Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Fußball-Bundesliga 2009/2010, 9. Spieltag
[Samstag, 17.10.09] 1.FC Nürnberg – Hertha BSC Berlin 3:0 (2:0)

Schweizer Festspiele beim Club – und das gegen eine Mannschaft, die ihren Schweizer Trainer erst kürzlich entlassen hat. Was der Trainerwechsel beim Gast aus der Hauptstadt bewirkt hat, zeigte das Spiel am Samstag Nachmittag im Max-Morlock-Stadion: Nämlich gar nichts. Die Hertha war selbst dem Club in allen Belangen unterlegen und sollte nun nicht als Gradmesser für bessere Zeiten beim Club herangezogen werden. Dennoch gilt gerade in Richtung FCN: Auch solche Spiele muss man erst einmal gewinnen und wie gerne hätten die Fans eine ähnliche Leistung auch gegen Hannover 96 und den VfL Bochum gesehen.
Doch der Reihe nach: 38.000 Zuschauer waren im Max-Morlock-Stadion gespannt, was die eigene Mannschaft im Kellerduell der Bundesliga zustande bringen würde und die Clubfans im weiten Rund wurden von Anfang an von ihrer Mannschaft positiv überrascht. Der 1.FC Nürnberg zeigte vom Anpfiff weg eine kämpferische Einstellung und erspielte sich in den ersten Minuten einen Ballbesitz von 70 Prozent. Logische Konsequenz war die erste gute Chance schon in der sechsten Minute. Christian Eigler hatte vom Sechzehner abgezogen und Hertha-Keeper Sascha Burchert musste ein erstes Mal in höchster Not abtauchen, um den Ball aus dem Eck zu fischen.
Während der Club munter nach vorne spielte, zog sich die Hertha von Beginn an weit in die eigene Hälfte zurück und lauerte offensichtlich auf Konter. Chancen gab es jedoch ausschließlich vor dem Tor der Hauptstädter. In der 15. Minute brachte Daniel Gygax eine Ecke von rechts hoch in den Strafraum. Am langen Pfosten kam der wieder genesene Kapitän Andreas Wolf mit dem Kopf an den Ball und verfehlte das Tor nur um einen knappen Meter. Zwei Minuten später bereits die nächste Chance. Dieses Mal zog Javier Pinola bis an die Grundlinie, spielte den Ball dann scharf nach innen in Richtung Elfmeterpunkt. Dort stoppt sich Mike Frantz den Ball und zieht seinen Schuss nur hauchdünn über die Querlatte.
In der 18. Minute dann endlich der Jubel im Frankenland. Die Schweiz trifft zum Ersten. Juri Judt hatte von der rechten Seite in den Gäste-Strafraum geflankt. Von dort köpfte Mike Frantz aus etwa zehn Metern aufs Tor, doch Gästekeeper Burchert kann den Ball mit einem Reflex noch abwehren. Der Schweizer Daniel Gygax setzt jedoch entscheidend nach und schiebt die Kugel überlegt aus spitzem Winkel in die Hertha-Maschen.
Die Führung verlieh den Hausherren nun die nötige Sicherheit, die Gäste endgültig zu kontrollieren. Die Hertha ließ zu diesem Zeitpunkt alles vermissen, was eine Bundesligatauglichkeit bescheinigen würde und so konnten die FCN-Anhänger bereits in der 26. Minute wieder jubeln. Der Berliner Patrick Ebert hatte in der eigenen Abwehrhälfte äußerst unglücklich ausgesehen und verliert den Ball an Mike Frantz. Der Youngster, der eine tadellose Leistung zeigte, legt den Ball am Fünfmeterraum quer, so dass der zweite Schweizer im Nürnberger Dress, Albert Bunjaku, nur noch den Fuß hinzuhalten braucht. Für Bunjaku bereits der zweite Saisontreffer.
Die Gäste waren nun endgültig am Boden und so überraschte die Torschussbilanz nach 30 Minuten wenig. 10:0 hieß es zu diesem Zeitpunkt in der Statistik für den Club und Gästetrainer Friedhelm Funkel sah sich schließlich noch vor der Pause gezwungen, einen ersten Wechsel durchzuführen. Für Gojko Kacar kam Cesar auf den Platz. Torschancen für die Hertha in der ersten Halbzeit: Fehlanzeige.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich im Bild auf dem grünen Rasen nur wenig. Hertha BSC fehlten schlichtweg die Mittel, um den Club noch einmal in Bedrängnis zu bringen. Die Mannschaft von Michael Oenning spielte ihr Spiel geschickt herunter und wartete mit aller Seelenruhe auf Möglichkeiten, einen dritten Treffer zu erzielen und das Spiel damit zu entscheiden. Und tatsächlich wäre es in der 58. Minute schon fast so weit gewesen. Javier Pinola bediente Albert Bunjaku am Sechzehner mustergültig. Der Schweizer lässt seinen Gegenspieler Steve von Bergen mit einer Körpertäuschung stehen, setzt seinen Schuß jedoch haarscharf am linken Pfosten vorbei.
Offensichtlich hatte Bunjaku jedoch nur geübt, denn keine zwei Minuten machte er es besser. Chrisitan Eigler lässt in der 60. Minute den Ball am Hertha-Strafraum tropfen und Albert Bunjaku versenkt die Lederkugel aus 18 Metern unhaltbar ins linke untere Ecke. Der Jubel in Nürnberg ist riesig, das Spiel nach einer Stunde entschieden. Wer noch ein letztes Aufbäumen der Gäste erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Einzig eine Freistoß-Chance durch Patrick Ebert in der 73. Minute können die Hauptstädter noch verbuchen.
Der Club schaltete mit der sicheren Führung im Rücken nun einen Gang zurück, erspielte sich jedoch trotzdem noch die ein oder andere Gelegenheit, das Ergebnis noch hochzuschrauben. Am Ende blieb es jedoch beim hochverdienten 3:0 für den 1.FC Nürnberg und Gästetrainer Friedhelm Funkel analysierte nach dem Spiel in einem Interview treffend auf den Punkt: „Nürnberg hat uns vorgemacht, was man im Abstiegskampf tun muss.“
Bleibt den Clubfans nur die Hoffnung, dass die Männer von Trainer Michael Oenning dies auch in der nächsten Woche in Hoffenheim so zeigen. Denn wie oben bereits erwähnt: Ein echter Prüfstein war die Hertha in der Form vom Samstag nicht.