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DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Nun geht es also endlich wieder los. Das Warten hat ein Ende und die Clubberer stehen in den Startlöchern, um die Klasse zu erhalten. Und auch für die Fans hat das Rumsitzen ein Ende, endlich geht es wieder in die Stadien, endlich geht es wieder quer durch die Republik und Mitte Februar gleich noch einmal quer durch Europa (und bei der Form, die Benfica im Moment an den Tag legt; wer weiß…..)
Es hat sich Einiges getan über den Jahreswechsel beim Club. Der Mann ist in ganz Europa bekannt und trägt nun das Wappen des Clubs. Selten hat sich die FCN-Gemeinde so einhellig über einen Neuzugang gefreut, wie über Jan Koller. Ein echter Weltstar, der im Sommer mit seiner Nationalelf bei der Europameisterschaft noch einmal richtig was reißen will und zur Vorbereitung den Club aus dem Tabellenkeller schießt. Herr Koller, wenn das wirklich gelingt, dürfen Sie mit Tschechien und Galasek und Blazek gerne Europameister werden.
Natürlich haben auch die anderen Teams, die eher im Süden der Tabelle stehen, in der Winterpause aufgerüstet. Aber muss man vor Duisburg nun Angst haben, weil sie einen Silvio Schröter aus Hannover neu in ihren Reihen haben? Zumal man hört, dass es Roque Junior nach nur vier Monaten Ruhrpott nun doch nach Brasilien zieht.Wie sieht es mit Rostock, Cottbus, Bielefeld aus? Mit Bochum oder vielleicht auch Hertha BSC (die Schande von der Spree)?
Bei Rostock ist Gledson zurück. Der brasilianische Innenverteidiger wird der Hansa-Abwehr sicherlich ein gewisses Maß an Stabilität verleihen. Doch kann ein Brasilianer allein den sicheren Hafen garantieren? Wenn Glesdon in Stuttgart richtig eingeschlagen wäre, hätten ihn die Schwaben sicher nicht nach einem halben Jahr schon wieder ziehen lassen.
In Cottbus setzen sie auf altbewährte Heilmittel. Sechs Neuzugänge sollen es richten, von denen der Fussballlaie vielleicht einen Christian Müller von Hertha noch kennt. Der Rest ist mal wieder aus den Tiefen ehemaliger Ostblockstaaten in die Lausitz gewechselt und hat Namen, die nicht wirklich leicht über die Zunge gehen. Doch wer weiß: Auch einen Vlad Munteanu oder einen Sergiu Radu hat vorher Niemand gekannt.
Bei Bielefeld ist der prominenteste Neuzugang sicherlich der Trainer. Was auch daran liegen mag, dass es außer Thilo Versick von den eigenen Amateuren keinen weiteren Neuzugang gegeben hat. Michael Frontzeck hat ein Team übernommen, das kurz vor der Winterpause Auflösungserscheinungen gezeigt hat. Nicht wirklich zu glauben, dass der Mann, der mit Aachen auch nach Platz neun am 25. Spieltag der letzten Saison noch abgestiegen ist, es dieses Mal besser hinbekommt.
Wie auch immer, der Club sollte nicht den Fehler machen und sich an Anderen orientieren. Die Mannschaft von Hans Meyer hat – auch in den Augen vieler Experten – ohne Frage das Potenzial, die Klasse am Ende problemlos zu halten.
Doch viel genutzt hat diese Einsicht in der Vorrunde nicht. Sicher war es oft einfach nur das Quäntchen Glück, das fehlte, der letzte Tick. Doch auch dieses Quäntchen muss man sich erarbeiten. Wer die Club-Spieler in der Winterpause jedoch gesehen hat, weiß, dass sie dazu bereit sind. Die Mannschaft weiß um die Schwierigkeit der Aufgabe, jedoch auch um ihr eigenes Potential. Schließlich kann man neben Jan Koller und auch Jacques Abadornado noch einen dritten Neuzugang für die Rückrunde begrüßen. Der gute, alte Pinola ist wieder da, die Kampfsau auf der linken Seite. Er bringt Leben in das Team und das ist es, was in der Hinrunde oft gefehlt hat.
Fünf Euro ins Phrasenschwein hin oder her. Jeder weiß, wie wichtig es sein wird, ordentlich aus den Startlöchern zu kommen. Das haben allein die letzten beiden Spielzeiten überdeutlch gezeigt. Vor zwei Jahren entfernte man sich peu-a-peu von den Abstiegsrängen, um hinterher einen achten Rang feiern zu können und letztes Jahr haute man die Stuttgarter und die Bauern aus dem eigenen Stadion und fand sich plötzlich auf einem UEFA-Cup-Platz wieder.
Die Brötchen, die diese Saison gebacken werden, sind sicherlich ein wenig kleiner. Trotzdem ist die Vorfreude gerade wegen eines Neuzugangs wie Jan Koller, unermesslich groß. Der Club ist nach Jahren guter und kontinuierlicher Aufbauarbeit endlich in der Lage, auf eine missliche Situation auch mal angemessen zu reagieren und einen dicken Fisch an Land zu ziehen. Früher hätte man die Lage zwar sicher auch erkannt, Verstärkungen jedoch sicher nicht beim AS Monaco oder OGC Nizza gesucht. In diesem Sinne, lieber Club, hau einfach mal den KSC aus dem eigenen Stadion, nimm Dir die Punkte gegen Rostock und Cottbus und lass Deine Fans auch noch nach Getafe oder Athen fahren. Dann nämlich wird Alles gut und viel mehr verlangen wir Fans von Dir für die Rückrunde auch gar nicht.

Foto: sergej23 / pixelio.de