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DFB-Pokal 2009/2010, 2. Hauptrunde
[Dienstag, 22.09.09] 1.FC Nürnberg – TSG Hoffenheim 0:1 (0:1)

Der DFB-Pokal wird auch im Jahre 2010 nicht nach Nürnberg zurückkehren. Wie jedes Jahr seit dem Triumph 2007 ist für den Club in der zweiten Runde Schluß mit der Doppelbelastung. Mit einer zeitweise wenig ansehnlichen Darbietung verabschiedete sich die Mannschaft von Michael Oenning am Dienstag Abend aus dem laufenden Wettbewerb.
Dabei hatte es im mit 26.041 Zuschauern nur spärlich gefülltem Max-Morlock-Stadion richtig gut begonnen. Schon nach fünf Minuten hätte Maxim Choupo-Moting nach Steilpass aus dem Mittelfeld den Club in Führung bringen können. Der FCN-Stürmer ließ seinen Gegenspieler Marvin Compper stehen, suchte sich für seinen Flachschuß dann jedoch leider die falsche Ecke aus und verfehlte das Hoffenheimer Tor. In den Folgeminuten bestimmte der Club mit hoher Konzentration das Geschehen auf dem grünen Rasen. Die Spieler von Trainer Michael Oenning wirkten geistig frischer als ihre Hoffenheimer Kollegen und erspielten sich Feldvorteile, die jedoch zu selten zu Torchancen führten. Zwei Warnschüsse von Albert Bunjaku in der neunten und 21. Minute verfehlten das Gehäuse von Gäste-Keeper Timo Hildebrandt ebenso, wie ein Freistoß aus halblinker Position von Thomas Broich in der 28. Minute.
Nach einer guten halben Stunde des Abwartens, legten die Gäste dann jedoch einen Zahn zu und brachten die Club-Abwehr prompt in Schwierigkeiten. Die blau gekleideten Hoffenheimer ließen Ball und Gegner nun laufen und wurden in der 35. Minute schnell belohnt. Nach einer Ecke von Eduardo stieg Per Nilsson in der Mitte am höchsten und traf per Kopfball zum 1:0 für die Gäste. Der Club zeigte sich zutiefst geschockt und brachte im kurzen Rest der ersten Halbzeit nichts mehr zustande. Wer jedoch darauf gehofft hatte, dass sich dies mit Anpfiff des zweiten Durchgangs bessern würde oder wer gar einen auf den Ausgleich stürmenden Club erwartet hatte, sah sich schnell enttäuscht. Hoffenheim übernahm in den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit sofort wieder das Zepter und kombinierte wie zu besten Zeiten durch die Slalomstangen, die sich Club-Abwehr nannten. Mehrere Male brannte es im Nürnberger Strafraum zwischen der 50. und 60. Minute lichterloh und ohne Feuerwehrmann Raphael „Magneto“ Schäfer hätte es nach einer Stunde bereits Drei oder Vier zu Null für die Gäste stehen können.
Erst als sich die Hoffenheimer Angriffsbemühungen wieder beruhigten, keimte bei den Clubfans so etwas wie Hoffnung auf, dass man durch ein Glückstor doch noch den Ausgleich schaffen könnte. Doch selbst so ein Glückstor muss man sich erarbeiten und dazu fehlten der jungen Mannschaft mit dem FCN-Logo aus der Brust an diesem Abend die Mittel. Kaum ein Pass kam beim Mitspieler an, kaum eine Idee brachte die Gäste-Abwehr in Verlegenheit. Hoffenheim hatte Spiel und Gegner stets im Griff und lief nur selten Gefahr, den knappen Vorsprung noch zu verspielen. Einzige Chance (wenn man es so nennen will) für die Clubberer in der zweiten Halbzeit, war eine Hereingabe von Choupo-Moting in der 59. Minute, die der heranstürmende Dennis Diekmeyer jedoch knapp verpasste.
Erst in der Schlussphase bemerkten sensible Gemüter so etwas wie ein letztes Aufbäumen beim Club. Der eingewechselte Christian Eigler hatte dabei in der 86. Minute noch die beste Gelegenheit, scheiterte jedoch in aussichtsreicher Position an seinem direkten Gegenspieler. In der Nachspielzeit stürmte bei einer letzten Ecke dann sogar Club-Kapitän Raphael Schäfer in den gegnerischen Strafraum, verhungerte dort jedoch genauso wie seine Stürmer-Kollegen in den 90 Minuten zuvor.
Es bllieb also schließlich beim hoch verdienten Sieg für die Gäste aus Hoffenheim und am Ende drängte sich vor allem die Frage danach auf, wie der Club in Zukunft Spiele gewinnen will, wenn man vorne keine Tore macht. Torchancen entstehen bei den Nürnbergern momentan eher aus Zufällen und werden dann in ihrer Seltenheit zu wenig genutzt. Die Gelegenheit, dass man es besser kann als gegen Hoffenheim gezeigt, bietet sich der Mannschaft von Michael Oenning bereits am Freitag Abend, wenn der VfL Bochum im Max-Morlock-Stadion zu Gast sein wird.