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DFB-Pokal 2007/2008, 2.Hauptrunde
[Mittwoch, 31.10.2007 – 19.00 Uhr] FC Carl-Zeiss Jena – 1.FC Nürnberg 7:6 (1:1, 2:2) n.E.

0:1 (13.) Zvjezdan Misimovic
1:1 (56.) Sandor Torghelle
1:2 (95.) Joshua Kennedy
2:2 (114.) Robert Müller

Elfmeterschießen
2:3 Zvjezdan Misimovic
3:3 Robert Müller
3:4 Joshua Kennedy
4:4 Tobias Werner
Dominik Reinhardt verschießt
5:4 Georgi Oniani
5:5 Marek Mintal
6:5 Konstantinos Charalambides
6:6 Tomás Galasek
7:6 Alexander Maul

Als Berliner Clubfan bietet der DFB-Pokal auch jenseits des Erfolgs aus der letzten Saison immer wieder Grund zum Jubel: Nämlich immer dann, wenn Hertha BSC, die Schande von der Spree, auf dem Weg zum Pokalfinale im eigenen Stadion mal wieder kläglich scheitert und einem Regionalligisten die Vorfahrt nach Berlin lassen muss.
So freute sich der ein oder andere Hauptstadttclubberer schon recht heftig ins Fäustchen, als am Dienstag Abend das 2:0 von Wuppertal gemeldet wurde. Dennoch fiel vor allem eins auf: Die Freude war – zumeist mit Bedacht – recht verhalten. Man wollte der Schadenfreude keinen freien Lauf lassen, bevor das Spiel in Jena nicht unter Dach und Fach war.
Wie sich leider herausstellte: Zu Recht! Denn was die aus allen Himmelsrichtungen angereisten FCN-Fans am Mittwoch Abend auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld von der eigenen Mannschaft geboten bekam, glich dem Tag entsprechend dem schlimmsten Halloween-Horror und stellte im Endeffekt noch das sinnlose Auflaufen in Wolfsburg am letzten Samstag in den Schatten des Jenaer Abendhimmels. Das muss man erst einmal bringen und in Perfektion kann dies sowieso nur der Depp: Gegen einen Zweitliga-Absteiger in Überzahl aus dem Pokal fliegen.
Die Berliner Clubberer-Delegation hat auf der Rückfahrt durchaus darüber diskutiert, das peinliche Auftreten des ersten Fussball Clubs Nürnberg auf dieser Seite einfach tot zu schweigen und die Konzentration ab sofort auf den Abstiegskampf zu verlegen. Ganz wortlos sollte es dann jedoch nicht werden – schließlich soll jeder wissen, wie es um den FCN steht: Nämlich nicht gut ! Das 5:1 gegen Frankfurt scheint Wochen her zu sein – vom Pokaltriumph ganz zu schweigen. Daher hier einmal die Namen der Leute, die es in Jena verbockt haben: Daniel Klewer, Dominik Reinhardt, Andreas Wolf, Glauber, Jan Kristiansen, Michael Kammermeyer, Thomas Galasek, Zvjezdan Misimovic, Marek Mintal, Jaouhar Mnari, Marco Engelhardt, Joshua Kennedy, Ivan Saenko, Nicky Adler.
Dies nur der Vollständigkeit halber und lieber Clubfan, präg Dir die Namen gut ein, denn diese Leute (plus ein paar Anderer) werden es sein, die uns aus dem Loch auch wieder heraus führen. Und genau deshalb sollen hier nun auch nicht mehr viele Worte über eine unnötige Niederlage verloren werden. Auch, weil der Frust auch 24 Stunden danach noch tief sitzt und das frühe 1:0 auch bei nüchterner Betrachtung am Tage danach, zu viel mehr Selbstbewusstsein hätte führen müssen und das Weiterkommen eigentlich zum Selbstläufer hätte werden müssen. Auf die Phrase vom Pokal und den Gesetzen sei verzichtet, denn wenn ein Bundesligist gegen einen Zweitliga-Absteiger in spé in der Verlängerung das 2:1 schießt, noch dazu seit über einer halben Stunde in Überzahl spielt, dann muss dieses Ergebnis einfach über die Zeit gebracht werden.
Ein Elfmeterschießen kann man verlieren – Schwamm drüber – auch, wenn man einen Daniel Klewer im Tor hat. Und auch, wenn man einen Dominik Reinhardt Elfmeter schießen lässt. Der Junge hat wenigstens Verantwortung übernommen und die, die an der Mittellinie zugeschaut haben, hätten wahrscheinlich genauso verschossen.
Jetzt heißt es Mund abwischen. Analysen, Möchte-Gern-Hans-Meyers, Miesmacher und gute Ratschläge von außerhalb helfen nicht weiter. Die Mannschaft kann sich nun nur noch am eigenen Schopfe packen und aus dem Sumpf ziehen. Dem „gemeinen“ Fan – egal, ob Berliner oder Franke – bleibt nur: Volle Unterstützung und die gute Hoffnung, dass es ja nun nicht mehr viel weiter bergab gehen kann.