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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Ach, wie schön, wenn Fußballer manchmal recht behalten. Da hatte Rafael Schäfer noch am Freitag vor dem Mönchengladbach-Spiel in der Bild-Zeitung ein dreckiges Spiel gefordert und was bekamen nicht nur wir Zuschauer, sondern auch Rafael Schäfer, geboten? Ein Drecksspiel! Kaum mit anzusehender Kampf und Krampf ohne jede spielerische Linie.
Doch, halt: Das soll hier jetzt keine Kritik werden, sondern im Gegenteil. Offensichtlich haben die Männer vor Rafael Schäfer endlich begriffen. Über ein Drecksspiel regt man sich 90 Minuten auf den Rängen auf, schimpft und zittert und hofft und bangt. Sind die 90 Minuten jedoch vorbei, stellt sich die Freude ein. Die Freude über drei Punkte, über die ersten drei Punkte der Saison in diesem Fall. Und das Schöne daran: Diese Freude hält wesentlich länger als der 90 minütige Ärger über ein Drecksspiel. Von mir aus kann der Club bis zum Ende der Saison nur noch Drecksspiele abliefern – solange er am Ende der Spielzeit eben mit 30 Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen (die man ja nun leider nicht mehr vom Konto bekommt) die deutsche Meisterschaft 2010 einfährt.
Zurück auf dem Boden der Tatsachen muss man jedoch sagen, dass der Samstag nicht wirklich viele Erkenntnisse gebracht hat. Zwar hätte man in der Abstiegssaison vor zwei Jahren mit Sicherheit noch den späten Ausgleich kassiert, doch letztlich kann doch Niemand wirklich sagen, ob es dieses Mal am Club gelegen hat oder an der Unfähigkeit der Borussen aus Mönchengladbach, dass eben jenes 1:1 nicht gefallen ist.
Wir stehen am Anfang der Saison – auch nach fünf Spieltagen noch – und das Einzige, was man nun halbwegs sicher sagen kann, ist, dass der Club in der Bundesliga in der Tat mithalten kann. Ob dieses Mithalten am Ende der Saison jedoch reicht, steht im Moment noch in den Sternen. Was im Gegensatz zur Abstiegssaison jedoch durchaus bereits in den Köpfen der Spieler angekommen ist: Es wird ein Kampf bis zum letzten Spieltag der Saison.
Und da man – sowohl im positiven (sprich: frühzeitiger Rettung) als auch im negativem (frühzeitiger Abstieg) Sinne – nicht einmal dies wirklich voraussagen kann, will DER DISORDER an dieser Stelle auch gar nicht weiter spekulieren. Fußball ist Tagesgeschäft und zu keiner anderen Zeit der Saison gilt das mehr als zu Beginn einer Spielzeit.
Daher lässt DER DISORDER jetzt noch einmal den inneren Blick durchs Max-Morlock-Stadion schweifen und wundert sich lieber über die erstklassigen Fans in Nürnberg. 46.780 Zuschauer gegen Borussia Mönchengladbach. Dabei zählt der Verein vom Niederrhein längst nicht mehr zu den wirklich Großen im deutschen Fußball. Es kann also nicht allein am Gegner gelegen haben, dass das Haus am Samstag voll war. An den bisherigen Leistungen in den beiden Heimspielen kann es jedoch auch nicht gelegen haben – schon gar nicht an dem Zählbaren, das in den Partien gegen Schalke und Hannover rüberkam.
Woran liegt es also dann? Doch noch immer Aufstiegseuphorie? Mmmh, dann hätte das Stadion in Freiburg doch auch ausverkauft sein müssen… Oder ist die volle Hütte am Ende noch immer dem Pokalsieg zu verdanken? Vielleicht ist es ja von Allem ein bißchen und vielleicht war letztlich sogar das gute Wetter Schuld daran.
Eigentlich ist es jedoch auch egal. Was zählt, sind die Leute die im Stadion sind – egal, aus welchem Grund. Und der liebe Fußballgott weiß sehr gut, welch trostlose Kulissen wir alle im Max-Morlock-Stadion schon miterlebt haben.
Daher an dieser Stelle einfach nur mal ein freudiges Grinsen: Über drei Punkte, dessen Entstehung schon am nächsten Samstag keinen Menschen mehr interessiert und über ein volles Haus mit bester Stimmung. Von mir aus kann es einfach so weitergehen.