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Fußball-Bundesliga 2007/2008, 26. Spieltag
[Samstag, 29.03.2008 – 15.30 Uhr] 1.FC Nürnberg – FC Bayern München 1:1 (1:0)

1:0 (44.) Zvjezdan Misimovic
1:1 (81.) Lukas Podolski

Es war wieder Derby-Zeit in Nürnberg und hörte man sich vor dem Spiel um und legte die Leistung der letzten Spiele zu Grunde, ging es eigentlich nur darum, wie hoch der Club verlieren würde. Optimismus sieht anders aus und die skeptischen Clubfans schienen vor ausverkaufter Kulisse gleich in den ersten Minuten in ihrer Meinung bestätigt. Die Gäste aus München legten los wie die Feuerwehr und vergaben bereits nach 13 Sekunden durch Luca Toni ihre erste hochkarätige Chance. Ze Roberto nutzte einen Stellungsfehler von Andreas Wolf, gab den Ball nach innen, wo der Italiener Toni mit seinem Schuss an Jaromir Blazek scheiterte. Der Tscheche stand für den erkrankten Daniel Klewer von Beginn an im Tor.
Was zu diesem Zeitpunkt freilich Niemand ahnte: Die frühe Möglichkeit von Toni sollte die einzige Torchance der Bayern in der ersten Hälfte bleiben. Der Tabellenführer trat im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts mehr und mehr pomadig auf und schien die Aufgabe im Max-Morlock-Stadion nicht so recht ernst zu nehmen. Um so besser dagegen der Club. Je länger das Spiel dauerte, desto sicherer wurden die Franken und nahmen das Heft entschieden in die Hand. Jan Koller (14.) und Ivan Saenko (21.) hatten erste Möglichkeiten, scheiterten jedoch ebenso wie der starke Javier Pinola mit seinem Schuss in der 24. Minute. In der 33. Minute schloss Marco Engelhardt einen schönen Angriff über rechts mit einem Schuss ab, konnte Oliver Kahn bei seinem letzten Besuch als Spieler in Nürnberg jedoch nicht bezwingen.
Besser machte es dann kurz vor dem Pausentee Zvjezdan Misimovic. Pinola hatte einen Einwurf auf der linken Seite schnell ausgeführt, Saenko den Ball schön angenommen und direkt weiter zu Misimovic gepasst. Der Bosnier nahm sich ein Herz und traf unhaltbar für Bayern-Keeper Kahn ins rechte Toreck. Für Misimovic war es bereits der neunte Saisontreffer. Der Mittelfeldspieler erzielte damit die letzten vier Clubtore.
Mit der Führung ging es dann in die Pause. Einziger Wehrmutstropfen: Andreas Wolf hatte sich Mitte der ersten 45 Minuten mit einem unnötigen Foul an der Mittellinie die fünfte gelbe Karte vom schwachen Schiedsrichter Gräfe abgeholt. Er fehlt damit ebenso am kommenden Samstag in Frankfurt, wie Marco Engelhardt, der sich ebenfalls den fünften gelben Karton einbrockte.
Wer in der zweiten Halbzeit nun einen bedingslosen Sturmlauf der Bayern erwartet hatte, sah sich schnell getäuscht. Das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld spielte umständlich und wurde nur selten wirklich gefährlich. Jaques Abardonado, der für Glauber in die Mannschaft gerückt war und neben Andreas Wolf in der Innenverteidigung sein erstes Spiel für den Club von Anfang an machte, zeigte eine sehr gute Leistung und ließ die Bayern-Stürmer nicht zur Entfaltung kommen. Einzig in der 55. Minute wurde es gefährlich, als Franck Ribery den Ball nach innen zog und der zur Halbzeit eingewechselte Lukas Podolski mit seinem Schuss an Blazek scheiterte.
Auf der anderen Seite hätte Jan Koller in 59. Minute für eine Vorentscheidung sorgen müssen. Christian Lell hatte eine Hereingabe von Robert Vittek unterschätzt und Koller musste den Ball aus wenigen Metern eigentlich nur noch einschieben. Der Tscheche schien jedoch ein wenig überrascht und verstolperte die Lederkugel schließlich in die Hände des schon am Boden liegenden Oliver Kahn.
In der 66. Minute hätte Marco Engelhardt dann alles klar machen können, zögerte jedoch vor dem Bayern-Tor zu lange. Auf Bayern-Seite versuchte es Luca Toni in der 78. Minute mit einem Kopfball. Doch der starke Blazek im Clubtor hatte keine Mühe. Drei Minuten später dann doch noch der Ausgleich. Langer Ball von Zé Roberto auf Ribery. Der Franzose spielte in der 81. Minute weiter zu Podolski, der mit einem beherzten Schuss aus kurzer Entfernung ähnlich unhaltbar traf, wie Misimovic in der ersten Hälfte.
In den letzten Minuten warf der Club noch einmal alles nach vorne und zeigte sich mit dem Punkt keineswegs zufrieden. Und Jan Koller hatte dann in der 84. Minute in der Tat auch nochmal eine Chance, köpfte jedoch aus elf Metern Entfernung neben das Tor.
Es blieb also beim 1:1, mit dem vor dem Spiel sicherlich jeder zufrieden gewesen wäre. Der Spielverlauf jedoch hätte mehr zugelassen und spätestens nach den Ergebnissen aus den anderen Stadion wusste man beim Club, dass das fünfte Heim-Unentschieden in Folge letztlich zu wenig war. Durch den Auswärtssieg des MSV Duisburg in Bremen und den Heimsieg von Energie Cottbus gegen Hertha BSC (die Schande von der Spree) rutschte der Club auf den letzten Tabellenplatz und hat nun drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer.

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Wenn ein Punkt zur Niederlage wird

Irgendwann musste es ja so kommen. Da hat der Club den großen FC Bauern mit kämpferisch und spielerisch überzeugender Leistung am Rande einer Niederlage, kassiert dann wie immer in dieser Saison noch das Gegentor zum Ausgleich und rutscht letztendlich ans südlichste Ende der Tabelle. Denn so schön ein Unentschieden gegen den großen Nachbarn aus dem Süden auch ist, so sehr man sich auch vor dem Spiel über einen Punkt gegen die Millionarios gefreut hätte, so sehr muss man beim Club nun langsam einsehen, dass ein Remis eben nicht mehr reicht. Das Schneckenrennen am Tabellenende hat Fahrt aufgenommen. Duisburg kann plötzlich in Bremen gewinnen, Cottbus war gegen die Hertha-Spree-Schande schon immer besonders motiviert und selbst die sonst so harmlosen Arminen aus der Stadt, die es nicht gibt, holen beim HSV einen Punkt.
Da mag ein Punkt gegen den Rekordmeister noch so sehr nach Achtungserfolg oder auch Genugtuung schmecken, da mag die Leistung des Clubs noch so sehr nach bester Saisonleistung aussehen – am Ende zählt kein schönes Spiel, am Ende zählen die Punkte, zählt vor allem der Tabellenplatz. Und eben genau was diesen Tabellenplatz angeht, ist der Club nach dem 26. Spieltag vom rettenden Ufer so weit entfernt, wie noch nie in dieser Saison. Der Club hat sie mal wieder in Händen: Die rote Laterne.
Und hat es eigentlich irgendjemand gemerkt? Der Abstand zum fünfzehnten Tabellenplatz hat sich in den letzten Wochen mit jedem Spiel um einen Punkt vergrößert. Jetzt sind es also drei Punkte – genau ein Sieg bei – wohlgemerkt – gleichzeitiger Niederlage des Gegners. Mit Sicherheit ist weder aus Cottbus, noch aus Duisburg oder Bielefeld mit diesem einen Spieltag eine Übermannschaft geworden, die nun niederlagenlos durch den Rest der Saison geht. Doch der warnende Finger sei trotzdem erhoben: Eine Niederlage der Gegner bringt dem Club nunmehr nur etwas, wenn er selbst drei Punkte einfährt.
Von mir aus dürfen die Clubberer gleich nächsten Samstag damit anfangen. Auch, wenn man in Frankfurt nie gut ausgesehen hat und die Hessen aus der 1:5-Pleite im Hinspiel sicherlich noch etwas gut zu machen haben. Und auch, wenn die Eintracht nach dem Überraschungserfolg in Leverkusen plötzlich am internationalen Geschäft schnuppert. Wenn die Mannschaft von Thomas von Heesen wirklich so viel besser ist als ihr Tabellenplatz, darf man auch in Frankfurt mal drei Punkte holen. Denn spätestens jetzt, wo das Tabellenende endlich erreicht ist, darf man nun kein Spiel mehr herschenken oder sich auf die Heimspiele verlassen. Was das bringt, haben wir in den letzten Heimspielen gegen Rostock, Cottbus, Hamburg und Bochum gesehen.
Also, liebe Clubberer, überrascht doch eure Fans auch einmal. Lasst dem guten Spiel gegen die Bauern einfach mal ein zweites gutes Spiel folgen. Das hatten wir in dieser Spielzeit nämlich noch nicht.

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Feiern auf dem letzten Platz

Die Sektion Norditalien feierte ihren 40. Geburtstag – also genauer: Der Sektion Niorditalien. Und da man nur einmal im Leben die Vier vor der Null feiert, war es an diesen Tag dann auch egal, dass der FCN durch das Unentschieden gegen die Bauern ans Tabellenende fiel. Im Grunde durfte und konnte man doch schon zufrieden sein, dass man nicht verloren hatte. Gefeiert wurde ordentlich und bis in den frühen Morgen. Schon vor dem Spiel traf man sich im Finnigans, nach dem Spiel ging es zuerst auf’s Volksfest und danach… ach, hüllen wir den Mantel des Schweigens über einen geilen Abend mit Erinnerungslücken und Fotos, die auf dieser Seite nichts zu suchen haben…