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Zweite Fußball-Bundesliga, 4. Spieltag
[Sonntag, 14.09.08] SV Wehen Wiesbaden – 1.FC Nürnberg 2:2 (2:0)

Dejá vu für alle Clubfans. Wie schon im Heimspiel gegen Alemannia Aachen erkämpft sich der 1. FC Nürnberg nach 0:2-Halbzeitrückstand noch ein 2:2-Unentschieden. Die 1:2-Niederlage in Kaiserslautern eingerechnet ist es bereits das dritte Spiel in Folge, bei dem der Club zur Halbzeit mit zwei Toren in Rückstand liegt. Dabei begann der FCN im ersten Spiel unter Cheftrainer Michael Oenning durchaus gefällig und mit sichtbarem Willen, das Spiel in Wiesbaden siegreich zu gestalten. Nürnberg ließ den Ball in den eigenen Reihen laufen und war von der ersten Minute an bemüht, die Heimelf nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.
Trotzdem waren es die Gastgeber, die in der neunten Minute zur ersten hochkarätigen Torchance kamen. Vor 10.114 Zuschauern in der Brita-Arena klärte Clubkeeper Raphael Schäfer einen gefährlichen Schuß von Sascha Amstätter aus der zweiten Reihe. Bezeichnend dann die Führung der Wiesbadener in der 18. Minute. Der Club hatte sich zunächst auf der anderen Seite den ersten Eckball erkämpft. Nach Hereingabe von Marco Engelhardt und Kopfball von Angelos Charisteas konnte Wehens Torhüter Alexander Walke mit einer Glanztat retten. Der schnelle Abstoß des Keepers landete dann punktgenau auf Sanibal Orahovac. Der Wehener stand völlig allein, konnte den Ball in Ruhe annehmen und zog aus gut 20 Metern einfach mal ab. Raphael Schäfer hatte keine Abwehrmöglichkeit und so ging der SVWW in Führung.
Nach dem Gegentreffer waren die Nürnberger wie gelähmt. Kaum ein Pass, der ankam, kaum eine Aktion, die echte Gefahr vor das Wiesbadener Tor brachte. Fast folgerichtig daher das 0:2 aus FCN-Sicht in der 36. Minute. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld kam letztlich erneut Orahovic entscheidend an den Ball und markierte aus kurzer Distanz und unhaltbar für Schäfer die sichere Führung zur Halbzeit.
Nach der Pause präsentierte sich der Club nun endlich, wie ihn die Fans von Beginn an erwartet hatten. Javier Pinola bewies den Willen zum Sieg in der 56. Minute mit schöner Einzelaktion. Er stocherte den Ball durch sieben Abwehrspieler an der Strafraumgrenze mit der Zehenspitze zu Marek Mintal. Der Slowake schob platziert zum Anschlusstreffer ein. Nach diesem Befreiungsschlag zeigte der Club nun endgültig, wer in Wiesbaden unbedingt gewinnen wollte. Angriff um Angriff rollte in Richtung Torhüter Walke – allein: Der Erfolg blieb dem Club verwehrt. Mit Angelos Charisteas (68. Minute), Aleksandar Mitreski (80.) und dem eingewechselten Christian Eigler (82. Minute) scheiterten gleich drei Clubberer knapp an der dicht gestaffelten Abwehr der Hessen.
Der 1:2-Rückstand zementierte sich zunehmend und wurde erst durch den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Thomas Frank wieder brüchig. Der – wie Eigler – ebenfalls eingewechselte Peter Perchtold war in der 82. Minute im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht worden. Javier Pinola lief zum Elfmeter an, konnte Torhüter Walke mit seinem platzierten Schuss jedoch nicht überwinden. Isaac Boakye hatte mit dem Nachschuss freistehend jede Chance, spielte den Ball aus kurzer Distanz jedoch direkt in die Arme von Wehens Schlussmann.
Und so kam es erst in der Nachspielzeit zur allgemeinen Nürnberger Befreiung. Ioannis Masmanidis brachte die sechste Ecke der Franken von der rechten Seite herein. Am Elfmeterpunkt stand Angelos Charisteas genau richtig und köpfte die Lederkugel Sekunden vor dem Abpfiff unhaltbar zum Ausgleich ein.
Für Wehen Wiesbaden sicherlich ein unglücklicher Gegentreffer in der letzten Minute, doch aufgrund der zweiten Halbzeit für Nürnberg durchaus verdient. Wer jedoch – wie der Club – den direkten Wiederaufstieg als erklärtes Saisonziel ausgegeben hat, darf eine erste Halbzeit nicht derart verschlafen.