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Zweite Fußball-Bundesliga 2008/2009, 11. Spieltag
[Sonntag, 02.11.08] FC St. Pauli – 1.FC Nürnberg 1:0 (0:0)

Der 1.FC Nürnberg hat nach vier Spielen ohne Niederlage seine Serie reissen lassen und beim FC St. Pauli deutlich gezeigt, woran es dem Absteiger aus der ersten Liga mangelt. Wieder fehlte dem Club nach unglücklichem Rückstand vor allem eine Person: Ein Spieler, der die Ärmel hochkrämpelt, die Nase abwischt und den verunsicherten Mannschaftskameraden die Richtung zeigt.
Dabei entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein durchaus spannendes Spiel – nicht geprägt durch Können und hochklassigen Fussball, sondern eher durch zwei Teams, die sich im Mittelfeld meist gegenseitig neutralisierten.
Erste Chance des Spiels: Nach siebzehn Minuten rutschte Javier Pinola denkbar knapp an einer scharfen Hereingabe vorbei, dass den meisten der rund 2500 Gästefans der Torschrei im Halse stecken blieb.
In der 33. Minute kam es dann auf Paulianer Seite zum ersten Torschrei. Nach Verwirrung im Nürnberger Strafraum landete der Ball plötzlich hinter der Linie. Schiedsrichter Manuel Graefe aus Berlin verweigerte dem Treffer wegen einer Abseitsstellung jedoch die Anerkennung.
Fast im Gegenzug gab auf der anderen Seite Aufregung. Die Frage war, ob Pauli-Keeper Mathias Hain den Schuss von Marco Engelhardt hinter oder auf der Linie gehalten hatte. Schiedsrichter Graefe war sich sicher, dass der Ball nicht im Tor war und so ging es torlos in die Kabinen.
Nach der Pause dann der frühe Schock für den Club. Marius Ebbers hatte sich auf der linken Seite durchsetzen können und brachte den Ball scharf nach innen. José Goncalves verschätzte sich bei der Abwehr und traf in der 48. Minute aus wenigen Metern das eigene Tor.
Zwanzig Minuten lang versuchte der Club nun mehr schlecht als recht, wieder ins Spiel zu kommen und sich Ausgleichschancen zu erarbeiten. Ausgerechnet dem sonst so besonnenen Marek Mintal ging in der 68. Minute aufgrund der Harmlosigkeit des eigenen Teams die Hutschnur hoch. Nach einem Schubser im Strafraum (der durchaus Elfmeter für den Club hätte geben können) trat der Slowake gegen seinen Gegenspieler nach und wurde vom Schiedsrichter mit roter Karte vom Platz gestellt.
Mit einem Mann weniger stämmte sich der Club nun endlich leidenschaftlich gegen die Niederlage – blieb jedoch glücklos. In der 80. Minute musste sich Pauli-Torhüter Hain ordentlich strecken, um einen platzierten Schuss des eingewechselten Isaac Boakye noch zu erreichen.
Drei Minute später wäre Hain ohne Chance gewesen. Ein fulminanter Schuss von Ioannis Masmanidis aus halbrechter Position klatschte jedoch ans Lattenkreuz. Auch Angelos Charisteas hatte in der 85. Minute mit einem Schuss Pech.
Es blieb schließlich beim letztlich glücklichen 1:0-Sieg für St. Pauli. Und während die Hausherren damit am Millerntor weiter ungeschlagen bleiben, wartet der Club auch nach elf Spieltagen noch auf den ersten Auswärtssieg und dümpelt weiterhin im Niemandsland der Tabelle umher.