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Fussball-Bundesliga 2007/2008, 7.Spieltag
[Mittwoch, 26.09.2007 – 20.00 Uhr] 1.FC Nürnberg – Bayer Leverkusen 1:2 (0:1)

0:1 (40.) Stefan Kießling
1:1 (73.) Marek Mintal
1:2 (76.) Tranquillo Barnetta

Nach dem Abpfiff der vierten Heimpartie der Saison gegen Bayer Leverkusen schaute man beim Club und dessen Fans entweder in ratlos-kreidebleiche oder in entsetzt-verzerrte Gesichter. Die letzten neunzig Minuten hatten an den Nerven gezerrt und trotz der zwischenzeitlichen Hoffnung, den Super-GAU verhindern zu können, letztlich doch nur tiefste Verzweiflung hinterlassen. „Viel Aufwand, aber erfolglos“, lautete die trockene, aber zutreffende Analyse von Hans Meyer, „wir werden aber bei unseren Chancen auch nicht vom Glück geprügelt“.
Dabei hatte es eigentlich mal wieder recht verheißungsvoll begonnen. Der Club begann wie man beginnen muss, wenn man unbedingt gewinnen will. Marek Mintal vergab nach Hereingabe von Zvjezdan Misimovic und Vorlage von Jan Kristiansen schon in der achten Minute die erste große Chance. Während der Gast aus Leverkusen offensichtlich auf Konter lauerte, schnürten die Rot-Schwarzen die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe über weite Strecken der ersten Halbzeit regelrecht in der eigenen Spielhälfte ein.
Chancen ergaben sich somit fast zwangsläufig – und in der 27. Minute folgte der größte Aufreger. Peer Kluge war auf halbrechter Position allein auf Bayer-Torhüter Rene Adler zugelaufen. Der Youngster im Tor spielte den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand, doch Schiedsrichter Gagelmann aus Bremen ließ weiterspielen. Die Frage stellt sich, wo der Mann in zitronengelb zu dem Zeitpunkt hingesehen hatte.
Dennoch ist es natürlich müßig, darüber zu spekulieren, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte Rene Adler bei dieser Situation seine gerechte Strafe erhalten. So durften die Leverkusener mit elf Mann weiter spielen und es kam schließlich zum x-ten Male so, wie es kommen musste.
Der junge Mann, der dem Club so viel zu verdanken hat, und dann dem erstbesten Ruf nach Gelde gefolgt ist, macht mit der ersten Chance für seinen Plastikverein das 0:1. Tranquilo Barnetta hatte ihn steil geschickt. Überhaupt fiel der treulose Geldgeier mehrmals unangenehm auf und provozierte mal wieder, wo es nur ging. Verwandte, Freunde oder auch Dankbarkeit kennt der junge Mann jedenfalls nicht. Nur zwei Minuten vor seinem Tor hatte er gegen Jaromir Blazek derart unsportlich nachgesetzt, dass Schriedsrichter Gagelmann auch hier hätte über eine Karte durchaus nachdenken dürfen. So ging es also mal wieder mit einem Rückstand in die Pause, weil Mintal auch die letzte Chance der ersten Halbzeit in der 44. Minute nicht hatte nutzen können.
Direkt nach der Pause dann die bis dahin größte Chance für den Club. Rene Adler hatte eine scharfe Hereingabe von Javier Pinola fallen lassen, doch Marek Mintal scheiterte mit seinem Schuss aus fünf Metern am Tunesier Haggui, der auf der Linie retten konnte. Die Clubfans rauften sich die Haare und rieben sich die Augen – doch die, die dachten, schlimmer könne es nicht kommen, mussten in der 71. Minuten dazu lernen. Javier Pinola humpelte vom Spielfeld. Der Argentinier, der sich nach überstandender Knieverletzung gerade wieder zu alter Form kämpfte, erlitt eine Knochenabsplitterung im Sprunggelenk und fällt voraussichtlich bis Weihnachten aus.
Eine Minute nachdem Pinola das Feld verlassen hatte, dann in der 72. Minute scheinbar doch noch die Belohnung aller bisher erfolglosen Bemühungen. Endlich hatte der ehrenlose Blonde auf Bayer-Seite eines seiner vielen Fouls mal nicht gut genug versteckt und prompt durfte Marek Mintal mit einem Elfmeter ausgleichen.
Die Freude währte jedoch nicht lang. Nach einer selten blöden Situation im Nürnberger Strafraum fiel Barnetta der Ball vor die Füsse und der Schweizer stellte den Vorsprung für den Pillenclub wieder her (76.). Von diesem erneuten Schock erholten sich die Franken nicht mehr. Im Gegenteil: Beim erneut starken Jaromir Blazek können sich die Clubberer bedanken, dass bei einem der brandgefährlichen Konter der Westdeutschen nicht sogar noch ein 3:1 herausgesprungen ist.
Wie sehr die Männer von Hans Meyer momentan die Scheiße am Fuss haben, bewies sich in der Nachspielzeit noch einmal deutlichst. Peer Kluge tauchte plötzlich noch einmal völlig frei vor dem Bayer-Gehäuse auf. Die Querlatte verhinderte jedoch das Happy-End für den Club.