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DFB-Pokal 2008/2009, 2. Hauptrunde
[Mittwoch, 24.09.08] FC Bayern München – 1.FC Nürnberg 2:0 (1:0)

Der DFB-Pokalsieger 2009 wird nicht 1.FC Nürnberg heißen. Der Club verlor am Mittwoch-Abend ohne große Mühe in der Arroganz-Arena mit 0:2 und ist damit wie in der Vorsaison bereits in der zweiten Runde aus dem Pokal-Wettbewerb ausgeschieden. Vor 65.000 Zuschauern im Südfriedhof des Fussballs verpasste der FCN die Überraschung und musste sich anders als 2003 (damals trat man ebenfalls als Zweitligist in München an und erkämpfte sich ein Elfmeterschießen) bereits nach regulärer Spielzeit geschlagen geben.
Nach der verdienten Klatsche am letzten Samstag gegen Werder Bremen, machten die Millionarios des Wurstfabrikanten gegen den Club von der ersten Minute an Ernst. Und da die Mannschaft von Michael Oenning momentan für frühe Gegentore sehr empfänglich ist, nahm Chancentod Miroslav Klose die Einladung zur Bauern-Führung bereits in der siebten Minute an. Ausnahmsweise hatte Klose den Ball einmal besser getroffen als gewollt und so brachte er seinen Schuss aus halbrechter Position unhaltbar für Raphael Schäfer im langen Eck unter. Die Hintermannschaft des Vize-Rekordmeisters präsentierte sich in der ersten Halbzeit oft wie ein Zweitliga-Hühnerhaufen und hatte der Geldmaschine von der Isar wenig entgegen zu setzen. Zum Glück zeigte sich Raphael Schäfer erneut als bester Clubspieler und vereitelte so manche Bauern-Chance. Nach vorne ging für den Club wenig, doch zumindest zwei Mal hätte es durchaus im Kasten der Hausherrn klingeln können. In der 18. Minute verpasste Daniel Gygax mit einem Fernschuss das Tor nur knapp. Kurz vor der Pause dann der beste Spielzug der in schwarz gekleideten Clubberer. Javier Pinola zog auf der linken Seite bis fast zur Grundlinie durch und passte den Ball scharf und flach nach innen. Im Sturmzentrum rutschte Marek Mintal nur knapp am Ball vorbei.
Mit dem knappen Rückstand ging es also in die Pause und auch nach dem Seitenwechsel änderte sich in der Partie nur wenig: Die Mannschaft von Grinsebär Klinsmann tat nicht mehr als unbedingt nötig, wurde von einem engagierten, doch oft glücklos wirkenden Club aber auch daran gehindert, zu glänzen. Im Gegenteil: Der Club war es, der in der zweiten Hälfte die erste gute Chance auf ein Tor hatte. Daniel Gygax hatte Marek Mintal mustergültig mit einem Ball bedient. Der Slowake scheiterte jedoch an Michael Rensing.
Kurz und schmerzlos fiel in der 68. Minute dann das zweite Tor für die Kommerztruppe. Eine hässlich anzusehende Ballstaffette schloß Tim Borowski mit einem Abstaubertor ab. Danach war die letzte Gegenwehr des Club erloschen. Einzig Joe Mnari sorgte mit einem guten Fernschuss zehn Minuten vor Schluss noch ein Mal für Aufsehen – auch, weil sich Bauernkeeper Michael Rensing mal wieder selten blöd anstellte. Am Ende unterlag der Club in der schrecklichsten Stadt Deutschlands zwar durchaus verdient, doch auch mit deutlicher Leistungssteigerung gegenüber dem Mainz-Spiel. Michael Oenning sagte nach dem Spiel: „Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Mir ist jetzt nicht Bange vor Montag, ich habe viele positive Ansätze gesehen.“ Wollen wir hoffen, dass der Club dies am Montag gegen Duisburg umsetzen kann. Schließlich gilt nach dem Pokal-Aus die volle Konzentration nun der Meisterschaft. Auch der schwäbische Bäckerlehrling auf Bauern-Seite hatte durchaus seine Meinung zu dem Spiel. Die interessiert jedoch an dieser Stelle einfach mal rein gar nicht. Denn wenn sich in einer Millionenstadt junge Frauen freiwillig wie Dorfpomeranzen kleiden, um bei schlecht gezapftem Dünnbier bis 23 Uhr (!) in rauchfreien (!!!) Bierzelten auf feierwütig zu machen, kehrt man als Clubfan gerne wieder in die Hauptstadt zurück – immer in der Gewissheit, dass es da im Süden eine Stadt gibt, die genau den Verein hat, den sie verdient.