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DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

Noch vor Wochenfrist hat DER DISORDER an dieser Stelle geschrieben, dass ihm vor der Auswärtspartie beim FC Ingolstadt Angst und Bange ist. Nach den jüngsten Erfolgen der Schanzer sei nicht wirklich mit einer Ausbeute beim kleinen Derby zu rechnen und wer zu Hause gegen den Tabellenletzten über ein torloses Remis nicht hinauskommt, solle gefälligst gucken, dass er in Auswärtsspielen nicht allzu hoch verliert.
Zum Glück, kann DER DISORDER da nur sagen, ist der Club nicht derart desillusioniert nach Ingolstadt gefahren, wie die meisten Fans. Michael Oenning hatte Wort gehalten und – wenn auch teils verletztungsbedingt – der Jugend eine Chance gegeben. Das Ganze hätte auch schief gehen können, doch im Gegensatz zu den vielen negativen Schlagzeilen der letzten Wochen, hat der Club dieses Mal positiv überrascht.
Um der sofort wieder ausbrechenenden Euphorie jedoch einen gesunden Deckel zu verpassen, muss man sich nur einmal ansehen, wie das Ergebnis in Ingolstadt zustande gekommen ist. In einem kurzen Satz formuliert: Das Spiel endete 3:0 statt 1:1. Sämtliche Unterschiede zu anderen Partien der jüngsten Vergangenheit sind in diesen wenigen Worten zusammengefasst. Der Club hat eben nicht kurz vor Schluss den Ausgleich kassiert – und das, obwohl man sich auch dieses Mal nicht hätte beschweren, wenn es passiert wäre. Und der Club hat eben dann in den entscheidenen Momenten kurz vor Schluss endlich mal nachgelegt, hat die Führung erhöht und dem Gegner somit zwar spät, doch nicht zu spät, den Wind aus den Segeln genommen.
Der Punkt ist: Die Ansätze waren in Ingolstadt durchaus vorhanden. Es besteht jedoch auch weiterhin jede Menge Luft nach oben und wer aufsteigen will, muss sich gegen echte Gegner sicherlich noch einmal steigern. Ungebremste Euphorie ist nach dem ersten Sieg im siebten Auswärtsspiel sicherlich fehl am Platze. Vielmehr steht man eigentlich an einem Punkt, an dem man in den letzten Monaten durchaus des Öfteren stand, den man jedoch stets in die falsche Richtung verließ. Statt den ersten Schritt zu nutzen, um den Weg in die richtige Richtung weiter zu gehen, folgte in den letzten Monaten beim Club jeder noch so kleinen Hoffnung stets der erneute Rückschlag.
Immerhin scheint zumindest Club-Kapitän Raphael Schäfer die Gunst der Stunde mit dem nötigen Ernst erkannt zu haben: „Wir sollten auf gar keinen Fall schon wieder in Jubel-Arien ausbrechen. Wichtig war nur die gute Leistung, dass wir in dieser neuen, ungewohnten Zusammenstellung zu null gespielt haben.“
Und Schäfer spricht einen weiteren Faktor an, der in der Woche vor dem Ingolstadt-Spiel eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat: Die Vorstandsquerelen, die im Laufe der Woche mit einem seltsamen Burgfrieden beendet wurden. Schäfer spricht aus, was viele Menschen im engeren Umfeld des Clubs nur dachten: „Wenn es ein bewusster Schachzug für das Spiel war, war es ein guter.“ Schließlich konzentrierten sich die Schlagzeilen der letzten Woche allein auf den Vorstand des Chaosclubs 1.FC Nürnberg. Die Mannschaft selbst konnte sich in aller Ruhe vorbereiten und schließlich am Sonntag zeigen, was eine ruhige Vorbereitung ausmachen kann.
Und so steht man nach guter Leistung nun also wieder an der Weggabel – wieder kann es für den Club nur heißen: Entweder nachlegen oder die guten Ansätze aus Ingolstadt gegen F**** mit dem Hintern wieder einreissen.
DER DISORDER jedenfalls ist gespannt, in welcher Verfassung sich die Mannschaft am Sonntag im Derby präsentieren wird. Immerhin: Er ist gespannt – und das ist auf alle Fälle schon ein Fortschritt zu so manch anderen Spielen der jüngsten Vergangenheit.