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DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

Nun gibt es also wieder Hoffnung. Der Club, der nach dem späten Ausgleich in Duisburg selbst von den eigenen Anhängern zum Teil schon für mausetot und zu deppert für den Aufstieg bezeichnet wurde, kehrt (mal wieder) in den Kreis der Aufstiegsaspiranten zurück. Der Klatsche von Greuther F**** in Osnabrück sei Dank sind es nach dem 4:0-Sieg gegen Ahlen nur noch fünf Zähler bis zum Relegationsplatz sind.
Nun gut, mag man sagen, ein 4:0-Sieg gegen die mausgrauen Ahlener ist nichts Besonderes und sollte ganz schnell in der Rubrik „normal“ abgeheftet werden. Wer jedoch gesehen hat, wie die Mannschaft von Michael Oenning am Freitag auf die Enttäuschung von Duisburg reagiert hat, mag mir zustimmen: Der Club lebt.
Der Club hat den Willen und auch das Können gezeigt, das Spiel gegen Ahlen klar für sich zu entscheiden und allein wer sich das mühsame 1:0 gegen Wehen-Wiesbaden noch einmal vor Augen führt, wird den Unterschied schnell feststellen. Fast scheint es, als habe das späte 2:2 in Duisburg so etwas wie einen Ruck im Nürnberger Team verursacht. Alte Zöpfe wurden abgeschnitten und an den kahl rasierten Köpfen in der rot-schwarzen Mannschaft sah man, dass dies nicht nur so daher geredet war.
Nach den Tagen des Frusts nach dem Duisburg-Spiel leben die Clubfans nun also wieder in der Hoffnung, dass es irgendwie doch noch mit dem Aufstieg klappen könnte. Und wie schon oft haben die Franken gleich im nächsten Spiel wieder so etwas wie eine Entscheidung vor Augen, ob es nun nach oben geht, oder ob man im vorderen Mittelfeld der Tabelle stagniert. Das Auswärtsspiel in Freiburg ist wichtig – keine Frage. Dennoch wehrt sich DER DISORDER dagegen, dass bei einer Niederlage im Breisgau wieder alles in Grund und Boden geredet wird. In Freiburg haben schon ganz andere Mannschaften verloren und gar gewonnen haben im Badenova-Stadion (wie es neudeutsch jetzt heißt) bisher in dieser Saison nur die ohnehin auswärtsstarken Mainzer.
Die Fußballexperten dieser Republik sind sich inzwischen einig, dass der Aufstieg aus der zweiten in die erste Bundesliga diese Saison eine verdammt enge Kiste wird und nur die Teams am Ende über dem Strich stehen werden, die die Nerven behalten. Umso wichtiger ist es, einen Rückschlag auch mal zu verdauen und am nächsten Wochenende die Chance schon wieder am Schopfe zu packen. Genau dies hat der Club am Freitag gegen Rot-Weiß Ahlen bewiesen: Dass er sich auch durch ein dummes Gegentor in letzter Minute nicht vom Ziel abbringen lässt, sondern im nächsten Spiel alles daran setzt, die Scharte wieder auszuwetzen. Und was das Unentschieden in Duisburg wirklich wert war, weiß man doch spätestens seit der Niederlage der Freiburger am Sonntag an gleicher Stelle.
Schaut man sich also das Restprogramm der Clubberer an, wird man feststellen, dass die Mannschaft von Michael Oenning mit dem Spiel am Montag bis auf das Derby gegen F**** alle Mannschaften des oberen Tabellendrittels hinter sich hat – zumindest gesetzt den Fall, dass St. Pauli den momentanen Aufwind nicht wird halten können. Was sollen die Freiburger da sagen, die nach dem Club noch in Mainz und St. Pauli ranmüssen und auch F**** und Kaiserslautern noch zu Gast haben? Oder auch die Mainzer selbst, die zwar den SC Freiburg noch zu Gast im heimischen Stadion haben, dafür jedoch auch noch nach Duisburg, F**** und zu den heimstarken Paulianern müssen?
Die Liste ließe sich unendlich fort führen und würde trotzdem nur verdeutlichen, dass es im Laufe der Saison für alle Aufstiegsaspiranten noch genügend Möglichkeiten geben wird, Punkte zu lassen. Und letztlich wird sowieso erst der Montag nächster Woche zeigen, wer im Breisgau damit anfängt.