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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 8. Spieltag
[Samstag, 03.10.09] Bayer 04 Leverkusen – 1.FC Nürnberg 4:0 (3:0)

Der 1.FC Nürnberg hat am Samstag in Leverkusen den sportlichen Offenbarungseid geleistet und bei der Werkself des Chemiekonzerns sang- und klanglos mit 4:0 (3:0) verloren. Die Mannschaft von Trainer Michael Oenning zeigte sich in erbärmlichem Zustand und ging im Rheinland ohne eigene Torchance verdient unter.
Keine 120 Sekunden waren gespielt, ehe der Ball das erste Mal im Netz von FCN-Keeper Raphael Schäfer zappelte. Bayern-Leihgabe Toni Kroos hatte in der zweiten Spielminute einen Freistoß aus gut 25 Metern gekonnt um die Club-Mauer gezirkelt und Clubtorhüter Schäfer keine Abwehrchance gelassen. Das Spiel in der BayArena hatte also kaum begonnen und schon rannten die Nürnberger einem Rückstand hinterher. Für Raphael Schäfer war es die erste Ballberührung, als er die Lederkugel aus dem Netz holte.
Geschockt durch den frühen Rückstand fand die junge Mannschaft aus Franken nie richtig ins Spiel. Die Gastgeber aus Leverkusen kontrollierten Ball und Gegner und ließen erst in der 14. Minute eine erste Torannäherung der Gäste zu. Dario Vidosic hatte in Richtung Nationaltorhüter René Adler geköpft.
Der nächste Nackenschlag für die überforderten Gäste folgte in der 27. Minute. Gerade hatte sich im Clubspiel zumindest so etwas wie Passsicherheit eingestellt, als plötzlich der Elfmeterpfiff für Bayer Leverkusen ertönte. Jaouhar Mnari hatte den anstürmenden Toni Kroos im Strafraum von den Beinen geholt und Simon Rolfes ließ sich die Gelegenheit zum 2:0 vom Elfmeterpunkt nicht nehmen.
Mit der Sicherheit der komfortablen Führung ließen die Leverkusener auch in der Folgezeit nichts zu. Spätestens an der Strafraumgrenze der Leverkusener war Schluss mit den Nürnberger Angriffsbemühungen. Fast folgerichtig letztlich also auch noch der dritte Treffer für die Gastgeber vor der Halbzeit. Simon Rolfes hatte sich auf der linken Seite in den Club-Strafraum gedribbelt. Der Ball landete über Ex-Clubberer Stefan Kießling schließlich beim völlig frei stehenden Eren Derdiyok. Der Schweizer zog aus kurzer Entfernung ab und ließ Raphael Schäfer in der 34. Minute erneut keine Abwehrmöglichkeit.
Das Spiel war nach einer guten halben Stunde also bereits entschieden und so ging es für die Nürnberger mit 3:0-Rückstand in die Pause. Die Bemühungen der Oenning-Schützlinge in der zweiten Halbzeit wenigstens noch Ergebniskorrektur zu betreiben, erstickten in erschreckender Harmlosigkeit. Bayer Leverkusen behielt stets die Kontrolle über das Geschehen auf dem grünen Rasen und ließ auch in den zweiten 45 Minuten nicht eine einzige Torchance der Gäste zu. Im Gegenteil: Kaum erhöhte die Elf von Trainer Jupp Heynckes Mitte der zweiten Hälfte für ein paar Minuten das Tempo, zappelte der Ball auch schon wieder im Netz des Aufsteigers. Stefan Kießling köpfte in der 68. Minute aus kurzer Distanz zum 4:0 ein. Der ehemalige Clubspieler zeigte nach seinem Treffer deutlich, wie sehr sein Herz noch am Ex-Verein hängt: Nämlich gar nicht. Mit ausgiebigem Jubel feierte der Stürmer den letztlich unwichtigen Treffer vor der Bayer-Kurve.
Der Rest des Spiels war Fußball zum Abgewöhnen. Nürnberg konnte nicht, Leverkusen wollte nicht mehr und so blieb es am Ende beim hochverdienten 4:0-Sieg für die Gastgeber. Durch das torlose Unentschieden der Kölner bei Bayern München rutscht der Club in der Tabelle zunächst auf Platz 17 ab, kann bei einem Heimsieg der Hertha am Sonntag zu Hause gegen den Hamburger SV zum Ende des Spieltags jedoch durchaus noch die rote Laterne übernehmen. Zweieinhalb Monate vor Weihnachten brennt beim FCN mal wieder der Baum.