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Fußball-Bundesliga 2007/2008, 34. Spieltag
[Samstag, 17.05.2008 – 15.30 Uhr] 1.FC Nürnberg – FC Schalke 04 0:2 (0:1)

0:1 (20.) Marcelo Bordon
0:2 (61.) Marcelo Bordon

Während Bielefeld in Stuttgart nicht über ein Unentschieden hinaus kommt, verliert der Club zu Hause gegen Schalke 04. Der Worte sind genug gewechselt, Geduld haben wir bewiesen…

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

In tiefster Trauer

Noch immer in tiefster Trauer und taub vor Fassungslosigkeit, irre ich einen Tag nach dem GAU hilflos durch die Stadt, lande in einem dunklen IrishPub – ohne Tageslicht. Gut so. Ich will die Sonne nicht mehr sehen. Ich will niemanden mehr sehen. Und schon gar nicht will ich je wieder Fußball sehen… Trotzdem muss ich mir angucken, wie es Kaiserslautern doch noch schafft, die Klasse zu halten. Hallo Lautern, wir kommen. Es ist also möglich, auch am letzten Spieltag mit dem Rücken zur Wand noch die Liga zu halten. Auch gegen ein Spitzenteam. Man muss halt kämpfen, man muss halt wollen. Doch wenn man den besser dotierten Vertrag im Falle des Abstiegs schon in der Tasche hat, will man halt nicht mehr so richtig – seien wir zumindest so ehrlich. Alles andere sind Lippenbekenntnisse.
Die nächsten Wochen werden geprägt sein von solchen Lippenbekenntnissen und wirklich sicher, wer auch in der zweiten Liga noch für den Club aufläuft, kann man sich erst im August sein, wenn es denn wirklich so weit ist. So lange werden sie sich die Wege offen halten und wenn drei Tage vor Saisonbeginn noch das Millionenangebot kommt, wird eben auch kurz vor knapp noch zugeschlagen. Kennen wir doch. Schließlich sind wir Rekordabsteiger und haben inzwischen so etwas wie eine traurige Routine entwickelt.

Warten wir also ab – ein paar der Männer vom Samstag können von mir aus lieber heute als morgen das Weite suchen. Um ein paar Andere täte es mir richtig leid. Was wir in der zweiten Liga brauchen, ist die richtige Mischung aus Kämpfern und Spielern. Diese Mischung hat im Abstiegskampf offensichtlich gefehlt. Da gilt es nachzuholen, sonst wird es nichts mit dem direkten Wiederaufstieg.

Interessant zu sehen sein wird auch, wie sich Thomas von Heesen entwickelt. Bisher hat er sich ja vor allem durch Blutleere und Arroganz ausgezeichnet. Nun hat er eine ganze Vorbereitung lang Zeit, aus der Mannschaft das Team zu formen, welches er sich vorstellt. Und Thomas von Heesen wird wissen, dass er vom ersten Spieltag an genau daran gemessen werden wird.
Denn bei aller Liebe: Den Schmerz dieser Tage überlebe ich nur in leiser Hoffnung auf die wundervolle Aufstiegsfeier in Jahresfrist. Denn ich bin Clubberer und ich werde es immer bleiben. Einige von denen, die am Samstag unser Trikot getragen haben, sind es nicht und die können mich am Arsch lecken. Führt euch einfach mal vor Augen, dass Support eben nicht nur heißt, in der Nordkurve zu stehen und ordentlich zu brüllen. Support kann auch bedeuten, wie am gestrigen Sonntag mit dem ICE von Nürnberg nach Berlin zu fahren und auf einen ganzen Wagen voller Hertha-Fans zu stoßen, die nach einer Bauern-Klatsche auf dem Weg nach Hause sind und trotzdem vom Europapokal singen dürfen. Ganz harte Schule ist das.
Mit Tränen in den Augen hänge ich meinen rot-schwarzen Schal trotzdem auf und ernte nur mitleidige Blicke. Mitleidige Blicke von einem Hertha-Fan – welch Demütigung. Aber sie sollen sehen: Clubberer stehen zu ihrem Club – egal, was passiert. Und Clubberer ertragen auch die tiefsten Demütigungen noch mit Stolz. Mögen die Wege noch so steinig sein…

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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ach, was soll man sagen? Wäre es nach den Fans gegangen und ihre seit vielen Jahren gelebte Fanfreundschaft, der Glubb hätte an diesem sonnigen Mai-Samstag mit 6:0 gewonnen, die Klasse gehalten und am Ende hätten alle gefeiert… Fußballprofis sind aber keine Fans und sie werden dafür bezahlt, zu gewinnen – selbst, wenn es am letzten Spieltag im Grunde um nichts mehr geht. Am Ende steht für den FCN somit der Abstieg und für die Clubberer 04 Berlin trotzdem viele schöne Fahrten…