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Zweite Fußball-Bundesliga, 3. Spieltag
[Sonntag, 31.08.08] 1.FC Nürnberg – Alemannia Aachen 2:2 (0:2)

Viel war spekuliert worden beim Club, nachdem Thomas von Heesen während der Woche das Traineramt niedergelegt hatte. Von Aufbruchsstimmung und Befreiung war die Rede, aber auch davon, dass die Mannschaft nun in der Pflicht stehe.
90 Minuten später muss man den Clubspielern zumindest attestieren, dass sie den Kampf angenommen haben – auch, wenn sie in manchen Aktionen noch unglücklich agierten. Gegen Alemannia Aachen entwickelte sich von Anfang an ein Spiel , wie es die Zuschauer im Max-Morlock-Stadion diese Saison wohl des Öfteren zu sehen bekommen werden. Der Gast stellte sich von Anfang an hinten rein, machte die eigenen Abwehrreihen dicht und hoffte auf den ein oder anderen erfolgreichen Konter.
Zunächst schien dies auf Aachener Seite schief zu gehen. Torhüter Stuckmann, der ansonsten erstklassig hielt, unterlief in der 14. Minute gegen den anstürmenden Isaac Boakye ein Fehler. Der Clubstürmer stand schließlich frei vor dem (fast) leeren Aachener Tor und musste sich eigentlich nur noch die Ecke aussuchen. Er suchte sich die falsche Ecke aus und so konnte Seyi Olajengbesi für die Gäste auf der Linie klären.
Ironie des Schicksals: Eben dieser Olajengbesi nutzte nur zwei Minuten später eine Unsicherheit in der erneut umformierten Clubdefensive und köpfte in der 16. Minute zur bis dahin sehr glücklichen Gästeführung ein.
Nach dem Rückstand merkte man den Clubberern die Verunsicherung an. Nach vorne ging in dieser Phase des Spiels trotz weiterem Bemühen nicht mehr viel und hinten herrschte bei jedem Aachener Vorstoß heilloses Durcheinander. Fast logische Konsequenz war in der 29. Minute gar das 2:0 für die Gäste. Benjamin Auer hatte zunächst aus etwa 16 Meter abgezogen. Der Schuss konnte noch abgewehrt werden, landete jedoch direkt wieder vor Auers Füssen, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte.
Die letzte Viertelstunde vor der Pause war der Club dann zunächst um Schadensbegrenzung bemüht und suchte über den Kampf nach einem Weg, das Spiel wieder in Griff zu bekommen.
Dies gelang nach der Pause eindrucksvoll. Die Spieler von Interimscoach Michael Oenning kamen wie ausgewechselt aus der Kabine und zeigten nach dem Wiederanpfiff, dass sie sich noch lange nicht geschlagen geben würden.
Nur vier Minuten nach dem Seitenwechsel wurde dieses Bemühen bereits das erste Mal belohnt. Der gerade erst eingewechselte Christian Eigler zog aus der Halbdistanz einfach mal ab und traf trocken und humorlos ins linke Eck. Für Aachens Schlussmann gab es in der 49. Minute keinerlei Abwehrchance.
Nürnberg blieb nach dem Anschlusstreffer die spielbestimmende Mannschaft und setzte Aachen ordentlich unter Druck. Was fehlte, war weiterhin das entscheidende Quäntchen Glück. So wurde der vermeintliche Ausgleich von Eigler in der 54. Minute wegen Abseits nicht gegeben.
Die gut 30.000 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion mussten also bis zur 68. Minute warten. Der bärenstarke Daniel Gygax setzte kraftvoll nach und erzielte mit langem Bein und letztem Willen den längst verdienten Ausgleich.
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Club über den Kampf längst ins Spiel gefunden und ließ auch nach dem Ausgleich keineswegs nach. Die größte Chance auf den möglichen Siegtreffer hatte Angelos Charisteas in der 76. Minute. Der Grieche zeigte ein engagiertes Spiel und hatte Pech, dass sein mustergültiger Kopfball am Innenpfosten des Aachener Tores landete und von dort ins Spielfeld zurücksprang.
Es blieb schließlich beim 2:2-Unentschieden, mit dem die Aachener aufgrund der zweiten Halbzeit noch gut bedient waren. „Wir wollten mit Begeisterung und Leidenschaft auftreten, das ist uns gelungen. Leider heißt das nicht, dass man ein Spiel dann auch gewinnt“, sagte Club-Trainer Oenning: „Es spricht für die Mannschaft, dass sie zurückgekommen ist. Am Ende ist das Unentschieden unglücklich.“
„Das Unentschieden ist eine gefühlte Niederlage. Wir hätten ein, zwei Tore mehr machen müssen, denn wir hatten gute Chancen“, sagte Torschütze Eigler nach dem Spiel.