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Fussball-Bundesliga 2007/2008, 15.Spieltag
[Sonntag, 02.12.2007 – 17.00 Uhr] MSV Duisburg – 1.FC Nürnberg 1:0 (0:0)

1:0 (72.) Ivica Grlic

Nach dem Abpfiff von Markus Merk, dem Zahnarzt, weiß man als Clubfan gar nicht so recht, was man als Erstes tun will: Schreien, Heulen oder Kotzen. Der Club kehrt ohne Punkt aus Duisburg zurück und die Zebras sind nach Bremen, Stuttgart, Wolfsburg und Bielefeld mindestens der fünfte Gegner in der Bundesliga, der sich bei den Deppen über die Aufbauhilfe bedankt. Schlüsse zu ziehen, dass die Mannschaft von Rudi Bommer stärker sei als der amtierende russische Meister ist allein aufgrund des Ergebnisses sicherlich übertrieben – dennoch stellt sich natürlich die Frage: Warum verliert der Club diese Saison Spiele, bei denen in der letzten Saison schon ein Unentschieden eine Enttäuschung gewesen wäre?
Zyniker behaupten, der Club hätte inzwischen aus Fehlern gelernt und sei deshalb – im Gegensatz zum Spiel in Bielefeld – in der ersten Halbzeit mit Absicht nicht in Führung gegangen. Realisten wiegeln ab und wissen, dass dazu einfach auch die Möglichkeiten gefehlt haben. Zwar agierte der Club sehr viel selbstsicherer als die Ruhrpötter, doch in Richtung Tor von Keeper Tom Starke ging erschreckend wenig. Einzig ein verunglückter Freistoß von Marco Engelhardt ließ die Clubfans in der 15. Minute für einen Moment auf einen Torerfolg hoffen. Für den Rest der ersten 45 Minuten glichen sich Not und Elend an. Merkte man bei den Duisburgern das fehlende Können, zeigte sich beim Club die fehlende Konzentration. Wer dem russischen Meister in Eiseskälte einen Punkt entführt, braucht doch gegen einen Absteiger höchstens 80% der Leistungsfähigkeit abzurufen….
Hans Meyer war natürlich anderer Meinung und so präsentierte sich zu Beginn der zweiten Hälfte die andere Seite des Clubs. Die Zweikämpfe wurden endlich angenommen und fast zwangsläufig ergaben sich somit auch Chancen zur Führung. Allein in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs hatten die Männer in den weinroten Trikots drei Großchancen zum 1:0. Marco Engelhardt verpasste mit einem Schlenzer in der 48. Minute, Nicky Adler mit einem Kopfballversuch völlig frei stehend vor dem Duisburger Tor in der 51. Minute und erneut mit einem Pfostenschuss, nachdem er mustergülitg bedient worden war. In der 64. Minute setzte Marco Engelhardt in der Pechstatistik noch Einen obendrauf. Sein Freistoß aus 22 Metern landete an der Latte.
Sechs Minuten später dann die entscheidende Szene, die der Zahnarzt an der Pfeife leider übersah. Ivica Grlic machte seinem Frust über die Harmlosigkeit der Zebras mit einer Tätlichkeit gegen Nicky Adler Luft. Markus Merk jedoch übersah dieses geflissentlich, ließ das Spiel weiterlaufen und hatte auch kein schlechtes Gewissen, als eben jener Ivica Grlic – der eben eigentlich schon längst in der Kabine hätte sitzen müssen – in der 72. Minute zum goldenen Tor traf.
Da stört es dann auch nicht, dass das gesamte Stadion wenig später nach einem sauberen Tackling von Andreas Wolf den Elfmeter forderte, der eventuell zum 2:0 geführt hätte. Viel mehr hätte es in der 83. Minute den Elfmeter auf der anderen Seite geben müssen. Der ansonsten stark spielende Ex-Weltmeister Roque Junior kam gegen den eingewechselten Leon Benko zu spät und beförderte diesen mit einem gezielten Tritt in die Wade auf den Boden. Der Zahnarzt hob jedoch erneut einfach nur beide Arme, schaute sich den Rest des Spiels an und kam nicht im Traum auf die Idee, zu pfeifen. Soll er doch weiterhin auch davon träumen, dass Kaiserslautern den Abstieg aus der zweiten Liga verhindern kann.

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Maul halten, Huub!

Über das Clubspiel am Sonntag in Duisburg sei hier der Mantel des Schweigens gelegt. Nicht, weil der Autor dieser Zeilen auch 24 Stunden nach dem Abpfiff noch ratlos und erschüttert ist. Auch nicht, weil Worte nun so langsam wirklich nicht mehr helfen, sondern Taten folgen müssen.
Nein, der Mantel des Schweigens sei deshalb über das Spiel gelegt, weil es sonst zu erregten Meinungsäußerungen kommen könnte, in denen nicht nur das Team in weinrot, sondern auch ein gewisser Herr M. aus K. sein Fett weg bekommen würde. Kritik sollte sachlich und gut bedacht geäußert werden, damit sie letztlich den Gegenüber zum Nachdenken anreizt und eventuell sogar zu Besserungen führen kann.
Lieber Huub Stevens, auch Sie hätten am Samstag nach der Niederlage in Bremen besser einmal tief durchgeatmet und sich genauer überlegt, was Sie in die Fernsehkameras bei Premiere heulen.
„Es kann nicht sein, dass in einem wichtigen Spiel, in dem es um die Meisterschaft geht, eine Mannschaft auf dem Platz steht, die nicht völlig fit sein kann.“
Nee, ist ja richtig, lieber Huub, kann auch nicht sein. Und alle Clubfans stimmen ein, denn sie haben das 0:1 in Hamburg im Oktober noch Bestens in Erinnerung. Du auch, lieber Huub? Das war das Spiel, als Euer Gegner – der Club – keine 48 Stunden vorher ein anstrengendes UEFA-Cup-Spiel gegen Bukarest hatte. Komisch, damals hat es Dich überhaupt nicht gestört, dass da auf dem Platz eine Mannschaft steht, „die nicht völlig fit sein kann.“
Und fange mir nicht an zu argumentieren, für den Club ginge es ja auch nicht um die Meisterschaft. Richtig, lieber Huub, für den Club geht es (mal wieder und nicht zuletzt auch wegen der Niederlage in Hamburg) um sehr viel mehr. Und auch richtig, Huub, ohne die drei Punkte, die Du gegen den Club geholt hast, wärst Du doch gar nicht im Meisterschaftsrennen. Und ohne das UEFA-Cup-Spiel nur wenige Stunden früher, hätten sich auch die Bauern in Stuttgart nicht so abwickeln lassen.
Seltsam ist doch nur, dass Herr Rummgezigge Dich bei Deinem verbalen Dünnschiss noch unterstützt. Der noble Herr aus der Arroganz-Arena geht sogar noch weiter: „Ich finde es lächerlich, was sich die DFL mit dem Spielplan erlaubt. Das ist Wettbewerbsverzerrung pur!“
Er scheint vergessen zu haben, was DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball zum Glück richtig stellt und auf den Punkt bringt:“Die Vereine haben es so akzeptiert und unterschrieben, als man im Dezember 2005 dieses Modell vorgelegt bekommen hat. Die Bayern werden im Dezember 2005 nicht daran gedacht haben, dass sie im UEFA-Pokal mal Terminprobleme haben. Die haben sich vermutlich um diese Zeit in der Champions League gesehen.“
Ätsch, Du Rummgezigge, ganz schön peinlich, was? Und auch wenn der Rauball eine Biene Maja aus Lüdenscheid ist: Wo er Recht hat, hat er Recht und Du, lieber Blaskapellenliebhaber, zeigst ganz Fussball-Deutschland mal wieder, was Ihr Bauern noch immer am besten könnt: Die Realität so zu verdrehen, wie Ihr sie gerade braucht. Regeln zu fordern, die vor allem Euch ins Konzept passen. Lieber Karl-Heinz, was hättest Du nur zum lieben Huub gesagt, wenn das Spiel des HSV nicht gegen Bremen, sondern gegen den FC Bauern gewesen wäre? Schön zu sehen, dass Euch vor den Bremern inzwischen so sehr die Muffe geht, dass Ihr Euch jetzt schon mit dem HSV verbrüdert.