzone – zumindest atmeten die ersten Clubfans schon durch. Der Ball landete jedoch vor den Füßen und Christian Eichner und der traf die Lederkugel, wie er sie vielleicht alle zehn Jahre mal trifft. Der stramme Schuss aus knapp 30 Metern schlug jedenfalls unerreichbar für Raphael Schäfer im rechten Winkel des Clubtors ein.
Hoffenheim agierte nun mit Selbstbewusstsein, während der Club von der hundertprozentigen Chancenauswertung der Gastgeber geschockt war und nur vier Minuten später den nächsten Rückschlag hinnehmen musste. Marek Mintal vertendelte in der 38. Minute den Ball im Mittelfeld und plötzlich ging alles ganz schnell. Ein steiler Pass auf Vedad Ibisevic, Andreas Wolf agiert ungeschickt und kommt ins Straucheln und schon hat der Bosnier in Reihen der Hoffenheime keine Schwierigkeit zum 2:0 einzunetzen. Allein geht er auf Raphael Schäfer zu und obwohl „Magneto“ mit den Fingerspitzen noch am Ball war, schlug dieser im langen Eck ein. Es blieb also bei der hundertprozentigen Chancenauswertung für blau und die Clubberer hatten ihre wahre Mühe damit, den 0:2-Rückstand in die Pause zu retten.
Nach dem Seitenwechsel sollte zur Aufholjagd geblasen werden – die Betonung liegt auf „sollte“. Ähnlich wie der Club eine Woche zuvor gegen Hertha, spielte nun Hoffenheim routiniert sein Programm runter und kontrollierte Ball und Gegner. Wie heißt es dann so schön? Nürnberg bemüht, aber ohne jede Durchschlagskraft.
Diese Durchschlagskraft bewies in der 64. Minute dann der eingewechselte Franco Zuculini auf Seiten der Gastgeber. Mit einem trockenen Schuss ins rechte Eck sorgte der Argentinier für das 3:0. Der Drops war also gelutscht und trotzdem zeigte sich der Club auch nach der Vorentscheidung bis zum Spielende engagiert. Zählbares kam jedoch nicht mehr raus. Einzig Marek Mintal hatte in der 78. Minute noch eine Torchance, als er sich sieben Meter vor dem Hoffenheimer Tor um die eigene Achse dreht und abzieht. Sein Schuss fliegt jedoch knapp am Tor vorbei und so blieb es am Ende bei einer 0:3-Niederlage, die dem Spielverlauf entsprechend eventuell ein Tor zu hoch ausgefallen ist. Die kämpferische Einstellung beim Club hat durchaus gestimmt, spielerisch bekam man jedoch in Hoffenheim klare Grenzen aufgezeigt.