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Fußball-Bundesliga 2007/2008, 22. Spieltag
[Sonntag, 09.03.2008 – 17.00 Uhr] 1.FC Nürnberg – Hamburger SV 0:0 (0:0)

Der Club bleibt auch im dritten Heimspiel des Jahres 2008 ohne Sieg – gleichzeitig aber auch ungeschlagen. Was der Punkt gegen den Hamburger SV letztlich wert ist, wird sich wohl erst am Ende der Saison zeigen. Zu einer überzeugenden Leistung über neunzig Minuten hat es indes wieder nicht gereicht. Thomas von Heesen wartet auch nach dem sechsten Spiel als Clubtrainer auf den ersten Sieg.
Überzeugen konnten die Rot-Schwarzen nur in den ersten fünfundvierzig Minuten. Von Heesen begann im Sturm mit dem endlich genesenen Robert Vittek, der erstmals seit September 2007 wieder in der Startelf stand. Was jedoch Mut machte: Vittek spielte zumindest in der ersten Halbzeit richtig stark und riss gehörige Lücken in die Hamburger Deckung. Da auch Zvjezdan Misimovic nach überstandenem Bänderriss in die Startelf zurückkehrte und Trainer von Heesen den Bosnier statt einer dritten Sturmspitze brachte, musste neben dem gesperrten Jan Koller auch Angelos Charisteas zunächst auf der Bank Platz nehmen. Wegen Verletzung fehlte Thomas Galasek im defensiven Mittelfeld, doch Jaouhar Mnari und Peer Kluge erledigten ihre Aufgaben im defensiven Bereich mehr als angemessen. Bereits am Vortag war bekannt geworden, dass statt Jaromir Blazek Daniel Klewer das Clubtor hüten sollte.
Nach fünf Drangminuten des HSV zu Beginn des Spiels, nahm der Club schließlich mehr und mehr das Kommando in die Hand. Vor allem Ivan Saenko und der eben schon angesprochene Robert Vittek spielten hierbei des Öfteren ihre Schnelligkeit aus, zogen bis zur Grundlinie durch und brachten mit ihren Hereingaben stets Gefahr in den HSV-Strafraum. Auffällig: Wie von Thomas von Heesen vor dem Spiel gefordet, herrschte bei sinnlosen Flanken aus dem Halbfeld zum Glück komplette Fehlanzeige. Spielerisch kämpfend kam der Club besser und besser ins Spiel. Trotzdem war es Club-Keeper Daniel Klewer, der als Erster seine wahren Qualitäten an den Tag legen musste. In der 21. Minute lenkte er zwei Fernschüsse von Rafael van der Vaart und Ivica Olic gekonnt am Tor vorbei bzw. fälschte den Ball an den Torpfosten ab. Der Club spielte zu diesem Zeitpunkt zwar gefällig nach vorne, zwingende Torchancen blieben jedoch aus. Der HSV stand tief und versuchte nach Möglichkeit, seine Kräfte zu schonen. Verständlich nach dem UEFA-Cup-Auftritt am Donnerstag gegen Bayer Leverkusen. So gut der Club zu dieser Zeit auch bis zum gegnerischen Strafraum kombinierte; es wurde deutlich, dass es an diesem späten Nachmittag vor allem galt, den Hamburger Abwehrriegel zu knacken. In der 39. Minute sorgte Publikumsliebling Javier Pinola für Aufregung, als er Paolo Guerrero am Trikot zupfte und dafür vom Schiedsrichter seine fünfte gelbe Karte bekam. Pinola fehlt damit am nächsten Sonntag in Leverkusen.
Zwei Minuten vor der Halbzeit dann der größte Aufreger des Spiels. Peer Kluge war mit dem Ball am Fuß in den Hamburger Sechszehner eingedrungen und von Collin Benjamin von den Beinen geholt worden. Schiedsrichter Schmidt verweigerte zunächst den Elfmeterpfiff, musste sich jedoch von seinem wild winkenden Assistenten an der Seitenlinie eines Besseren belehren lassen. Der Mann hatte einfach die bessere Sicht auf das Geschehen und so entschied Schmidt kurz vor der Halbzeit doch noch auf Strafstoß. Natürlich waren die Hamburger alles andere als einverstanden mit der Entscheidung und während sich Zvjezdan Misimovic auf den Strafstoß vorbereitete und die Hamburger noch protestierten, geschah im Rücken aller Akteure etwas, was im Nachhinein das Spiel entscheiden sollte. Paolo Guerrero lief auf seinen Keeper Frank Rost zu und erzählte ihm offenbar, was er als Mannschaftskollege von Misimovic bei Bayerns Amateuren über den Bosnier gelernt hatte. Es sollte helfen. Abgesehen von der schwachen Ausführung des Strafstoßes durch Misimovic lag Rost bereits in der richtigen Ecke und so ging es torlos in die Pause.
Ein Ergebins, mit dem HSV-Trainer Huub Stevens offensichtlich nicht zufrieden war. Der HSV kam wie ausgewechselt aus den Kabinen und übernahm in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit problemlos das Kommando auf dem Rasen. Vor allem Ivica Olic sorgte immer wieder für Gefahr, sobald er auch nur in die Nähe des Club-Strafraums kam. Die beste Chance auf der Gästeseite hatte dennoch ein Anderer, ein Ex-Clubberer: In der 65. Minute donnerte David Jarolim einen Fernschuss ans Lattenkreuz des Club-Gehäuses. Wenn das der Unterschied zwischen Klewer und Blazek ist, – nämlich, dass beim Einen diese Schüsse im Tor landen, beim anderen am Gebälk – wird sich der traurige Jaromir Blazek mit dem Platz auf der Bank anfreunden müssen.
Fünfzehn Minuten vor Schluss einigten sich dann beide Teams wortlos auf das Unentschieden. Thomas von Heesen brachte zwar in der 79. Minute noch den vom Publikum schon Mitte der zweiten Halbzeit per Sprechchor vehement geforderten Fussballgott Marek Mintal, doch echte Akzente konnte der Slowake genauso wenig setzen wie der mit ihm eingewechselte Angelos Charisteas. So blieb es schließlich beim torlosen Ergebnis und es bleibt abzuwarten, welchem der beiden Teams dieses am Ende der Saison mehr nutzen wird.

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Alles  beim Alten

Es ist und bleibt ein ewiges Auf und Ab in dieser Saison beim Club. Genauso, wie man sich sicher sein kann, dass auf ein gutes Spiel wieder ein schlechtes Spiel folgt, kann man sich nach zwei bis drei schlechten Spielen auch sicher sein, dass mal wieder ein gutes Spiel folgt. Es geht hin und her und so recht weiß doch Niemand, wo man eigentlich steht und was die Punkte (sowohl die gewonnenen als auch die verlorenen) am Ende der Saison wert sind. Fast bekommt man den Eindruck, dass der Club nur dann noch gut spielen kann, wenn es unbedingt notwendig scheint. Sobald einer der Mitkonkurrenten am Ende der Tabelle irgendwo einen Punkt holt, holt eben auch der Club einen Punkt. Verlieren die anderen Teams, geht auch beim Club nichts zusammen.
Gestern nun musste der Club mal wieder nachlegen. Duisburg und Rostock hatten der Mannschaft von Thomas von Heesen den Gefallen getan und sich die Punkte geteilt, und so musste eben auch der FCN sich diesen einen Punkt mindestens holen, um die alten Abstände wieder herzustellen.
So weit, so gut, doch darf man natürlich die Tatsache nicht aus den Augen verlieren, dass man auf den Schalke-Verlierer Bielefeld zwar wieder einen Punkt gut gemacht hat, gleichzeitig jedoch auch die Chance vertan, endlich einmal vorbei zu ziehen. Zumal der eine Punkt Rückstand auf das rettende Ufer im Moment noch Augenwischerei ist. Gesetzt den Fall, Cottbus gewinnt im eigenen Stadion am morgigen Dienstag das Nachholspiel gegen den VfB Stuttgart, sind es für den Club nach 23 Spielen nämlich ruckzuck wieder zwei Punkte auf den Nichtabstieg.
Was dem Club letztendlich fehlt, ist und bleibt die Positivserie. Dabei reicht es mit der Konstellation am Tabellenende im Moment schon fast, wenn man einfach mal zwei Spiele nacheinander gewinnt und im dritten Spiel ein Unentschieden holt. Hansa Rostock ist das beste Beispiel dafür. Hier ein Punkt beim Club, dort ein Punkt gegen Bielefeld und mit einem Heimsieg gegen Erzrivale Hertha am kommenden Samstag wäre man plötzlich acht Punkte enteilt. Keine Garantie, doch mit Sicherheit ein Polster, mit dem sich die ein oder andere Situation ein wenig ruhiger angehen lässt.
Am Tag eins nach dem Spiel gegen den Hamburger SV wird beim Club vor allem die Tatsache, dass man gegen den Tabellendritten ohne Gegentor geblieben ist, positiv bewertet. „Mit einem Zu-Null-Spiel bin ich schon sehr zufrieden, auch wenn das in unserer Situation wenig ist.“, sagte Thomas von Heesen. Sein neuer Torhüter Daniel Klewer hat sicherlich kein schlechtes Spiel gemacht. Er wird jedoch weiterhin zeigen müssen, inwiefern er für die Sicherheit in der Hintermannschaft verantwortlich zeichnet oder inwiefern das torlose Remis eine Momentaufnahme im Fahrwasser des Torwartwechsels war.
Was dem Club weiterhin fehlt, ist das Zusammenbringen aller positiven Eigenschaften in einem Spiel. Es reicht nicht, wenn man in einem Spiel hinten schadlos steht und erst im nächsten Spiel wieder eigene Tore erzielt. Das Spiel gegen den Hamburger SV kann man in aller Konsequenz also höchstens als Hüpfer in die richtige Richtung verstehen. „Es ist eine Art Schneckenrennen.“, nannte von Heesen dies und zu einem Trend wird auch dieser Punkt erst, wenn es die Mannschaft schafft, am kommenden Sonntag in Leverkusen nachzulegen und sich zumindest einen der heute liegen gelassenen Punkte zurückholt. Hoffen wir also alle darauf, dass der Hamburger SV den Pillenverein vom Rhein in der Woche aus dem UEFA-Cup haut und die Kopfwehtabletten bei Bayer auch bis zum nächsten Sonntag nicht helfen.
Ach nee, hoffen wir lieber auf das eigene Team – denn dass sie es nach wie vor können, haben sie doch gestern gegen den HSV zumindest fünfundvierzig Minuten durchaus gezeigt. Jetzt bitte nur nicht nachlassen.

Galerie

Stadtführung durch Nürnberg

Woher die Mama von AndiAlone all dieses Dinge über Nürnberg weiß, wissen wir auch nicht so genau. Wir wissen nur: Sie weiß eine Menge – und hat dies vor dem Spiel gegen den Hamburger SV auch an alle Interessierten weitergegeben. Und Interessierte hatte es viele, die z.T. aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Das Internet macht es möglich, dass Clubfans inzwischen über ganz Deutschland vernetzt sind und sich im Forum der Internettis verabreden. Ein hoch informativer und schöner Nachmittag also – wenn da dann doch nur nicht immer der Glubb noch spielen würde…