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Zweite Fußball-Bundesliga 2008/2009, 20. Spieltag
[Sonntag, 15.02.09] Alemannia Aachen – 1.FC Nürnberg 6:2 (4:1)

Der 1. FC Nürnberg hat sich am Sonntag mit einer unterirdischen Leistung vorerst wieder aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet und quasi mit dem Arsch eingerissen, was er sich mühsam in den letzten Wochen und Monaten bei den Fans an Kredit erspielt hatte.
Ähnlich furios wie auch das Spiel vor nicht einmal Wochenfrist gegen Kaiserslautern, sollte auch die Partie in Aachen beginnen – jodoch mit umgekehrten Vorzeichen. Hatten die Clubberer am Montag noch mit einer frühen Führung den Grundstein für einen souveränen Sieg gegen den FCK gelegt, lagen sie an diesem rabenschwarzen Sonntag bereits nach nur fünfzehn Minuten mit 0:2 zurück. Von Anfang an fehlte die Abstimmung im Nürnberger Spiel und wer die Männer von Trainer Michael Oenning über den Rasen des Aachener Tivoli hinter ihren Gegenspieler herlaufen sah, konnte den Eindruck bekommen, der FCN sei mir einer ganzen Serie von Niederlagen an die belgische Grenze gekommen. Es fehlte jedes Selbstbewusstsein und jeder Wille, die Zweikämpfe anzunehmen.
Der frühe Rückstand überraschte von daher nicht wirklich. Zwei Mal binnen fünf Minuten traf der 18-jährige Lewis Holtby in die Maschen von FCN-Keeper Raphael Schäfer. Das 1:0 für die Alemanniamit strammem Schuss aus 16 Metern, nachdem Holtby sträflich frei vor Schäfer aufgetaucht war. Das 2:0 für Aachen folgte in der 15. Minute. Einen Eckball von der rechten Seite konnten die jungen Club-Abwehrspieler zunächst noch abwehren. Torschütze Holtby zog jedoch aus der zweiten Reihe ab und ließ auch dieses Mal Raphael Schäfer keine Abwehrmöglichkeit.
Das Spiel auf dem Tivoli erinnerte zu diesem Zeitpunkt stark an das Hinspiel in Nürnberg, als Michael Oenning das erste Mal als Cheftrainer auf der FCN-Bank saß: Für Alemannia Aachen war in den ersten Minuten jeder Schuß ein Treffer.
Und ähnlich wie beim Hinspiel am dritten Spieltag, bemerkte der Club nach den zwei Gegentoren plötzlich, dass das Spiel bereits begonnen hatte. Prompt bekam man für kurze Zeit den Gegner so etwas wie in den Griff und bei den knapp 2000 mitgereisten Clubfans kehrte die Hoffnung zurück, als Christian Eigler in der 29. Minute mit einer gut getimten Flanke genau auf den Kopf von Isaac Boakye traf und der Ball von dort zum 1:2 im Tor landete.
Doch die Hoffnung wehrte nicht lang. Zum Ende des ersten Abschnitts drehte die Alemannia noch einmal auf und zeigte den in weiß gekleideten Nürnberger Würstchen, wer Herr im Hause war. Nach einem Freistoß aus halbrechter Position köpfte Mirko Capser in der 41. Minute das 3:1 für die gelbschwarzen Biene Majas.
Psychologisch schlechter Zeitpunkt, mag der ein oder andere Clubfan so kurz vor der Halbzeit noch gedacht haben – konnte aber natürlich nicht ahnen, dass es noch vor der Halbzeit auch ein viertes Mal im Clubtor klingeln sollte. Benjamin Auer ließ die Club-Abwehrspieler wie Slalomstangen stehen und versenkte seinen Schuss aus gut 16 Metern in der 45. Minute zum 4:1.
Nach der Pause plätscherte das Spiel für eine Viertelstunde ein wenig dahin, ehe die Aachener klar machten, dass sie dieses Spiel nicht nur gewinnen, sondern hoch gewinnen wollten. Szilard Nemeth hatte nach einer Ecke in der 58. Minute zum 5:1 getroffen.
Der zweite Treffer von Isaac Boakye in der 67. Minute löste im Club-Fanblock verständlicherweise nur noch sehr verhaltenen Jubel aus.
Einige unverwüstbare Clubberer riefen gerade etwas von „Auswärtssieg“ von den Rängen, als Aachen den vier Tore Vorsprung in der 73. Minute durch Christian Fiel wieder herstellte. Erneut war der Treffer nach einer Ecke gefallen.
Mit dem 6:2 gaben sich die Aachener Gastgeber letztlich zufrieden. Schließlich hatten sie dem Club an diesem Sonntag mehr als ein Drittel so viele Tore eingeschänkt, als die Gäste vorher in der ganzen Saison gefangen hatten.
In der Tabelle rutscht der FCN damit wieder auf den siebten Tabellenplatz ab und steht eventuell genau da, wo er hingehört – im vorderen Mittelfeld der zweiten Liga. Ganz nach vorne gehört man mit solch schwankenden Leistungen jedenfalls nicht.