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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Der erste Punkt ist eingefahren, die erste Hürde genommen. Der Club hat dank einer sehr ansehnlichen Leistung in der zweiten Hälfte einen Zähler aus Frankfurt mitgebracht und damit die Gefahr des totalen Fehlstarts gebannt. Im Gegenteil: Durch einen Sieg im Heimspiel gegen Hannover am nächsten Wochenende könnte aus dem, was mit der Auftaktniederlage begann, sogar noch ein ganz passabler Start in die neue Liga werden.
Da Spekulationen jedoch nicht so sehr mein Ding sind und mir diese sowohl gegen Schalke mit meiner Hoffnung auf einen Auftaktsieg, als auch in Frankfurt mit der Befürchtung (ja fast schon Erwartung) einer Pleite nichts gebracht haben, wollen wir lieber ein wenig auf die Fakten vom Samstag zurückschauen.
Die wichtigste Erkenntnis der Partie in der Commerzbank-Arena am Wochenende ist sicherlich: Der Club glaubt an sich und seine Stärken. Da wurde gekämpft und gerackert, bis der Ball endlich im Tor der Hessen war und auch die guten Chancen durch Amanatidis zu Beginn der zweiten Halbzeit konnten die Männer von Michael Oenning nicht von ihrem Weg abbringen. Am Ende wäre sogar der Sieg in Frankfurt möglich gewesen, wenn der Linienrichter auf der Außenbahn die Fußballregeln kennen würde. Denn ganz abgesehen davon, dass ein Clubberer nie im Abseits steht, stand Albert Bunjaku bei seinem zweiten Tor beim Pass von Angelos Charisteas hinter bzw. auf gleicher Höhe mit dem Ball. Und das, lieber Herr Linienrichter, ist kein Abseits.
Mut macht in diesem Zusammenhang, dass sich im Laufe der Saison alles ausgleicht, so dass wir nun nach dem zweiten Spieltag also bereits ein Tor gut haben. Mut macht auch, dass die Mannschaft nach dem Ausgleich nur für den Bruchteil weniger Minuten der Lethargie verfallen ist, die sich wie ein roter Faden durch Abstiegssaison zieht. Erinnern wir uns, auch wenn’s weh tut: Kaum hatte der Club in der Nach-Pokalsieger-Saison einen Treffer erzielt, hatte ausgeglichen oder war sogar in Führung gegangen, hatten sich die Clubberer in ihrem schwarzen Jahr hinten rein gestellt, auf die Abwehr gehofft und dann meist doch noch das entscheidene Tor kassiert. In Frankfurt war dies anders. Man spielte bei aller gebotenen Vorsicht munter auf den zweiten Treffer und ist ja im Grunde sogar dafür belohnt worden. Mit diesem Selbstbewusstsein sollte man nun eigentlich in die Trainingswoche gehen. Immerhin hat man ja – und dies ist nun mit einem Augenzwinkern zu lesen – beim Tabellenzweiten einen Punkt geholt. Man ist also besser als Bremen, die schließlich zu Hause gegen Frankfurt verloren haben und damit auch besser als die Bayern – denn die haben ja trotz Louis van Gaal nur unentschieden gegen Bremen gespielt, stehen also praktisch auf einer Stufe mit den Werderanern. So funktioniert Selbstvertrauen heute und wer selbstbewusst ist, steigt auch nicht ab.
Sei also zum Schluss noch ein lobendes Wort an die Ultras gerichtet. Denn erinnern wir uns noch einmal an die letzte Saison in der Bundesliga: Der Club gewinnt 3:1 in Frankfurt, schöpft wieder Hoffnung im Abstiegskampf und muss plötzlich um einen Spielabbruch fürchten. Die ganze Republik schlug nach den Böllern von Frankfurt auf die Nürnberger Fanszene ein.
Das Spiel am Samstag stand also unter besonderer Aufmerksamkeit und so manchem Clubfan rutschte in der zweiten Halbzeit das Herz in die Hose, als ein unverbesserlicher Vollpfosten beim Stand von 1:1 ein Leuchtfeuer anzündete und in Richtung Spielfeld warf.
Die Reaktion im Block zeigte jedoch zum Glück, dass die Vollidioten inzwischen in der Unterzahl sind, musste sich der Überltäter doch nicht nur von Vorsänger Basti wüst beschimpfen lassen, sondern erntete auch „Zieht Ihn raus, die Sau“- Sprechgesänge. Das hochrote Glühen des hirnlosen Kopfes konnte man durch den gesamten Block strahlen sehen. Hoffentlich hat nun auch der letzte Schwachmat gelernt, wann man Feuerwerkskörper zünden darf und wann nicht.