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Zweite Fußball-Bundesliga 2008/2009, 28. Spieltag
[Sonntag, 19.04.09] 1.FC Nürnberg – FC St. Pauli 2:0 (1:0)

Der Club bleibt auch weiterhin die Mannschaft der Stunde in der zweiten Fußball-Bundesliga. Das Team von der Noris konnte an einem sonnigen, frühlingshaften Sonntag seine Serie auf nunmehr fünf Siege in Folge ausbauen und blieb dabei auch weiterhin ohne Gegentor. Die stolze Bilanz der Männer in rot-schwarz wuchs damit auf fünfzehn Punkte und 12:0 Tore seit dem unglücklichen Last-Minute-Ausgleich in Duisburg vor unzähligen Wochen.
Wer jedoch gedacht hatte, die Kiezkicker aus Hamburg würden nach Nürnberg kommen, um dem Club als Trainingspartner auf dem Weg in die erste Liga beizustehen, sah sich schon nach wenigen Sekunden getäuscht. Kaum hatte Schiedsrichter Frank Wilkenborg die Partie vor fast ausverkauftem Haus im Max-Morlock-Stadion angepfiffen, blieb den Clubfans das erste Mal das Herz stehen. Es waren gerade mal 120 Sekunden gespielt, als Rafael Schäfer nach scharfer Hereingabe und einem Schuss aus kurzer Entfernung in den Winkel abtauchen musste, um den Ball festzuhalten.
Ein erster Warnschuss, der seine Wirkung nicht verfehlte, ging der Tabellendritte doch fortan konzentriert zu Werke, ließ jedoch neben der nötigen Aggressivität auch eine gewisse Geduld walten. Mit dem Selbstbewusstsein der letzten Spiele im Rücken wusste man, dass die Chancen auf Tore früher oder später kommen würden. 6:0 Ecken nach 20 Minuten sprechen eine eindeutige Sprache – auch, wenn es eine eindeutige Torchance für den Club bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegeben hatte.
Die Gäste setzten nach ihrer Großchance zu Beginn des Spiels zunächst auf eine Sicherung der Deckung, fuhren jedoch mit ihren Kontern äußerst gefährlich. David Hoillet vergab in der 21. Minute die nächste Großchance für die Kiezkicker, Fabio Morena schloß sich in der 29. Minute an. Ihre stärkste Phase erlebten die Gäste um die 30. Minute, als die Paulianer nach einem Schuss von Timo Schultz an die Latte den Abpraller bereits hinter der Linie wähnten. Einige Pauli-Spieler drehten bereits jubelnd ab, doch die Fernsehbilder bewiesen nach dem Spiel: Der Ball war nicht im Tor – und selbst, wenn er im Tor gewesen wäre, hätte der Treffer nicht gezählt, denn der Schiedsrichter-Assistent hatte zudem eine Abseitsposition der Pauli-Stürmer ausgemacht.
Nach hektischen Minuten in und um den Club-Strafraum – als die ansonsten sichere Clubabwehr keine rechten Mittel fand, die wild anrennenden Gästestürmer vom Schäfer-Tor fernzuhalten, jubelte St. Pauli nur eine Minuten später erneut. Marius Ebbers hatte den Ball fast am Boden liegend mit einem artistischen Schuss über die Linie gebracht – indes: der Pauli-Stürmer befand sich erneut im Abseits.
Den Paulianern ging es schließlich, wie es dem Club in der Hinrunde nur zu oft gegangen war: Wer vorne die Tore nicht macht, bekommt die Strafe hinten auf dem Fuss. Uns so fiel zu diesem Zeitpunkt fast aus heiterem Himmel in der 39. Minute das 1:0 für den Club. Nach der bereits achten Ecke in der ersten Halbzeit war Pascal Bieler nach Flanke von Peer Kluge und Kopfballverlängerung von Stefan Reinartz im Sturmzentrum am höchsten gestiegen und erwischte den Ball gut genug mit dem Kopf, dass Pauli-Keeper Hain(-blöd) zwar die Faust noch dran bekam, jedoch nicht mehr entscheidend klären konnte.
Mit dem knappen und durchaus auch glücklichen Vorspung ging es zur Pause in den wohlverdienten Schatten der Kabine und offensichtlich hatte Trainer Michael Oenning in den fünfzehn Minuten im stillen Kämmerlein genau die richtigen Worte gefunden, denn nach dem Wiederanpfiff begann der Club wie die sprichwörtliche Feuerwehr.
Die Clubberer zogen ihre Angriffe nun bis zur Grundlinie vor, passten von dort mustergültig nach innen – allein, es fehlte in der Mitte der richtig postierte Vollstrecker. Nach 55 Minuten dann der Beweis dafür, dass die Nerven der Akteure wie Drahtseile gespannt waren. Nach einem Foul von Marcel Eger verlor Isaac Boakye die Nerven und musste sich nach einer Tätlichkeit und der verdienten roten Karte frühzeitig in die Kabine verabschieden. Da jedoch Eger für sein Foul die gelbe Karte sah und in der ersten Halbzeit bereits verwarnt worden war, folgte der Paulianer Boakye in die Katakomben und es ging mit zehn gegen zehn weiter.
Nur wenige Minuten später hatte Marek Mintal nach einer knappen Stunde die Vorentscheidung auf dem Fuss. Sein Ball klatschte jedoch an den Pfosten und von dort ins Feld zurück.
In der 64. Minute machte es Mintal (Fußballgott) dann besser. Nach Weltklassepass von Mike Frantz aus den Tiefen des Mittelfelds, tauchte der Slowake allein vor Pauli-Keeper Hain(-blöd) auf und hatte sogar genug Zeit, sich in Ruhe die Ecke auszusuchen, in die er schließlich zum 2:0 einschob.
Nach dem zweiten Treffer taten die Nürnberger nur das Nötige, um die Gäste aus St. Pauli in Schach zu halten. Die Bauern-Freunde kamen in den verbleibenen Minuten nicht ein Mal mehr gefährlich vor das Clubtor, so dass der Erfolg der Mannschaft von Michael Oenning am Ende verdient war.
Durch den Patzer von Mainz 05 am letzten Freitag zu Hause gegen Rot-Weiß Ahlen, rückte der Club mit nunmehr 49 Punkten auf Rang zwei der Tabelle vor. Zwar verabschiedete sich der MSV Duisburg mit einer 2:3-Heimpleite gegen die Tus Koblenz aus dem Aufstiegsrennen – trotzdem bleibt es eng im Kampf um den Aufsieg. Sollte Kaiserslautern am Montag sein Auswärtsspiel bei 1859+1 München gewinnen, würden auf den Rängen hinter dem Club drei Manschaften folgen, die nur einen einzigen Zähler zurückliegen.
Durch den Sieg über St. Pauli bleibt der Club zweitbeste Rückrundenmannschaft (hinter Freiburg). In der Heimtabelle führt das Team aus Franken mit nunmehr 33 Punkten und 26:6 Toren. Das 2:0 am Sonntag war bereits das neunte Zu-Null-Spiel in elf Rückrundenpartien – lediglich Aachen und Duisburg konnten im Jahr 2009 gegen den Club treffen. Von den letzten elf Partien verlor der Club nur das Spiel in Aachen.