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Fussball-Bundesliga 2007/2008, 11.Spieltag
[Samstag, 27.10.2007 – 15.30 Uhr] VfL Wolfsburg – 1.FC Nürnberg 3:1 (2:0)

1:0 (30.) Angelos Charisteas (Eigentor)
2:0 (34.) Grafite
2:1 (54.) Zvjezdan Misimovic
3:1 (67.) Ashkan Dejagah

Nein, ich werde in diesem Artikel bewusst nicht vom Club schreiben. Denn wir sind der Club und die Mannschaft, die sich am Samstag in Wolfsburg 1:3 hat abwickeln lassen, ist vielleicht der FCN, aber nicht der Club. Dieser Auftritt war eine Frechheit gegenüber den eigenen mitgereisten Fans, denn bei aller Liebe: Wer das letzte Spiel 5:1 gewinnt, der darf unter keinen Umständen so auftreten, wie es die Mannschaft von Hans Meyer tat.
Verwundert rieb man sich die Augen, denn der Haufen, der sich Pokalsieger nennt, stellte sich von der ersten Minute an hinten rein und hoffte auf einen glücklichen Auswärtspunkt. Fast erfürchtigt sah man der VW-Retortenmannschaft beim Kombinieren zu und bettelte förmlich um das erste Gegentor. Aktionen nach vorne fanden nicht statt und Marcelinho und Ashkan Dejagah konnten wirbeln, wie es sich Hertha BSC (die Schande von der Spree) immer gewünscht hätte. Chancen in der sechsten und in der elften Minute konnten die Wölfe jedoch nicht nutzen. In der 22. Minute stand Grafite sechs Meter vor dem FCN-Tor einschussbereit, doch Andreas Wolf konnte im letzten Moment vereiteln.
Nach so vielen vergebenen Chancen mussten es die weißen Nürnberger also in der 30. Minute endlich selbst in die Hand nehmen. Und siehe da: Angelos Charisteas hat wieder getroffen – ins eigene Tor freilich. Zwar konnten Jaromir Blazeks Vorderleute zunächst klären, doch Alexander Madlung brachte den Ball zurück in die Gefahrenzone. Blazek eilte unentschlossen zunächst einen Schritt nach vorne, dann wieder nach hinten und machte es seinem griechischen Mitspieler damit so einfach wie möglich, das eigene Tor zu treffen. Die Wolfsburger hatten gut zugesehen und Grafite ließ nur vier Minuten später das 2:0 folgen. Dejagah hatte dem Brasilianer mustergültig in den Lauf gespielt. Wolf ließ sich im eigenen Strafraum kurz schwindelig spielen und Blazek sah dem 14-Meter-Schuß nur noch hilflos hinterher.
Ziel erreicht: Innerhalb weniger Minuten war das Spiel entschieden. Die herbei gesehnten und erbettelten Gegentreffer waren gefallen und man konnte erstmal zur Pause gehen.
Nach dem Seitenwechsel dann unverhofft ein Schönheitsfehler im Spiel des FCN. Peer Kluge hatte scharf nach innen geflankt und Charisteas machte mal wieder alles falsch und ließ sich im Strafraum von Sascha Riether foulen.
Zvejzdan Misimovic verwandelte den fälligen Elfmeter, weil Simon Jentzsch sich in die falsche Ecke fallen ließ. Und tatsächlich keimte unter den mitgereisten Clubfans so etwas wie Hoffnung auf, dass auch der FCN da unten auf dem Rasen noch einen Punkt ergattern könnte. Um den Druck in Richtung Wolfsburger Tor zu erhöhen, brachte Trainergott Hans Meyer in der 57. Minute Joshua Kennedy für den verletzten Peer Kluge und nur wenige Minuten später hatte Thomas Galasek mit einem Fernschuss tatsächlich die beste Chance für die Gäste. In der 67. Minute besann sich der Hühnerhaufen in den weißen Trikots jedoch wieder und belohnte den starken Ashkan Dejagah (damals bei Hertha immerhin eine Entdeckung von Hans Meyer) mit dem 3:1.
Das Spiel war nun endgültig entschieden und tröpfelte langsam aus. Zwar wurde den grünen Gastgebern noch die ein oder andere Torchance auf dem Silbertablett serviert, doch ließen diese letztlich Gnade vor Recht walten und begnügten sich mit dem Zwei-Tore-Vorsprung. Müßig, über die vertane Chance zu trauern, das 5:1 gegen Frankfurt als Startschuss einer kleinen, aber notwendigen Serie zu nutzen. Wie hatte Hans Meyer nach dem Kantersieg vor Wochenfrist noch richtig bemerkt, dass dieses schöne Ergebnis gar nichts bewirke, wenn man nicht nachlegt. Richtig, Hans. Chance verspielt und das mit den drei Mannschaften, die defintiv schlechter sind als der FCN muss man leider auch noch einmal überdenken, wenn man die Leistung vom Samstag zugrunde legt. Bleibt zu hoffen, dass sich der Pokalsieger schnell wieder fängt, denn sonst hat es sich am Mittwoch selbst in Jena ganz schnell auspokalt.

DER DISORDER – Der aktuelle Montagskommentar

Kein Kommentar

Lieber Club, inzwischen wissen wir es ja… SO geht es nicht. Einfach mal den FCN zum Auswärtsspiel schicken und den 5:1-Sieger Club einfach zu Hause lassen. Daher auch nicht viel der Worte und ein Kommentar, der aber mal heftig kürzer ausfällt, als gewohnt (ja, richtig: als wie gewohnt). Nämlich sich auf zwei Worte reduziert: Kein Kommentar.
Richtig, im Grund heißt dies nichts Anderes als: Ich schließe mich Eurer Arbeitshaltung an, begrüße auf der gierigen Seite des alltäglichen Lebens die Lokführer unseres Landes und verweigere einfach mal für ein bis zwei Tage die Arbeit. Kein Kommentar ist letztlich und schließlich auch ein Kommentar.
Hinweise und gute Ratschläge, wie Ihr da unten wieder raus kommt, gibt es von allen Seiten schließlich genug. Und ihr müsst auch nicht jedes Mal bezahlen, um zu Auswärtsspielen zu kommen.
(Kurz sei der Seitenhieb erlaubt, ob Ihr Euch schon mal Gedanken darüber gemacht habt, dass es sogar Leute gibt. die für Eure Heimspiele richtig tief in die Tasche greifen…) Schwamm drüber !!!
Wenn ich am Mittwoch auf bzw. neben dem Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena stehe (und allein der Name….), möchte ich endlich meinen Club wieder sehen. Meinen Club, den Pokalsieger, meinen Club, der es vor nicht weniger als zwei Jahren von Rang achtzehn bis auf Rang acht am Ende der Saison geschafft hat…. meinen Club, der zugegebenermaßen eine gute Saison am oberen Limit seiner Möglichkeiten gespielt hat…..
Aber wenigstens hat er es vor Jahresfrist getan… und sich nicht nach 5:1-Siegen ängstlich und um Gegentore bettelnd in den eigenen Sechszehner drängen lassen. Noch einmal: Sorry, Club, und eigentlich wollte ich auch gar nicht so viele Worte verlieren heute. Tut mir einfach den Gefallen, klettert die Tabellenleiter wieder ein wenig nach oben, habt den Mut, endlich auch mal eine Serie von Siegen (oder zumindest Nicht-Niederlagen) zu starten und dann werden wir auch ganz schnell wieder Freunde. Ich für meinen Teil jedenfalls hätte nie gedacht, dass die Verweigerung eines Kommentars durchaus so vieler Worte bedarf. Und genauso überrascht wie ich mich ob dieser Tatsache zeige, wäre ich im positiven Sinne auch gerne nach dem Pokalspielsieg am übermorgigen Mittwoch in Jena. Denn trotz aller Zweifel: Ich und (sorry Folks) WIR ALLE sind trotzdem wieder dabei!!!