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DER DISORDER – Der aktuelle Dienstagskommentar

An dieser Stelle muss sich DER DISORDER nun einmal tief verneigen… nein, keine Angst, nicht vor den Herren Gurkenkicker, die unglücklicherweise in dieser Saison das Trikot seines Lieblingsvereins tragen. Nein, DER DISORDER verneigt sich an dieser Stelle vor Willi.
Willi ist Familienvater und Clubfan, geht gerne ins Frankenstüble, aber auch ins Stadion – wenn es die Zeit zulässt. Willi war auch in St. Petersburg und in Lissabon. Und Willi hat Ahnung von Fußball. Ahnung vom Club, wenn dem DISORDER vor lauter Schönfärberei noch die Augen verklebt sind.
Denn Willi hat den DISORDER letzte Woche Mittwoch vor dem Spiel gegen Oberhausen im Frankenstüble angesprochen und ihm die Augen geöffnet. Willi hat es auf den Punkt gebracht, was DER DISORDER nicht sehen wollte. Dem Kommentar von letzter Woche hat er widersprochen und den DISORDER darauf aufmerksam gemacht, dass es doch auch sein könne, dass die Spieler mit dem FCN-Logo auf der Brust keineswegs keinen Bock hätten. Im Gegenteil: Vielleicht würden sie ja sogar das tun, wofür sie bezahlt werden… wenn sie denn nur könnten.
Willi jedenfalls war sich bereits vor dem Spiel in der Wochenmitte gegen Oberhausen sicher: Die Clubberer können es einfach nicht besser.
Und als hätten sie es gehört, gurken sich Mintal und Co. zu einem knappen Heimsieg gegen den Neuling und wenn St. Pauli das Tor selbst nicht trifft, helfen sie eben per Eigentor.
Schon mal darüber nachgedacht, dass die Herren in Rot-Schwarz es wirklich nicht besser können? Was machen wir denn dann? Eine trostlose Aussicht, vor der man als Clubfan natürlich gerne die Augen verschliesst. Allein: Die Art und Weise, wie das Team von Michael Oenning (auch nach dem Trainerwechsel) bisher in dieser Saison aufgetreten ist, lässt das Schlimmste befürchten.
Zumal inzwischen auch die Mechanismen der Vorsaison schon wieder greifen.
„Mit der mannschaftlichen Geschlossenheit bin ich zufrieden – aber natürlich nicht mit dem Ergebnis.“, verlautbahrte unser Trainer nach dem Spiel. Ein Satz, den der interessierte Fan in der letzten Saison mehr als häufig und vor allem mehr als genug gehört hat. Hallo Club? Aufwachen! Mund abwischen. Wir sind längst an dem Punkt angekommen, an dem eben nur noch das Ergebnis zählt. Drauf geschissen, wie ein Sieg zustande kommt. Hauptsache: Er kommt überhaupt zustande.
Für mannschaftliche Geschlossenheit konnten wir uns schon in der Vorsaison nichts kaufen und wenn man dann die Worte des Kapitäns Raphael Schäfer in der BLÖD-Zeitung lesen muss, könnte man als Club-Anhänger geradewegs aus der Haut fahren. „Jetzt müssen wir uns in den Winter retten und uns dann neu sammeln.“ Sorry, Rapahel, das klingt ja schon fast so, als würde Jan Koller in der Winterpause zum Club zurückkehren. Traurig, traurig!
Und das Einzige, was einen als Clubfan im Moment überhaupt noch über Wasser hält, ist die zweite Liga selbst. Da schlägt Jeder Jeden, kommt Freiburg in Ingolstadt unter die Räder, schlägt St. Pauli in Duisburg zu und Ahlen in Aachen. Einzig Kaiserslautern und Mainz scheinen im rheinland-pfälzischen Gleichschritt zu marschieren. Aber mal ehrlich: Wer in Koblenz 5:0 verliert und auch in Oberhausen ohne Punktgewinn bleibt, der wird auch noch seine Schwächeperiode in der Saison haben.
Ein Pfeifen im Walde – da ist sich DER DISORDER durchaus bewusst. Aber was bleibt einem als Clubfan im Moment denn anderes übrig?