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Fussball-Bundesliga 2007/2008, 18.Spieltag
[Samstag, 02.02.2008 – 15.30 Uhr] Karlsruher SC – 1.FC Nürnberg 2:0 (0:0)

1:0 (66.) Christian Eichner
2:0 (74.) Joshua Kennedy

Duplizität der Ereignisse. Der Club vegeigt auch den Rückrundenauftakt und verliert beim Karlsruher SC mit 0:2 (0:0). Bleibt zu hoffen, dass dem selben Ergebins, mit dem auch der Saisonstart missglückte, nicht eine ebensolche Halbserie folgt. Den Beweis, dass die Mannschaft besser ist als ihr Tabellenplatz, ist das Team von Hans Meyer in Karlsruhe in vielen Belangen schuldig geblieben.
Dabei begannen die Franken recht gefällig und erspielten sich in den ersten Minuten durchaus spielerische Vorteile. Neuzugang Jan Koller hatte bereits in der fünften Minute so etwas wie eine erste Chance, als er den Ball – mit dem Rücken zum Tor stehend – mit dem Hinterkopf in Richtung KSC-Gehäuse brachte. Torhüter Markus Miller lenkte die Bogenlampe jedoch zur Ecke. Weitere zwingende Aktionen in Richtung Tor gab es in den Folgeminuten auf beiden Seiten nicht. Einziger Aufreger war das Foul von Thomas Hajnal an Peer Kluge. Der Karlsruher Spieler war mit gestrecktem Bein auf den Ex-Gladbacher losgegangen und sah zu Recht in der zehnten Minute schon die gelbe Karte. Kluge versuchte zwar noch weiter zu spielen, musste dann in der 25. Minute jedoch aufgeben. Für ihn kam Ralf Schmidt. Das Fehlen des unermüdlichen Kämpfers im Mittelfeld wirkte sich selbstverständlich alles andere als gut auf das Spiel des Clubs aus. Zwar hatte Marco Engelhardt kurz vor Kluges Auswechselung in der 24. Minute die erste gute Chance für den Club, doch wirklich gefährlich war sein Schuss aus halblinker Position nach schöner Vorlage von Jan Koller nicht. Der Außenristschuß verfehlte das Tor um einige Meter.
Zwei Minuten später legte Jan Koller für Marek Mintal auf, doch auch dessen Schuß verfehlte das KSC-Gehäuse. Danach ließ der Druck der Clubberer spürbar nach und der KSC kam durch Thomas Hajnal in der 28. Minute zu seiner ersten Chance. Joshua Kennedy, der den Club in der Winterpause verlassen hatte und am Samstag sein erstes Pflichtspiel für den neuen Verein machte, hatte den Ball aufgelegt, doch Jaromir Blazek konnte Hajnals Schuss abwehren. Bei der anschliessenden Ecke gleich die nächste Möglichkeit. Abwehrchef Mario Eggimann war mit aufgerückt und prüfte Blazek mit einem druckvollen Kopfball. So ging es schließlich mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen.
Nach der Pause erhöhte der Aufsteiger den Druck merklich. Allein Alexander Iashvilli vergab in der Anfangsviertelstunde die Chancen im Minutentakt.Nach exakt einer Stunde zeigte Schriedsrichter Kinhöfer dann endlich mal wieder, dass er den Club nicht mag. Wie schon in der Hinrunde in Cottbus, stellte er auch dieses Mal einen Clubberer vom Platz. War es im September noch Robert Vittek, der frühzeitig duschen gehen musste, schickte der Referee in der 60. Minute Andreas Wolf mit gelb-roter Karte vom Feld. Seltsam, dass es Hinausstellungen beim Club immer nur bei Spielen unter der Leitung Kinhöfers gibt. Durch die Hinausstellung war Trainer Hans Meyer gezwungen, zu wechseln. Für Marek Mintal kam Michael Beauchamp. Mit zehn Mann, ohne Wolf und Kluge, passierte in der 66. Minute das, was passieren musste. Christian Eichner nahm sich ein Herz, überlief mit dem Ball am Fuß die komplette Nürnberger Hintermannschaft und zog den Ball schließlich nicht ganz unhaltbar ins lange Eck. Der Bann für den KSC war gebrochen und die Moral der Clubberer leider auch. Nichts ging mehr und die Männer von Hans Meyer bettelten förmlich um das zweite Tor.
Joshua Kennedy wollte sich natürlich nicht zwei Mal bitten lassen und gegen seinen Ex-Club unbedingt treffen. In der 73. Minute hatte Jaromir Blazek jedoch noch etwas dagegen. Im 1:1-Duell pflückte der tschechische Keeper dem Australier den Ball einfach vom Fuss. Der Hohn der Clubfans über Chancentod Kennedy währte jedoch nicht lang. Nur zwei Minuten später hatte sich Michael Mutzel auf der linken Seite durchgesetzt und nach innen geflankt. In der Mitte konnte Joshua Kennedy nicht ausweichen und schob den Ball zum 2:0 ins Netz. Zwar hatte Angelos Charisteas in der 79. Minute noch die große Chance auf den Anschlusstreffer, doch der Grieche scheiterte ähnlich kläglich Kennedy wie vorher auf der anderen Seite.

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

So wird das nichts

Das hat es selbst unter Hans Meyer noch nicht gegeben: Der Club verliert das Auftaktspiel der Rückrunde. Es ist zwar erst der dritte Rückrundenauftakt unter Meyer, doch wie wichtig gerade dieses erste Spiel nach der Winterpause ist, verdeutlicht ein Blick auf die Rückrunden der letzten beiden Spielzeiten. Sowohl das 2:1 gegen den Hamburger SV vor zwei Jahren als auch das 4:1 gegen den VfB Stuttgart vor Jahresfrist waren der Grundstein für alle positiven Ereignisse, die noch folgen sollten.
Dieser Grundstein fehlt nun. Natürlich haben alle Beteiligten direkt nach dem Abpfiff in Karlsruhe gebetsmühlenartig wiederholt, dass dieser nun nächste Woche gegen Rostock gelegt werden müsse – doch was, wenn das nicht passiert? Was, wenn Rostock in 89. Minute durch einen Glücksschuß drei Punkte mit nach Hause nimmt? Was, wenn die rot-schwarzen Spieler auch bis nächste Woche nicht begriffen haben, worum es einzig und allein in dieser Saison noch geht?
Und komme mir nun Keiner und sage, das die Spieler das längst wüssten. Nun gut, vielleicht wissen sie es wirklich, doch verinnerlicht haben sie es nicht. Verinnerlicht haben es vielleicht Mannschaften wie Duisburg oder Bochum, die über den Kampf zum Spiel finden und auch mal überraschende drei Punkte holen. Selbst Cottbus hat den Abstiegskampf verinnerlicht, wenn auch mit wenig Glück am Wochenende. Ihr, liebe Clubspieler, habt es noch nicht. Denn mit verinnerlichtem Abstiegskampf wäre eine Leistung wie in Karlsruhe gar nicht möglich. Mit verinnerlichtem Abstiegskampf wäre nach der gelb-roten Karte ein Ruck durch die Mannschaft gegangen und der Aufsteiger KSC wäre niedergekämpft worden bis mindestens zum Punktgewinn.
Statt dessen darf ein Christian Eichner seelenruhig mit einem kurzen Antritt durch die halbe Abwehr spazieren und sich zum Schluß zehn Minuten lang überlegen, ob er den Ball nun ins kurze oder ins lange Eck legt.
Versteht mich bitte nicht falsch, liebe Clubspieler: Einen schlechten Nachmittag hat Jeder mal und normalerweise bin ich der Letzte, der dann sauer wird. Doch so langsam gehen uns die Reserven aus. Wir dürfen uns einen solchen Nachmittag nicht mehr leisten – egal, ob der Gegner nun KSC, Hansa Rostock oder auch Werder Bremen heißt. Jeder einzelne Punkt ist wichtig – egal, gegen wen er geholt wird. Die Bochumer haben es vorgemacht: Auch in Bremen kann man gewinnen.
Jetzt muss jedoch zuerst die Hansa-Kogge Leck geschlagen werden und ich drücke Euch alle Daumen, dass das gelingt. Wenn nicht, brennt nämlich nur einen guten Monat nach Weihnachten wieder der Baum.