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UEFA-Pokal 2007/2008, Gruppenphase – 5. Spieltag
[Donnerstag, 20.12.2007 – 20.45 Uhr] AE Larisa – 1.FC Nürnberg 1:3 (1:1)

1:0 (11.) Josef Kozlej
1:1 (45.) Ivan Saenko
1:2 (57.) Marek Mintal
1:3 (73.) Angelos Charisteas

Als im Frühherbst diesen Jahres die einzelnen Gruppen der Zwischenrunde im UEFA-Pokal ausgelost wurden, waren sich die sogenannten Fussball-Experten einig: Machbare Aufgaben für die deutschen Spitzenteams und der Club soll sich als Pokalsieger doch freuen, dass er die Gruppenphase überhaupt erreicht hat.
Zu übermachtig schienen die Gegner: Der FC Everton aus England, der russische Meister aus St. Petersburg, der AZ Alkmaar, der die letzten Jahre immer mindestens im Viertelfinale des UEFA-Cups gestanden hat und mit AE Larisa eine Mannschaft, die immerhin die Blackburn Rovers in der ersten Runde ausgeschaltet hat.
Nur in der Hauptstadt regte sich Widerstand. Dem gallischen Dorf nicht unähnlich stand auf unserer Homepage schon einen Tag nach der Gruppenauslosung die Schlagzeile „Club übersteht die Gruppenphase“. Unser Tipp damals: Durch die gute Verteilung der Heim- und Auswärtsspiele gelingt in einem spannenden Kampf am Ende der dritte Platz.
Nun, seit heute wissen wir: Das war hoffnungslos untertrieben. Der Club ist stärker als sein Ruf, übersteht die Gruppenphase mit nur einer Niederlage und wartet nun auf das große Los eines Champions-League Gruppendritten.
Dabei begann das Spiel mit einer richtig kalten Dusche. Denn schon nach elf Minuten lag der Club, der unbedingt gewinnen musste, um allen Rechnereien aus dem Weg zu gehen, mit 0:1 hinten. Christos Kalantzis war auf der linken Seite durchgestartet. Sein Schussversuch wurde von Dominik Reinhardt unglücklich abgefälscht und landete genau vor den Füssen von Jozef Kozlej. Der Ex-Fürther (ausgerechnet !!!!) hatte keine Mühe, den Ball aus kurzer Entfernung einzuschieben.
Mühe hatte danach allerdings der ganz in weiß spielende Club. Die Männer von Hans Meyer kamen nicht ins Spiel und taten sich in den ersten 35 Minuten mit den aggressiven Griechen sehr schwer. Kaum ein Pass landete sicher beim Mitspieler und so kam die erste Clubchance in der 40. Minute fast aus dem Nichts. Angelos Charisteas hatte nach Flanke von Michael Beauchamp zum Seitfallzieher angesetzt, bekam jedoch nicht mehr genügend Druck hinter den Ball, um Larissa-Keeper Stefanos Kotsolios in ernste Schwierigkeiten zu bringen. Viel eher in Schwierigkeiten brachte Zvjezdan Misimovic die griechische Abwehr dann noch kurz vor der Halbzeit. Seine scharfe Hereingabe von der rechten Seite konnte von den Griechen nicht aus der Gefahrenzone befördert werden, sondern landete direkt vor dem einschussbereiten Ivan Saenko. Mit diesem wichtigen 1:1 ging es in die Pause und der AZ Alkmaar zu dieser Zeit zu Hause 1:2 gegen Everton zurück lag, hätte selbst das Unentschieden zu dieser Zeit zum Weiterkommen gereicht.
Doch der Club zeigte in der zweiten Halbzeit deutlich, dass er das Spiel gewinnen und sich nicht auf Schützenhilfe aus Everton verlassen wollte. Logische Konsequenz war das 2:1 durch unseren Euro-Pantombomber Marek Mintal. Der Slowake schloss einen mustergültigen, schnellen und direkt gespielten Angriff aus kurzer Distanz ins kurze Eck ab.
Larissa antwortete auf den Rückstand zunächst mit Ein- und Auswechselungen. Nach und nach wechselte Trainer Georgios Donis nun seine erste Mannschaft ein, die er zur Schonung für das wichtige Meisterschaftsspiel am Sonntag gegen Piräus zunächst auf der Bank hatte schonen wollen. Und die Wechsel zeigten Wirkung und Jaromir Blazek musste in mehreren Szenen zeigen, warum er ein guter Torwart ist. Die größte Möglichkeit vergab dabei erneut der Ex-Fürther Kozlej, der frei stehend aus knapp 16 Metern vergab. Spätestens nach dieser Großchance in der 64. Minute hatte der FCN jedoch begriffen und nicht wenige Clubfans rieben sich verwundert die Augen, mit welch Abgeklärtheit Angelos Charisteas in der 73. Minute allein auf das Tor von Larissa zulief und dann auch noch den Ball einschob. Der Charisteas der ersten Spieltage hätte den Ball zuerst verstolpert und dann das leere Tor nicht getroffen. Nach dem 3:1 war die Luft raus aus der Partie und der deutsche Pokalsieger schaukelte das Baby nach Hause. Der Club überwintert also nicht nur auf einem Abstiegsplatz, sondern auch in Europa. Beides sind Tatsachen, die man vor Saisonbeginn nicht unbedingt so erwarten konnte.