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DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

Wie sagte Radio-Reporter-Legende Herbert Zimmermann anno 1954 während des Endspiels um die Fußball-Weltmeisterschaft so schön? „Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt…“ – und richtig, tun Sie das nur… und trotzdem muss DER DISORDER zugeben, dass er sich seit Donnerstagabend mindestens fünf Mal am Tag die Tabelle der zweiten Fußball-Bundesliga anguckt. Der Club auf Rang drei – wer hätte da noch vor vier Wochen dran geglaubt? Aber wer hätte vor vier Wochen (ich erinnere nur ungern an den späten Ausgleich in Duisburg) schon geglaubt, was in den nächsten vier Spielen geschehen würde? Der Club siegt vier Mal in Folge – nicht mit Ach und Krach, sondern mit insgsamt 10:0 Toren. Wann hat es das denn das letzte Mal gegeben?

Schade nur, dass dies bis zum Ende der Saison nicht so weiter gehen wird. Schade, dass der Club in den letzten sieben Spielen doch das ein oder andere Gegentor noch fangen wird und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch den ein oder anderen Punkt noch liegen lassen wird. Seien wir realistisch, schauen wir den Tatsachen ins Augen und hören wir auf die Euphoriebremser. Noch ist nämlich nichts gewonnen und von einem dritten Platz nach dem 27. Spieltag kann sich am Ende Niemand etwas kaufen.
Nicht umsonst mahnt Michael Oenning bereits in jeder Zeitung, die es wissen will: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die Ernsthaftigkeit verlieren.“
Bei solchen Worten lehnt sich DER DISORDER zurück, schaut sich die Tabelle noch einmal an und denkt sich: Richtig, Herr Oenning. Das ist Dein Job. Du als Trainer hast dafür zu sorgen, dass die Mannschaft den Boden unter den Füssen nicht verliert und an sich arbeitet, bis auch am Ende der Saison noch mindestens der dritte Platz zu Buche steht.
Meine Aufgabe als Fan ist es, denkt sich DER DISORDER weiter, eben nicht auf die Euphoriebremse zu treten, sondern den Rückenwind auszunutzen und die Mannschaft in den letzten 630 Minuten der Saison zu unterstützen, was das Zeug hält und wo es nur geht. Das junge Team um Dauerläufer Peer Kluge und Torphantom Marek Mintal hat sich endlich ein wenig frei geschwommen und da wäre ein Rückwärtspaddeln das Falscheste, was man nun tun könnte.
Denn was eine Euphoriebremse bewirken kann, haben wir in der letzten Saison schmerzlich erleiden müssen. Da wurde nach dem gewonnenen Pokalendspiel dermaßen oft gebremst und gedeckelt, bis es die Spieler schließlich in Fleisch und Blut übernommen hatten und hilflos und ohne jedes Selbstbewusstsein über den Platz rannten.
Selbstvertrauen muss man sich hart erarbeiten und die Clubspieler haben fast eine dreiviertel Saison gebraucht, um dort anzukommen, wo sie nun stehen. Bei allem Respekt und auch in der Gewissheit, dass noch rein überhaupt nichts gewonnen ist: Ein paar warnende Worte und dann muss es auch wieder gut sein mit der Bangemacherei.
Nehmen wir den Schwung mit, zeigen wir der Mannschaft, dass wir ihr vertrauen und ihr zutrauen, am Ende über dem Strich zu stehen. Denn selbst wenn wir – wie oben – die Sache einmal realistisch betrachten… es hätte doch wohl auch Niemand etwas dagegen, wenn wir die letzten Spiele auch noch gewinnen würden und dabei den Kasten weiter sauber halten. Mit 67 Punkten und 60:25 Toren wäre die Chance schließlich doch recht groß, nächste Saison wieder Bundesliga spielen zu dürfen.