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Fussball-Bundesliga 2007/2008, 14.Spieltag
[Sonntag, 25.11.2007 – 17.00 Uhr] 1.FC Nürnberg – Bor. Dortmund 2:0 (1:0)

1:0 (10.) Tomas Galasek
2:0 (90.) Angelos Charisteas

Man möchte sich ja als Clubfan gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn das Heimspiel gegen Borussia Dortmund verloren gegangen wäre. Umso glücklicher ist man daher nun auch, dass einem dieses Szenario erspart geblieben ist und der Club seinen zweiten Heimsieg der Saison feiern konnte. Mit 2:0 wurden die Westfalen besiegt und endlich hatte man das Gefühl, dass die Akteure in den weinroten Trikots begriffen haben, worum es in dieser Saison wirklich geht. Die Fans der Nordkurve hatten es ihnen schließlich auf einem riesigen Transparent vor dem Spiel noch einmal deutlich gemacht: Die Zeiten der Euphorie sind vorbei. Kämpft mit Hingabe und siegt.
Zum Glück hielten sich die Clubberer daran und setzten Dortmund von Anfang an unter Druck. Auf vier Positionen hatte Trainer Hans Meyer seine Elf verändert. Michael Beauchamp und Marco Engelhardt durften statt Ralf Schmidt und Glauber verteidigen und in der Offensive mussten Ivan Saenko und Jaouhar Mnari zunächst auf der Bank Platz nehmen und für Nicky Adler und Angelos Charisteas weichen. Vor allem Nicky Adler rechtfertigte seinen ersten Einsatz von Beginn an durch eine starke Leistung und wirbelte die Dortmunder Hintermannschaft das ein oder andere Mal gehörig durcheinander. Stärkster Mann auf dem Feld war jedoch von Beginn an Tomas Galasek. Der Kapitän riss das Ruder an sich und steuerte mit seinem frühen 1:0 schon in der neunten Minute den Hafen Heimsieg an. Peer Kluge hatte die Führung eingeleitet, doch der Schuss des Ex-Gladbachers wurde von Dede noch abgewehrt. Also fasste sich Galasek ein Herz und zog aus 25 Metern einfach mal ab. Begünstigt davon, dass Dortmunds Keeper Roman Weidenfeller wegrutschte, zappelte der Ball tatsächlich im Netz. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass der Club vor eigenem Publikum mit 1:0 in Führung ging und dementsprechend motiviert und selbstsicher spielten die Rot-Schwarzen die Biene Majas in der ersten Halbzeit an die Wand.
Dominik Reinhardt wollte in der 18. Minute nachlegen, scheiterte jedoch ebenso wie zwei Minuten später Nicky Adler. In der 22. Minute dann noch einmal Reinhardt, doch auch dieser Volleyspannschuss ging knapp über das Tor. Chancen auf Dortmunder Seite gab es bis zur 34. Minute nicht. Dann rutschte Diego Klimowitz an einer Hereingabe von Mladen Petric vorbei und sorgte für kurze Entlastung, ehe der Ball wieder in Richtung Borussen-Gehäuse getrieben wurde. Marek Mintal vergab in der 43. und 44. Minute gleich zweifach und auch Reinhardt prüfte vor der Pause noch einmal Weidenfellers Reaktionsschnelligkeit. Statt mit einer klaren Führung, die durchaus 3:0 oder 4:0 hätte heißen können, ging es also mit dem knappsten aller denkbaren Vorsprünge zum Pausentee.
Leidgeprüft durch das Spiel in Bielefeld waren die meisten Club-Anhänger zu diesem Zeitpunkt noch skeptisch und wurden in den ersten Minuten der zweiten Hälfte in ihrer Skepsis durchaus bestätigt. Dortmund fand nun viel besser ins Spiel und das Verhältnis der gewonnen Zweikampfe schlug eindeutig in Richtung Borussia aus. Sebastian Kehl hatte in der 53. Minute die erste richtig gute Gelegenheit des zweiten Abschnitts. Sein Seitfallzieher konnte von Jaromir Blazek jedoch abgewehrt werden. In der 60. Minute hatte dann Adler auf Clubseite noch einmal die Gelegenheit, die Führung auszubauen. Ansonsten verflachte die Partie jedoch zusehends. Dortmund hatte zwar weiterhin ein leichtes spielerisches Übergewicht, zu zwingenden Chancen kamen die Westfalen jedoch nicht. Größter Aufreger war da noch eine unverschämte Schwalbe von Dede, auf die Schiedsrichter Babak Rafati zum Glück nicht hereinfiel, im Gegenschluss jedoch dann auch die gelbe Karte für den eingebürgerten Brasilianer hätte zeigen müssen. Es wäre die Zweite für Dede gewesen und somit Gelb-Rot.
Diese Farbkombination holte sich dann in der 86. Minute dafür Markus Brzenska ab, der den inzwischen eingewechselten Ivan Saenko von den Beinen geholt hatte. Spätestens nach der Herunterstellung war das Spiel dann trotz weiterhin nur knapper Führung gelaufen und so erlaubte sich Angelos Charisteas dann doch noch, sich in den Mittelpunkt zu stellen. In der Schlußminute der regulären Spielzeit nahm er sich ein Herz und platzierte seinen Schuss aus 18 Metern im Borussen-Gehäuse. Das 2:0 war die endgültige Entscheidung und unter dem Strich geht der Sieg in Ordnung. Marco Engelhart bracht die Gründe dafür auf den Punkt: „Heute haben wir gekämpft und gefightet.“ Hoffen wir nur, dass der Club dies beibehält, denn noch sind es zwei Punkte zum rettenden Ufer.