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Fußball-Bundesliga 2009/2010, 3. Spieltag
[Samstag, 22.08.09] 1.FC Nürnberg – Hannover 96 0:2 (0:1)

Das war dann mal nix. In einem Spiel zum Vergessen präsentierte sich der Club am Samstag gegen Hannover 96 nicht bundesligatauglich und verlor sein zweites Heimspiel verdient mit 0:2. Gegen eine in allen Belangen bessere Gastmannschaft zeigte sich der Club seltsam gehemmt und verkrampft und konnte zu keiner Zeit an die guten Leistungen gegen Schalke und vor allem in Frankfurt anknüpfen.
Dabei begannen die Franken zunächst durchaus druckvoll und waren bemüht, von Anfang an das Heft in die Hand zu nehmen. Zu viele Fehlpässe unterbrachen jedoch immer wieder die Versuche, schnell in die Spitze zu spielen und den Gegner in die Bredouille zu bringen. Hannover stand gut und spielte seinerseits gefällig nach vorne.
Nach einer Viertelstunde belohnten sich die Gäste dann für ihr abgeklärtes Spiel. Ein Pass in die Spitze und ein abgebrühter Jiri Stajner reichten, um die Niedersachsen nach 15 Minuten in Führung gehen zu lassen. Die gesamte Nürnberger Hintermannschaft hatte geschlafen und da auch „Magneto“ Schäfer sich nicht entscheiden konnte, ob er nun auf der Torlinie stehen bleiben soll oder rauskommen, hatte der Tscheche im 96-Trikot keine Mühe mit dem 1:0.
Der Club war geschockt, wollte man doch gegen Hannover eigentlich den ersten Sieg der Saison einfahren. Nun lag man im dritten Spiel der Spielzeit zum dritten Mal hinten und es dauerte bis kurz vor die Halbzeit, ehe sich die Rot-Schwarzen dem Tor von Robert Enke noch einmal gefährlich näherten. Der Nationaltorhüter war bei einer Ecke von Ilkay Gündogan unter dem Ball hindurchgesegelt, doch Marek Mintal am langen Pfosten konnte die unverhoffte Möglichkeit nicht nutzen. Es sollte die einzige Chance in der ersten Halbzeit bleiben und für die meisten der 38.671 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion war dies eindeutig zu wenig. Es gab zur Halbzeit Pfiffe von den Rängen.
Nach dem Wechsel erhöhte der Club dann das Engagement – ohne jedoch wirklich gefährlicher zu werden. Im Gegenteil: In der 51. Minute gelang es Jiri Stajner erneut, die Clubabwehr schwindelig zu spielen und letztlich kann sich Javier Pinola nur mit einem Foul hellfen. Schiedsrichter Dr. Jochen Drees entscheidet auf Elfmeter, den Stajner auch selbst ausführt. Der Tscheche trifft souverän, freut sich jedoch zu früh. Da mehrere Spieler von Hannover zu früh in den Strafraum gelaufen waren, ließ der Schiedsrichter den Strafstoß wiederholen. Stajner lief also noch einmal an, wählte erneut die linke Ecke, doch dieses Mal hatte Raphael Schäfer richtig spekuliert und so konnte der Keeper in seinem 100. Bundesligaspiel seinen ersten Elfmeter halten.
Wer jedoch glaubte, dass der gehaltene Elfmeter beim Club noch einmal Kräfte freisetzen würde, sah sich getäuscht. Trotz leichter Feldüberlegenheit kam der Club eigentlich nur gefährlich vor das Tor von Hannover 96, wenn Angelos Charisteas im Abseits stand. Zwei Mal traf der Grieche in der zweiten Halbzeit ins Tor der Niedersachsen. Beide Male stand er deutlich im Abseits.
Und so kam es schließlich, wie es kommen musste: Der Club – zu harmlos in den Spitzen und völlig ideenlos im gegnerischen Strafraum – fing in der 86. Minute die Entscheidung zum 0:2. Wie schon in der ersten Halbzeit traf erneut Jiri Stajner – dieses Mal mit einem satten Schuss aus knapp 18 Metern.
Der 1.FC Nürnberg bleibt also auch nach dem zweiten Spiel im heimischen Max-Morlock-Stadion ohne Sieg und muss nun nächste Woche in Stuttgart ran. Keine leichte Aufgabe, doch will man nicht schon früh in der Saison den Anschluss verlieren, müssen in den nächsten Spielen nun Punkte her.