Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

Nun ist der Club also wieder erstklassig – zumindest vom Papier her. Erstklassig war auch der Sonntag in Nürnberg. Die ganze Stadt feierte und lag sich (zumindest auf dem Stadionrasen) in den Armen.
Eine turbulente Saison – nein, drei turbulente Spielzeiten – liegen hinter uns. Kaum zu glauben, dass der Pokalsieg erst zwei Jahre her ist. Kaum zu glauben, dass wir noch vor zwei Jahren Tabellensechster in der Fußball-Bundesliga waren…
Letztes Jahr dann das Frustsaufen nach einem Abstieg, der auch aus heutiger Sicht nicht hätte sein müssen und der vielleicht mit einer Relegation gegen Hoffenheim… ach, lassen wir das.
Spätestens seit Sonntag weiß DER DISORDER nämlich wieder, warum er Clubfan ist; warum er an kalten Oktobertagen nach Ahlen oder an schmuddeligen Novembertagen nach Ingolstadt fährt: Beim Club ist eben immer was los – und die vergangene Saison hat dies besser gezeigt, als viele Spielzeiten zuvor. Wer im Herbst des vergangenen Jahres rot-schwarze Klamotten getragen und noch vom Aufstieg gesprochen hat, wurde belächelt, wenn nicht gar ausgelacht. Zu unmotiviert und lustlos trabten die Clubberer über den grünen Rasen und versteckten sich im unteren Mittelfeld der zweiten Liga. An ein Happy-End der Saison haben zu dieser Zeit nur die kühnsten Optimisten geglaubt und gerne hätte DER DISORDER damals auch mal ins Innenleben eines Michael Oenning geschaut.
Nun also der Aufstieg, das große Fest auf dem grünen Rasen und zwei unglaubliche Spiele gegen Energie Cottbus. Mit allem hätte man beim Club gerechnet, aber nicht damit, dass der Bundesligist mit insgesamt 5:0 in die zweite Liga gekickt wird. Begreiflich wird das Ganze erst, wenn man sich die Aufstellung der Cottbus-Spiele ansieht und sie mit der ersten Elf eines torlosen Hinspiels aus der Hinrunde gegen den FSV Frankfurt vergleicht. Nicht einmal die Hälfte der Mannschaft, die vergeblich versucht hatte, den Frankfurtern im Max-Morlock-Stadion drei Punkte abzunehmen, stand bei den Relegationsspielen noch auf dem Platz.
Auch dies zeigt: Es wird nie langweilig beim Club – die Spieler kommen und gehen und an dieser Stelle sei auch noch einmal ein herzliches Dankeschön für gar nichts in Richtung Konzepttrainer Thomas von Heesen geschickt. Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Namen Mario Breska, Aleksandar Mitreski oder Ioannis Masmanidis?
Der Club ist wieder Erstligist und dem Vernehmen nach wollen die Verantwortlichen die Mannschaft nur punktuell verstärken, ansonsten jedoch mit unverändertem Personal das Abenteuer Bundesliga angehen. Die Jungs (und das meine ich wörtlich) haben es sich verdient und bei aller Euphorie wird sich jeder halbwegs fußballverständige Mensch darüber bewusst sein, dass sich die Niederlagen und Gegentore in der neuen Saison wieder häufen werden. Und vielleicht ist es dann zur Winterpause ja auch wieder so, dass beim drohenden Rekordabstieg personell nachgelegt werden muss. Aber das wäre halt auch irgendwie der Club – und langweilig wird es eben bestimmt nie.
Bis es jedoch wieder soweit ist, wünscht DER DISORDER allen Clubfans eine erholsame Sommerpause, einen schönen Urlaub und hofft, dass Ihr Alle genug Kraft tanken werdet, dass wir uns in der neuen Saison auf den diversen, erstklassigen Rasensportanlagen der Republik wieder treffen werden.
DER DISORDER macht jetzt jedenfalls auch erst einmal Pause, erholt sich und ist rechtzeitig zur neuen Saison dann in aller Frische wieder da. Denn eins ist mal klar: So eine Saison wie die vergangene kostet nicht nur den Spielern viel Kraft…