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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 4. Spieltag
[Samstag, 29.08.09] VfB Stuttgart – 1.FC Nürnberg 0:0 (0:0)

Eine Woche nach dem fußballerischen Offenbarungseid im Heimspiel gegen Hannover 96 hat der Club mit einer starken Leistung in Stuttgart Wiedergutmachung betrieben und verdientermaßen einen Punkt aus dem Schwabenland entführt. Mit neuem Spielsystem und Angelos Charisteas als einziger Spitze hatte FCN-Trainer Michael Oenning auf die schwache Vorstellung gegen Hannover reagiert und mit ein wenig Glück wären als Belohnung sogar drei Punkte möglich gewesen. Den Spielern in Rot-Schwarz merkte man von der ersten Minute an, dass sie die Heimniederlage vom vorigen Wochenende möglichst schnell vergessen machen wollten.
Neu in der Startelf waren Havard Nodtveit, Marcel Risse und Dario Vidosic, die ihre Aufgaben wie das gesamte Team mehr als ordentlich verrichteten. Die erste Chance verbuchten demnach auch die Gäste. In der elften Minute war Marcel Risse auf der rechten Außenseite gestartet und hatte den Ball von der Grundlinie ins Sturmzentrum gespielt. Dort zog Dario Vidosic ab, doch VfB-Oldie Jens Lehmann tauchte ab und konnte den Ball halten. Die Franken standen tief und machten es den Stuttgartern von der ersten Minute schwer, ins Spiel zu kommen. Die Zweikämpfe wurden angenommen und der Ball lief erstaunlich sicher durch die Nürnberger Reihen.
So dauerte es bis zur 20. Minute, ehe die Schwaben das erste Mal gefährlich vor dem Clubtor auftauchten. Jan Simak hatte einen Freistoß aus halbrechter Position in den Strafraum geschlagen. Rafael Schäfer behielt bei aller Verwirrung im Nürnberger Fünf-Meter-Raum jedoch die Übersicht und schnappte sich das runde Leder. Im Gegenzug setzte sich der unermüdlich rackernde Angelos Charisteas gegen seinen Gegenspieler durch, passte dann in den Strafraum, wo Jens Lehmann und Arthur Boka mit vereinten Kräften retten mussten.
Nur fünf Minuten später die nächste Großchance für den Club. Peer Kluge bringt einen Freistoß in die Sturmmitte, wo sich Angelos Charisteas im Kopfballduell gegen Georg Niedermeier durchsetzen kann. Der Ball landet jedoch knapp neben dem Stuttgarter Gehäuse. Zu dieser Zeit hat der FCN Ball und Gegner sicher unter Kontrolle und der neutrale Zuschauer konnte sich fragen, welches der beiden Teams denn die Heimmannschaft sei.
Kurz vor der Pause noch eine große Chance für den Club. Marcel Risse hatte in der 41. Minute flach in den Sechzehner gepasst, wo Marek Mintal den Ball direkt aufs Tor ballert. Die Hand von Abwehrspieler Boka verhinderte Schlimmeres für die Schwaben – und zwar durchaus fragwürdig, ob unabsichtlich.
Es blieb also beim 0:0 zur Pause und das erste Mal in der neuen Saison musste der Club in der zweiten Halbzeit keinem 0:1-Rückstand hinterherrennen. Wer jedoch nun erwartete, dass die Hausherren mit dem roten Brustring nach der Pause aufdrehen würden, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Wieder lag die erste Chance des Spielabschnitts auf Clubseite. Nach herrlichem Pass von Peer Kluge startet plötzlich Javier Pinola allein in Richtung VfB-Tor. Der Argentinier wird jedoch zurück gepfiffen, weil er angeblich im Abseits stand. Die Fernsehbilder beweisen das Gegenteil, doch der Abseitspfiff passt in die insgesamt schwache Leistung des Schiedsrichters Babak Rafati.
Also musste der Club weiter arbeiten und blieb durch Konter stets gefährlich. In der 61. Minute setzt sich Dario Vidosic in unmittelbarer Tornähe gleich gegen drei Stuttgarter Abwehrspieler durch. Doch statt aus spitzem Winkel selbst abzuschließen, schiebt der Australier die Lederkugel quer und vergibt die bis dahin größte Nürnberger Chance. Bei der anschließenden Ecke kommt Andreas Wolf völlig frei zum Kopfball, vergibt jedoch um wenige Zentimeter.
Ganze drei Minuten später haben die mitgereisten Clubfans den Torjubel schon wieder auf den Lippen: Marcel Risse setzt sich gegen seinen Gegenspieler durch und zieht aus gut 16 Metern einfach mal ab. Der Schuss des Youngsters klatscht jedoch leider an den Pfosten. Jens Lehmann hätte keine Abwehrmöglichkeit gehabt.
Auf der anderen Seite haben die Stuttgarter ihre größte Chance in der 68. Minute durch Pavel Pogrebnyak. Nach Zuspiel des eingewechselten Aleksandr Hleb taucht der Russe plötzlich völlig frei vor Rafael Schäfer auf. Doch Magneto behält die Nerven, verkürzt geschickt den Winkel und kann den Schuss des VfB-Stürmers abwehren. Duplizität der Ereignisse in der 75. Minute: Doch erneut scheitert Pogrebnyak an Schäfer.
In den letzten zehn Minuten wollten sich beide Mannschaften dann offensichtlich nicht mehr weh tun. Sowohl der VfB Stuttgart als auch der Club ließen das Spiel langsam austropfen und waren zum Schluss noch einzig darum bemüht, sich nicht doch noch einen Gegentreffer einzufangen. Ein Bemühen, das beim VfB Stuttgart beinahe schief gegangen wäre. In der 90. Minute tunnelte sich Dario Vidosic noch einmal bis zur Stuttgarter Grundlinie durch und passt den Ball mustergültig in den Rücken der Abwehr. Aus dem Hintergrund zieht Javier Pinola aus kurzer Distanz ab, hat den Ball jedoch auf seinem schwächeren rechten Fuß. So bekommt der Argentinier keinen Druck hinter seinen Schuss und vergibt die letzte große Möglichkeit des Spiels.
Am Ende hieß es also 0:0 – und vor dem Spiel wäre dieser Punkt sicher als großer Erfolg bewertet worden. Aufgrund der Spielanteile und Chancen ist das torlose Remis jedoch zu wenig, denn im Schwabenland wäre ein Sieg sicher möglich gewesen.