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Zweite Fußball-Bundesliga 2008/2009, 26. Spieltag
[Freitag, 03.04.09] 1.FC Nürnberg – TuS Koblenz 2:0 (1:0)

Die Konkurrenz spürt den heißen Club-Atem im Nacken. Durch einen verdienten 2:0-Sieg gegen die TuS Koblenz am frühen Freitagabend hat der 1. FC Nürnberg endgültig den Anschluss an die Spitzengruppe der zweiten Bundesliga hergestellt und das erste Mal in der Saison 2008/2009 drei Siege in Folge feiern können. Einziger Wehrmutstropfen im gut gefüllten Max-Morlock-Stadion: Die Knieverletzung von Kapitän Andreas Wolf, der mit einem Meniskusschaden erneut mehrere Wochen wird aussetzen müssen.
Im ersten Frühlingsspiel des Jahres 2009 taten sich die Clubberer trotz Freiburg-Sieg-Rückenwind zunächst schwer gegen die Gäste aus Koblenz. In den ersten zwanzig Minuten kam wenig Spielfluss auf und der Mannschaft von Trainer Michael Oenning gelang es nicht, gefährlich vor das Tor von TuS-Schlussmann David Yelldell zu kommen. Lediglich ein erster Warnschuss von Javier Pinola war in der achten Minute zu verzeichnen. Der Schuss ging jedoch knapp am Gästetor vorbei und prallte an die Netzstange hinter dem Tor. Ansonsten neutralisierten sich beide Teams hauptsächlich im Mittelfeld und hüben wie drüben hatte man den Eindruck, dass der letzte Einsatz fehlte. Beide Mannschaften gingen in den Zweikämpfen meist auf Sicherheitsabstand, standen jedoch in der Abwehr sicher und fingen Angriffe meist schon vor den jeweiligen Strafräumen ab.
So versuchten es dann auch die Koblenzer in der 32. Minute einmal mit einem Weitschuss. Doch Torhüter Rafael Schäfer klärte den Hammer von Manuel Hartmann mit einer Glanzparade und lenkte den Ball zur Ecke. Wahrscheinlich wäre der Ball auch ohne Schäfers Parade knapp am Nürnberger Tor vorbei gestrichen.
Wie aus heiterem Himmel in der 37. Minute dann die Führung für den Club. Kapitän Andreas Wolf hatte einen langen Ball aus dem rechten Halbfeld in Richtung Koblenzer Strafraum geschlagen. In der Mitte ließ Isaac Boakye den Ball mit der Brust abtropfen und so konnte das Torphantom wieder zuschlagen. Marek Mintal stand genau richtig und ließ der Koblenzer Hintermannschaft mit seinem Flachschuss aus rund 16 Metern keine Chance. Endlich die Führung für den Club, die in den Folgeminuten noch gut hätte ausgebaut werden können. Denn nur eine Minute später stand Mintal erneut frei, verzog seinen Torschuss jedoch um wenige Zentimeter. Umso erfreulicher, dass die Koblenzer in der 39. Minute ihre größte Torchance des Spiels nicht nutzten. Du Ri Cha war aus wenigen Metern frei zum Kopfball gekommen und lupfte den Ball über den heraus stürmenden Schäfer. Die Kopfball-Bogenlampe landete jedoch nicht im, sondern auf dem Clubtor. In der 42. Minute scheiterte Isaac Boakye mit einem Flachschuss aus rund siebzehn Metern noch an Gästerkeeper Yelldell und so ging es mit dem knappen Vorsprung in die Kabinen.
Nach der Pause kam der Club dann mit deutlich erhöhter Aggressivität aus den Kabinen und setzte die Koblenzer Gäste in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörig unter Druck. Christian Eigler scheiterte jedoch zwei Mal an den eigenen Nerven. So konnte der nun immer mehr im Mittelpunkt stehende Yelldell Eiglers Schuss in der 49. Minute noch parieren. In der 51. Minute lief Eigler nach mustergültigem Steilpasse allein auf das Gästetor zu, überwand auch Torhüter Yelldell, setzte seinen Schuss jedoch knapp neben das Tor. In der 53. Minute vergab Marek Mintal die Chance auf Ergebniserhöhung, als er nach millimetergenauem Pass von Isaac Boakye seinen Schuss knapp über das Koblenzer Tor zog. Nach einer guten Stunde verletzte sich dann Kapitän Andreas Wolf, der sich bei einem Zweikampf an der eigenen Außenlinie auf dem hinter dem Tor liegenden Werbebanner das Knie verdrehte. Zwar versuchte der beinharte Verteidiger nach kurzer Behandlung noch einmal ins Spiel zurück zu kehren, musste dann jedoch mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt werden. Eine Untersuchung von Mannschaftsarzt Dr. Matthias Brem ergab, dass Wolf sich einen Meniskusschaden im Knie zugezogen hatte. Der Nürnberger Kapitän muss am Montag in Augsburg operiert werden und fällt somit kurz nach der Genesung von einem Kreuzbandriss erneut auf unbestimmte Zeit aus.
Nach der Auswechselung von Andreas Wolf brauchten die Nürnberger ein paar Minuten, ehe sie ins Spiel zurückfanden, wurden dann jedoch mit einem ihrer ersten konstruktiven Angriffe gleich belohnt. Dennis Diekmeyer hatte sich auf der rechten Seite freigelaufen und wollte den Ball nach innen flanken. Der Ball flog jedoch dem Koblenzer Verteidiger Marco Lomic an die Hand und Schiedsrichter Norbert Grudzinski entschied sofort auf Elfmeter. Kompliment an den ansonsten eher unsicher wirkenden Unparteiischen, konnte man doch erst in der verlangsamten Wiederholung erkennen, dass die Hand des Koblenzer Abwehrspielers in der Tat zum Ball ging. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Marek Mintal verwandelte den fälligen Strafstoß in der 75. Minute sicher und erhöhte zum 2:0 für den Club. Das Torphantom hat nun bereits elf Saisontreffer auf der Habenseite.
Der Rest des Spiels tröpfelte dann langsam aus und der Club konnte sich über den dritten Sieg in Folge freuen. Vor heimischem Publikum sind die Clubberer seit nunmehr zehn Spielen ungeschlagen. Noch mehr imponiert jedoch die Tatsache, dass die Franken im Max-Morlock-Stadion seit dem Derby gegen F**** keinen Gegentreffer mehr hinnehmen mussten. Rafael Schäfer schraubte seine Bilanz bei Heimspielen auf nunmehr 590 Minuten ohne Gegentor.